… Meditation bedeutet sich selbst von Bitterkeit und Traurigkeit vergangener Umstände und Beurteilungen zu befreien. Wegen unserer erlernten Glaubenssätze, wird selbst Religion, die den richtigen Weg zeigen sollte, dazu benützt Menschen voneinander zu trennen. Viele Menschen haben ihr Leben eingeschränkt und haben sich selbst in eine Schublade gepackt, indem sie denken, „Ich bin Moslem.“ „Ich bin Hindu.“ „Ich bin Jain.“ „Ich bin Jude.“ „Ich bin Christ.“ „Die Anderen sind nicht wie ich, sie sind Außenseiter.“ Durch den Glauben, haben wir uns von den Menschen und anderen Lebewesen entfernt, die uns in unserem Leben, sichtbar und unsichtbar, auf viele Arten helfen. Meditation hilft diese selbst auferlegten Einschränkungen zu durchbrechen und frei in einem „vereinigten“ Universum zu leben...
In der Philosophie des Jainismus wird unser Leben nicht von der Vergangenheit bestimmt, sondern durch die lebendige Gegenwart. Für mich ist ein gutes Leben ein gesundes liebendes Leben. Ein gutes Leben ist ein kreatives Leben. Es ist das Leben, in dem wir so bewusst leben, dass wir wählen können, was wir wählen wollen, und die Wahl treffen, die tote Vergangenheit zu akzeptieren und gehen zu lassen und in der lebendigen Gegenwart zu leben.
Wenn wir die Vergangenheit nicht ziehen lassen, können wir uns nicht vorwärts bewegen. Ich erinnere mich an zwei Freunde in Indien, die den Ganges in Benares mit dem Boot überqueren wollten. Sie tranken Bhang, ein starkes alkoholisches Getränk, und fühlten sich wegen des Rausches und des wunderschönen Vollmonds sehr dynamisch. Sie beschlossen den Fluss zu überqueren, um in der gegenüberliegenden Stadt gut zu essen. Die ganze Nacht ruderten und ruderten sie. Aber zum Sonnenaufgang sahen sie die Menschen am Strand, die genauso aussahen, wie die Menschen am vorherigen Abend. Einer von ihnen sagte: „Dieser Platz schaut genauso wie Benares aus.“ Also gingen sie an Land und fragten: „Wo sind wir?“ Es wurde ihnen gesagt, dass sie in Benares sind. „Benares? Aber wie kann das sein? Wir haben die ganze Nacht gerudert.“ Erst in diesem Augenblick wurde ihnen klar, dass sie in ihrem Rausch vergessen hatten, das Seil loszumachen. Das Seil war mehr als 200 Fuß lang, so dass sie sich von da nach dort bewegen konnten. – Und wie geht es uns? Wir wollen uns vorwärts bewegen, aber wir lösen uns nicht vom Anker alter Gewohnheiten und Glaubenssätze. Immer, wenn wir sprechen, reden wir über die Vergangenheit und spielen die alte, ausgeleierte Platte. Selbst in langjährigen Therapien streunt unser Verstand in den leeren Räumen vergangener Phantome. Indem wir an alten Dogmen festhalten, verwandeln wir uns von einer „Pflaume zu einer Backpflaume“.
Mahavir sagt: „Gehen Sie nicht zu Ihrer Kraft nach innen.“ Fragen Sie sich: „Wer bin ich, und was ist meine Kraft? Wie sehe ich mich selbst? Warum habe ich nicht die richtigen Dinge gewählt? Erlaube ich anderen mir zu sagen, was ich kann und nicht kann? Erinnern Sie sich daran, dass andere nur sich selbst auf Sie projizieren. Ihre Behauptungen passen nicht zu Ihnen.“
Vor etlichen Jahren kamen mehrere Schüler aus den USA mit uns nach Indien und besuchten Shatrunjaya in Palitana. [Ein wichtiger Pilgerort der Jains (Anmerk. d. Übersetzerin)]. In dieser Gruppe waren zwei Teilnehmerinnen, die versuchten mit ihren Schuldgefühlen Frieden zu schließen. Sie waren über die Vergangenheit nicht glücklich und viele Jahre in verschiedenen Therapien gewesen. Ich kannte beide seit langem. Jetzt fuhren beide nach Indien, um sich in dieser besonderen Zeit der Selbsterkenntnis und Selbstverwirklichung zu widmen. Sie besuchten die Berge und Höhlen, in denen viele Menschen Erleuchtung erlangten. Wir bestiegen den Berg Shatrunjaya, auf dem mehrere große Tempelanlagen den Gipfel dieses heiligen Berges schmückt. Auf dem höchsten dieser Tempel hatten wir eine besondere Zeremonie und Meditation, um uns von der Vergangenheit zu lösen, um diese aus unserem Verstand ziehen zu lassen.
