Die ungefähr 7000 Teilnehmer aus aller Welt liessen sich von den hohen Teilnahmekosten (475$ für alle Tage, Gruppenermässigung 375$, Tageseintritt 60Euros pro Person, Kinder ab 6 Jahren jeweils die Hälfte) nicht abschrecken, viele boykottierten die Veranstaltung indirekt durch Nicht-Teilnahme. Die lokale Presse kritisierte das Vorgehen, durch die Höhe der Eintrittsgelder eine religiöse Versammlung profitabel machen zu wollen [Mindesteinnahmen:: 2.625.000,00 $, Editors].
Die Teilnehmer machten eifrigen Gebrauch von der Möglichkeit, die Repräsentanten vieler Weltreligionen im Zwiegespräch erleben und mit ihnen diskutieren zu können, so auch Samani Pratibha Pragya von JVB London, die mit Sikhs, Christen, Juden und Muslimen sprach oder ihre Vorträge anhörte. Das folgende Telefoninterview gab sie uns letzte Woche:
HN4U: Wieviele Menschen konnten außer den registrierten Teilnehmern erreicht werden? Samani Pratibha Pragya: Am 8. Juli gab es eine Veranstaltung im öffentlichen Teil des Forums, an der ungefähr 200 Menschen teilnahmen. Ungefähr eine Stunde lang gaben wir einführende Informationen über den Jainismus und Preksha Meditation, der sich eine praktische Meditationssitzung mit Preksha YogaAsanas am Ende anschloss und die mit dem Chanten von Mantras ausklang. Diese Veranstaltung wurde für das UNESCO Fernsehen aufgezeichnet.
HN4U: Wurden weitere Meditationssitzungen durchgeführt? Samani Pratibha Pragya: Am Abend des 10. Juli fand auf dem Platz vor der 'Sagrada Famigla' [die von dem berühmten Architekten Antoni Gaudi aus Barcelona entworfene Kathedrale, die noch nicht ganz fertiggestellt ist, Editors] eine Freiluftveranstaltung für alle Teilnehmer statt, an der etwa 6000 Menschen teilgenommen hatten. Dort hielten wir eine Meditationssitzung von 20.-21.00h.
Am Morgen des 13. Juli nahmen an der Meditationssitzung ca. 170 Menschen teil.
HN4U: Welche Fragen wurden am häufigsten gestellt? Samani Pratibha Pragya: Hauptsächlich zwei, die eine lautete 'Wer bist du?', auf die wir antworteten, dass wir Jaina Nonnen aus Indien seien, die Menschen zu gewaltloser Lebensweise inspirieren möchten. Die zweite lautete 'Warum haltet ihr Taschentücher vor den Mund?' Diese beantworteten wir mit der Annahme der Jaina-Philosophie, dass es Lebewesen mit einem Luftkörper gäbe, denen wir keinen Schaden zufügen möchten, zudem dient das Taschentuch unserer eigenen Gesundheit und hält uns davon ab, zuviel zu sprechen.
HN4U: Aus welchen Ländern kamen die Menschen, mit denen ihr ins Gespräch gekommen seid? Samani Pratibha Pragya: Es waren Menschen aus aller Welt und Anhänger der verschiedenen Weltreligionen, so war die Nationalität in diesem Zusammenhang nicht das entscheidende.
HN4U: Wie gestaltete sich euer Tagesprogramm? Samani Pratibha Pragya: Wir hörten verschiedene Vorträge über Sikhismus, Christentum, Judaismus, sprachen mit den Mitgliedern der Jaina Gemeinden aus Indien und den USA, gaben Informationen über den Jainismus und inspirierten die Menschen, Gewaltlosigkeit (Ahimsa) im Alltag zu praktizieren.
Hier sind unsere wichtisten Programmpunkte in der Zeit vom 7.-11. Juli:
7. Juli
Samani Pratibha Pragya und Punya Pragya rezitieren Jaina Gebete und Mantras in der Eröffnungsveranstaltung des 'Parlament der Weltreligionen 2004' in Barcelona, Spanien.
8. Juli
Programm im öffentlichen Teil des Forums in Barcelona. Die Jaina Nonnen informierten in einer einstündigen Veranstaltung über den Jainismus, Preksha Meditation und Yoga, gesponsort von der UNESCO.
9. Juli
Samani Pratibha Pragya gab dem spanischen Fernsehen und den lokalen katalanischen Sendern Interviews über Jainism and Preksha Meditation. Samani Punya Pragya sang ein von Acharya Mahaprajna komponiertes Lied ‘Shanti ka sandesh’ für das katalanische Fernsehen. Im lokalen Abendprogramm wurde über die Terapanthis, das Jain Vishva Bharati Institut, den Samanorden, das Programm der 'Wissenschaft vom Leben', Preksha Meditation und die Anuvratbewegung gesprochen.
11. Juli
Auf der großen Bildleinwand wurde die Videobotschaft Acharya Mahaprajnas mit den Ehrungen durch den Präsidenten Indiens, Dr. Abdul Kalam, im Rahmen des ‘Unity of Minds’ Programms der Jaina Delegation.