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Jainismus

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Mahamastakabhisheka-Zeremonie in Südindien


03.06.2006

Ausstellung zum großen Übergießungsritual der Jainas in Shravanabelgolam, Südindien, am Südasien-Institut der Universität Heidelberg.

Zu den einführenden Vorträgen und der Ausstellungseröffnung am 20. Juni 2006, ab 16.00 Uhr, Im Neuenheimer Feld 330, ist die interessierte Öffentlichkeit herzlich eingeladen.

Die Emmy Noether-Forschungsgruppe der Deutschen Forschungsgemeinschaft am Südasien-Institut der Universität Heidelberg dokumentiert in einer Ausstellung mit Fotografien und Texten eine der wichtigsten und - für den Beobachter wohl spektakulärsten - Rituale der Jainas.

Die nur alle zwölf bis dreizehn Jahre ausgerichtete Zeremonie, Mahamastakabhisheka genannt, fand zuletzt im Februar 2006 in Shravanabelgola im südindischen Bundesstaat Karnataka statt und zog Zigtausende Pilger und Zuschauer an. Über einen Zeitraum von circa zehn Tagen wurde die kolossale, circa 20 Meter hohe, in Fels geschlagene Statue des heiligen Gommata [Bahubali] mit verschiedenen wertvollen und als reinigend geltenden Substanzen übergossen. Tausende Liter Wasser, Milch, Zuckerrohrsaft und verschiedener pflanzlicher Substanzen badeten das beeindruckende Bildnis in unterschiedlichen Farben bevor ein wahrer Blumenregen auf den Koloss herabgeschüttet wurde.

Die Mahamastakabhisheka-Zeremonie erinnert an die religiöse Einweihung der Statue vor mehr als tausend Jahren und bewahrt den sakralen Charakter des Bildnisses. Neben den Jainas betrachten auch Hindus und Buddhisten das Übergießungsritual als wichtigen Bestandteil religiöser Praxis. So werden Bildnisse erst durch den Vollzug von Abhisheka religiös geweiht. In Tempeln und vielen Privathäusern werden Statuen täglich als Teil der Verehrung mit Wasser und anderen Substanzen übergossen.

Die Emmy-Noether-Gruppe besteht seit Frühjahr 2005 am Südasien-Institut und beschäftigt sich mit der Erforschung des Jainismus im südindischen Bundesstaat Karnataka. Die Jainas bilden heute eine sehr kleine, aber dennoch gesellschaftlich bedeutende indische Religionsgemeinschaft. In ihrer über 2500 Jahre langen Geschichte entwickelten die Jainas eine eigene Philosophie und religiöse Praxis, wobei Hindus und Jainas oftmals aus den gleichen Quellen indischer Tradition schöpften.

Das Forschungsprojekt in Heidelberg ist interdisziplinär ausgerichtet, wobei eine Kunst- und Bauhistorikerin mit Schwerpunkt Südasien, als Leiterin der Gruppe, mit einem promovierten indischen Historiker und einer promovierenden Religionswissenschaftlerin zusammenarbeitet.

Die Dokumentation des Mahamastakabhisheka-Rituals ist das Ergebnis erster gemeinsamer Feldstudien in Indien. Die Fotografien wurden von der Gruppe über den Zeitraum einer Woche in Shravanabelgola aufgenommen und sollen neben der Dokumentation des Übergießungsrituals auch einen Einblick in die Vorbereitungen des Ereignisses und die feierliche Atmosphäre am Ort geben.

Die Ausstellungseröffnung findet am 20.Juni 2006 um 17.30 Uhr im Foyer des Südasien-Instituts, Im Neuenheimer Feld 330, 69120 Heidelberg, statt. Zuvor halten Dr. Julia A.B. Hegewald und Sabine Scholz einen einleitenden Vortrag. Dieser findet um 16.00 Uhr in SAI, Raum Z 10, statt. Die Ausstellungseröffnung erfolgt durch Professor Axel Michaels, Leiter der Abteilung Klassische Indologie und Sprecher des Sonderforschungsbereichs Ritualdynamik.

Zum Besuch von Vortrag und Ausstellungseröffnung mit Dipam-Zeremonie und Empfang sind alle Interessierten sehr herzlich eingeladen. Neben Fotografien und erklärenden Texten wird an diesem Abend eine filmische Dokumentation der vorherigen Mahamastakabhisheka aus dem Jahr 1993 zu sehen sein.

Die Ausstellung kann bis zum 3. Juli 2006, Montag bis Freitag von 9.00 bis 19.00 Uhr, besucht werden.

Für Ende dieses und Frühjahr nächsten Jahres ist eine Präsentation der Ausstellung in Delhi und London geplant.

 

Weitere Informationen:
Dr. Julia A. B. Hegewald
Emmy-Noether-Nachwuchsgruppenleiterin
Südasien-Institut der Universität Heidelberg
Tel. 06221 548962
julia.hegewald@urz.uni-heidelberg.de


Source: http://www.uni-heidelberg.de/presse/news06/2605jain.html

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