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Jainismus

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GEWALTLOSIGKEIT
das Grundgesetz im Jainismus


 

JAINA Convention 2007 - Frieden durch Dialog - Pramoda Chitrabhanu : Glücklich sein ist erreichbar


24.10.2007

Trupti Traudel Pandya

Frieden durch Dialog - Glücklich sein ist erreichbar


Pramoda Chitrabhanu
iainmamata@aol.com

Pramoda Chitrabhanu hat Psychologie und Philosophie studiert. Sie ist Vorsitzende des Jivadaya Committee von JAINA, Direktorin von PETA in Indien und des Jain International Meditation Centers. Sie widmet ihre Zeit verschiedenen Tierrechtsorganisationen. Sie hält Vorträge und lehrt die Philosophie von Ahimsa, Liebe und Mitgefühl. Sie ist Autorin und Co-Autorin von fünf Büchern.

Glücklich sein ist erreichbar!

 

Die Werte der Jains müssen gelebt werden, damit wir sie genießen können.

Wir leben heute in einer interessanten Zeit. Einer Zeit, in der die Informationswissenschaft in kurzer Zeit unser Leben beeinflusst hat und praktisch unser Leben bestimmt. Der Höhlenmensch ist ein Schlossmensch geworden. Fuhrwerke und Kutschen wurden durch Cadillacs und Kabrios ersetzt. Handrührgeräte sind überholt und wurden von modernen elektronischen Küchenmaschinen ersetzt. Das Alte wird durch das Neue in einer unglaublichen Geschwindigkeit ersetzt.

So wie die Maschinen heute für schnelle, sofortige Arbeit verwendet werden, wünschen die Menschen heute augenblicklich Glück, Ruhm und Reichtum. Er/Sie berücksichtigt nicht, ob dies auf Kosten der Umwelt geschieht, durch Luftverschmutzung, Erschöpfen der Ressourcen oder durch die Ausbeutung  und Leiden der Tiere. Unter dem gewaltigen Einfluss der Gier, wird die Modernisierung wie berauscht benützt, so dass sie zur Selbstzerstörung führt. Vom Egoismus geleitet, benützen viele ihre Fähigkeiten, um weltlichen Vergnügen nachzujagen. Auf diese Weise macht Technologie und Information die Reichen reicher und die Armen ärmer.

Wenn wir uns umsehen, merken wir, dass die Menschheit mehr eine Last und ein Feind für sich selbst und die Mutter Erde geworden ist, denn ein Freund für alle und alles. Verstrickt in Selbstsucht, Ärger, Lust, Betrug und Konkurrenz, bereiten man letztlich den weg für Gewalt und Krieg. Wie Thomas Merton richtig gesagt hat, „Gewalt kann nur dort beginnen, wo Überlegen und rationale Kommunikation zusammengebrochen sind.“

Die Menschen wurden, durch das Leben in dieser hohen Geschwindigkeit und mit dieser immensen Technologie, zum Roboter. Er/Sie hat jetzt keinen selbständigen Verstand und arbeitet wie eine Maschine. Die Gesellschaft denkt für ihn und er gehorcht ihren Befehlen.  Diese Herdenmentalität schränkt die Vision ein und bringt Bewegungen ohne irgendeine Richtung hervor. Wohnen in uns unter diesen Umständen die selben Fähigkeiten, die uns potentiell die Möglichkeit geben ein Mahavir, ein Buddha, ein Ram oder ein Jesus – als Innbegriff von Liebe, Mitgefühl und Einfachheit – zu werden. Wie können wir etwas erreichen, wenn wir nicht die Verantwortung für unser eigenes Leben übernehmen und nicht den Unterschied zwischen richtig und falsch im Licht der Wahrheit erkennen? Die Geschichte lehrt uns, dass kein noch so großer Reichtum und Ruhm die Menschheit glücklich gemacht hat, denn materielles Glück ist flüchtig und vorübergehend und ändert sich mit den Wünschen und Träumen. Glückseligkeit liegt nicht in der Anhäufung von Dingen, sondern in der Kunst der gerechten Verteilung, Einfachheit und Zufriedenheit.

Jede positive oder negative Handlung hat eine gleiche, zurückkommende Reaktion. Wird ein liebevoller Gedanke ins Universum geschickt, hat er ein liebevolle Erwiderung und auf ein bösen Gedanke folgt eine böse Antwort. Es ist das Naturgesetzt: Was ins Universum geschickt wird, kommt wie ein Bumerang zurück. Warum also nicht die Prioritäten in unserem Leben nach unseren Bedürfnissen und Wohlbefinden zu setzten und nicht nach unserer Gier und Luxusansprüchen? In dem wir unsere Gedanken, Sprache und Handlungen eine positive Richtung geben, können wir vermeiden negative Schwingungen und unerwünschtes Karma anzuziehen. Um eine neue Lebensanschauung zu bekommen, können wir die Philosophie des Jain Dharma, wie sie von Mahavir praktiziert und beschrieben wurde erforschen. Sie bringt tiefgreifende Antworten auf unsere Fragen. Sie basiert auf:

Gesetzt  der Achtung für alle Lebewesen

Ahimsa

Relativität des Denkens

Syadavada

Gesetzt von Ursache und Wirkung

Theory of Karmas

Gesetzt des nicht Begehrens

Aparigraha

Gesetzt des Mitgefühls

Karuna - Non-violence in Thoughts, Words and Actions.

Jain Dharma betont in seiner Lehre die Toleranz und das Nicht-Einmischen. Diese ewigen Gesetzmäßigkeiten von Mahavir sind der Weg zu Gesundheit, Heilung, Harmonie und Liebe. Sie sind seit Tausenden von Jahren nützlich und werden für die nächsten Jahrtausende wichtig sein. Wenn man diese Lehren des Jain Dharma praktiziert, erneuert man seine Verbindung zu diesen alten Quellen der Lehre und wird in Harmonie mit sich selbst und in Harmonie mit dem Rest der Welt leben.

Lasst uns deshalb gemeinschaftlich an eine Verbesserung des gesamten Universum arbeiten, indem wir unsere Aufmerksamkeit vom „ich“ zu „wir“ verändern. Diese Botschaft des Neubeginns ist für uns alle, insbesondere für die Jugend, als Gesellschaft von Morgen. Sie gestaltet, wie die Gesellschaft denken und fühlen wird. Denn das Morgen gehört der Jugend. Sie hält das Versprechen der Zukunft. Sie steht für Energie und Begeisterung, Offenheit und Mitgefühl, Kreativität und Neuerung. Sie haben die Zeit und Kraft alles weiter zu tragen: dem alten Erbe von Ahimsa – dem Gesetz des Mitgefühls für alle Lebewesen – leben zu geben; die Weisheit der Seher zu verstehen und zu leben; die Einsichten der erleuchteten Meister zu benützen. Sie sind die Fackelträger für den Frieden, Fortschritt und Reichtum der jetzigen und zukünftigen Generationen. So lasst uns alle global denken und lokal handeln. Sind wir uns jeden Moment unseres Lebens, unseres herrlichen, spirituellen Reichtums, bewusst. Machen wir uns auf und hören nicht auf bis das letztendliche Ziel erreicht ist.


Übersetzung: Trupti Traudel Pandya

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