Meditation bedeutet sich selbst von Bitterkeit und Traurigkeit vergangener Umstände und Beurteilungen zu befreien. Wegen unserer erlernten Glaubenssätze, wird selbst Religion, die den richtigen Weg zeigen sollte, dazu benützt Menschen voneinander zu trennen. Viele Menschen haben ihr Leben eingeschränkt und haben sich selbst in eine Schublade gepackt, indem sie denken, „Ich bin Moslem.“ „Ich bin Hindu.“ „Ich bin Jain.“ „Ich bin Jude.“ „Ich bin Christ.“ „Die Anderen sind nicht wie ich, sie sind Außenseiter.“ Durch den Glauben, haben wir uns von den Menschen und anderen Lebewesen entfernt, die uns in unserem Leben, sichtbar und unsichtbar, auf viele Arten helfen. Meditation hilft diese selbst auferlegten Einschränkungen zu durchbrechen und frei in einem „vereinigten“ Universum zu leben.
Allen, die sich selbst von falschen Überzeugungen, Schuldgefühlen und Verfehlungen befreien wollen, steht die Möglichkeit offen, die Jain Methode zu wählen und folgendes Mantra zu rezitieren: Savva Pava Panasano - dies Mantra schwingt, um zu befreien. Savva bedeutet alle, Pava bedeutet Schuld und Negatives, Panasano bedeutet vernichten. Alle Schuld und alles Negative der Vergangenheit ist vernichtet. Der nächste Teil des Mantra ist: Mangalanam Cha Savvesim. Von diesem Moment an beginnen Mangalanam- Segnungen und -Segen über uns zu strömen. Dies ist die größte aller Segnungen, allen Segens. (Cha Savvesim) Auf diese Weise geht man tief in das eigene Selbst, aus tiefen Quellen erzeugt man ein feines Inneres und verbrennt alles Negative. Man sieht sich als reines Gold, von aller Schlacke gereinigt.
Von den vorher beschriebenen zwei Schülerinnen, kam eine aus dieser Mantrameditation und sagte mit Freude: „Ich bin frei! Frei von der Last früherer Negativität.“ Es passierte spontan in diesem Moment das, wozu sie in den letzten zwanzig Jahren nicht fähig war. Sie verbrannte allen Müll der Vergangenheit, alle Schuld der Vergangenheit und reinigte und vergab sich selbst. Sie musste zur Vergebung nicht irgendwo hingehen. Sie sagte: „Ich habe alles Negative verbrannt, die Asche weggeworfen und kam zu meinem makellosen Selbst zurück.“ Aber die Andere sagte: „Wie kann man all seine Vergangenheit, seine Fehler und seine Schuld verbrennen? Du kannst das nicht. Das ist unmöglich.“ Das war für sie auch richtig, da sie von der Unmöglichkeit überzeugt war. Ihr Glaube wurde ihre Realität für sie.
Wenn wir an unserer Vergangenheit festhalten wollen, finden wir immer Argumente, um unsere Situation zu unterstützen. Wir sind logisch orientierte Menschen, und wir finden so viele logische Erklärungen, um unser Leben unglücklich zu machen. Wir lesen ein Buch, das von der ersten Person geschrieben wurde, die eine zweite Person hörte, die wiederum eine dritte Person zitierte, und schließlich wurde es von einer vierten Person herausgegeben. Nun nehmen wir dies als wirkliche Botschaft und wir sagen: „Es steht geschrieben! Es ist unsere Erbsünde und kann nicht aufgelöst werden. Wir glauben das!“ Es steht geschrieben, dass ein Erlöser notwendig ist, sonst riskieren wir die Verdammung und werden in die Hölle kommen; wir glauben das. Aber nichts von dem haben die Meister gesagt. Ein Meister (er oder sie) verletzt nicht die Würde der Menschen. Glauben Sie wirklich, dass ein Meister sagen würde: „Wenn du mich nicht an mich glaubst, wirst du zur Hölle fahren.“ Solche eine Idee kann nicht von einem Meister kommen, es kommt von einem egoistischen Interpreten. Der Meister hilft die Schönheit zu sehen. Sie nehmen uns auf ihre Schulter, damit wir mehr sehen können, damit wir größer werden, nicht kleiner. Sie wollen Sie nicht schrumpfen sehen, sie wollen Sie wachsen sehen.
Wirkliche Eltern erwarten von ihren Kindern, dass sie besser sind, als sie selbst. Eltern hoffen dass ihre Kinder einen Schritt weiter gehen, als sie selbst gegangen sind. Die Kinder bekommen Anregungen von den Eltern. Wenn ein Kind Fehler macht, setzen die Eltern das Kind nicht herab, sondern sehen dies als einen Wachstumsprozess und fehlende Erfahrung. Durch die schmerzliche Erfahrung von Fehlern gewinnt der Verstand Weisheit. Um das Licht des Guten hinter den Wolken der Fehler zu sehen, müssen wir das Gute in uns selbst sehen, dann erst können wir das Schöne überall erkennen.
Ich habe vorhin zwei Menschen erwähnt, die Teilnehmer der Meditation zum Thema „Loslassen von Schuld und Negativität“ waren. Eine fand viele Gründe, um an der Vergangenheit festzuhalten. Die Andere war ganz entschlossen sich zu befreien und ihr Samen wuchs zu einer lächelnden Blume. Sie mögen denken: „Das kann nicht passieren.“ Aber bei ihr war es so. Sie ließ die alten Denkweisen los und entdeckte, dass sie frei war. Solch eine Erfahrung führt zu innerem Frieden. Nicht nur sie, sonder jeder kann sich von Schuld befreien, indem er mit der alles durchdringenden liebenden Energie in Berührung kommt und dadurch die eigene reine Natur entdeckt. Glauben Sie an ihre Freiheit, um die Vergangenheit los zu lassen! Seien Sie frei und offen, um die Segnungen des Universums einströmen zu lassen. Gehen Sie tief in sich selbst, erfahren Sie sich und glauben Sie an sich. Dieses Verständnis kommt nur aus eigener Selbstbeobachtung, durch die eigene Selbstverwirklichung. Suchen Sie alle Winkel ihres Bewusstsein auf, betrachten Sie ihre Stärken und tilgen Sie ihre Schwächen aus. Akzeptieren und lieben Sie sich selbst. Formen Sie langsam das eigene Selbstverständnis. Fühlen Sie: „Ich bin frei, und ich wähle glücklich zu sein. Ich wähle friedlich zu sein, dies ist meine Natur.“ Lasst uns so die Vergangenheit erkennen und Frieden haben. Lasst uns die Gegenwart der göttlichen Energie erfahren, die in jedem von uns ist.
Lasst uns zum Schluss den universellen Segen teilen: „Segen für das gesamte Universum.“ Lasst jeden in das Wohlergehen des anderen vertieft sein. Lasst alle Fehler und Schwächen der Vergangenheit beseitigt und verschwunden sein. Lasst überall jeden in Gesundheit, Frieden Glück und Segen leben. Om Shanti - Frieden.
Quelle: Jinamanjari Journal ( Editor: Mr. Bhuvanendra Kumar), Volume 29, Number 1, April 2004, A Bi-annual Published Of Bramhi Jain Society ( Est 1989 ), United State of America and Canada.