Am 13. Juni 2007 hielt Samani Prasanna Pragya, die zusammen mit Samani Manan Pragya aus London zu Besuch bei HereNow4U, Preksha Meditation in Berlin war (Berichte über ihren Besuch im englischen Teil HereNow4Us) einen Vortrag im Institut für Indische Philologie und Kunstgeschichte der Freien Universität Berlin mit dem Thema ‚Relevanz des Jainismus im 21. Jahrhundert – auf der Grundlage der Lehren Acharya Tulsis and Acharya Mahaprajnas’, den wir ins Deutsche übertragen haben.
Relevanz des Jainismus im 21. Jahrhundertry auf der Grundlage der Lehren Acharya Tulsis and Acharya Mahaprajnas
Wissenschaftliche Erkenntnisse und Herangehensweisen haben dazu beigetragen, dass wir Aberglauben und falsche Dogmen hinter uns lassen konnten. Doch unglücklicherweise wurde damit auch unser Vertrauen in spirituelle und humane Werte erschüttert, und wir wissen heute mehr über Atome und atomare Kräfte als über die grundlegenden Werte, deren Einhaltung und Beachtung uns die Führung eines sinnvollen und friedlichen Lebens ermöglicht. Wir haben in Wissenschaft und Technologie derartige Fortschritte gemacht, dass physische Distanz kein Hindernis mehr ist für Begegnungen mit Menschen aus unterschiedlichen Kulturen und Religionen. Wir sind einander nähergerückt und doch abhängiger voneinander als jemals zuvor. Die Welt wird scheinbar immer kleiner, doch die Entfernung zwischen unseren Herzen täglich immer größer.
Anstelle von gegenseitigem Verständnis und Zuneigung zueinander verbreiten wir Hass und Feindseligkeit, ignorieren die Werte friedlicher Koexistenz und Kooperation, die für unsere Existenz wesentlich sind. Rabindranath Tagore bemerkt dazu: „Es ist für den Menschen mit Sicherheit der Anfang eines selbstmörderischen Prozesses, einander ohne die Einhaltung der Menschenrechte näher zu kommen.“
Das Anwachsen unseres Wissens konnte uns nicht bei der Überwindung unserer animalischen und selbstsüchtigen Natur helfen. Sie dominiert noch immer unser individuelles und soziales Verhalten. Deshalb ist unser Leben voller Aufregung, emotionaler Unruhe und mentaler Spannungen. Obwohl wir uns oberflächlich für Frieden, Gewaltlosigkeit und Koexistenz einsetzen, vertrauen wir innerlich immer noch dem Gesetz des Dschungels, ’Macht hat Recht’.
Der Beweis, dass wir diesem Grundsatz noch immer bis zum Begräbnis der gesamten Menschheit folgen, ist das nukleare Wettrüsten der mächtigen Staaten. Bertrand Russel, der große Philosoph, fleht uns an: „Ich appelliere als Mensch an die Menschen: Erinnert euch an eure Humanität und vergesst den Rest. Wenn ihr das tut, ist der Weg zu einem neuen Paradies offen. Könnt ihr das nicht, liegt vor euch nur der universale Tod!“
Wir müssen erkennen, dass der Zuwachs an Wissen und Technologie sowie der zunehmende Handel ihre Bedeutung verlieren angesichts des ewigen Zweifels aneinander und dem Ignorieren der Humanität.
Der einzige Weg zum nicht nur körperlichen, sondern auch geistig-seelischen Überleben der heutigen Menschheit ist das Vertrauen in die Grundsätze der Gewaltlosigkeit und Kooperation.
Frieden, der durch Gewaltanwendung und den Einsatz kriegerischer Mittel erreicht wurde, ist der Frieden des Friedhofs, und kein lebendiger Friede. Durch den Einsatz von Gewalt und kriegerischer Mittel können wir keinen dauerhaften Frieden erreichen. Frieden und Gewalt widersprechen einander.
Im Acaranga Sutra sagt Lord Mahavira: „Atthi sattham parena param, natthi asattham parena param.” (Es gibt Waffen, die anderen überlegen sind, doch Gewaltlosigkeit wird durch nichts übertroffen.)
Dauerhafter Frieden auf der Erde kann nur durch Gewaltlosigkeit erreicht werden. Gegenseitige Kooperation und Wohlstand für alle kann nur gewährleistet werden, wenn Selbstbeschränkung und Toleranz praktiziert werden. Im Jainismus werden diese Grundpfeiler der Charakterbildung schon seit undenklichen Zeiten praktiziert.
Der für die Gegenwart relevante Aspekt des Jainismus ist seine liberale Philosophie. Eine der Bedeutungen des Begriffes ‚Jain’ lautet ‚nicht konfessionsgebunden’. Jeder, der seine inneren Leidenschaften besiegt hat, ist ein ‚Jina’, und wer einem Jina folgt ist ein Jain. So gesehen, kann der Jainismus alle Religionen dieser Welt enthalten, denn sie sind alle von Heiligen und Propheten gegründet worden, die ihre animalische Natur besiegt haben.
Der große Beitrag des Jainismus zur Weltzivilisation ist das Konzept der Ahimsa, Gewaltlosigkeit. Dieses Konzept der Gewaltlosigkeit wird auch von nahezu allen Religionen der Welt akzeptiert, doch in keiner dieser Religionen wird es so minutiös befolgt wie im Jainismus.
Jainism prohibits not only killing of human beings and animals, but also killing of vegetable life. To hurt the plants is also an act of violence or himsa. Its basic principle is that life, in whatever of form it may be, should be respected. We have no right to take another’s life, because everyone wants to live the way we do.
Im Jainismus ist nicht nur das Töten von Menschen und Tieren verboten, sondern auch die Vernichtung pflanzlichen Lebens. Die Vernichtung von Pflanzen gilt im Jainismus als Akt der Gewalt, Himsa. Seine Grundlage ist die Achtung vor dem Leben in allen seinen Formen. Wir haben kein Recht, einem anderen das Leben zu nehmen, denn, wie wir, möchte jedes Lebewesen sein Leben behalten.
In dem Text Dasavaikalika heißt es: „Savve Jiva vi icchanti, jivium, na marijjium.“ (Jeder möchte leben und nicht sterben.) Aus diesem Grund ist den Asketen das Ausüben von Gewalt in jeder Form verboten. Doch ist das völlige Einhalten von Gewaltlosigkeit denen, die in der Welt leben, nicht möglich. Deren Motto sollte lauten: “Weniger töten ist besser Leben.”
Der Jainismus formuliert Gewaltlosigkeit nicht nur negativ (nicht töten), er unterstützt auch die positiven Aspekte von Gewaltlosigkeit wie Freundschaft, Mitgefühl, Liebe und Freundlichkeit. Zudem fordert der Jainismus jeden zum Dienst an der Menschheit auf.
Mahavira wurde einst gefragt: “Wer befolgt deine Lehren auf die richtige Weise, derjenige, der den Bedürftigen hilft, oder derjenige, der Andachten zu Deinen Ehren veranstaltet?“ Mahavira entgegnete: „Der erste, denn er befolgt meine Lehren.“
Obwohl Gewalt in der einen oder anderen Form unvermeidlich ist im Leben, können wir nicht daraus schließen, dass Gewaltlosigkeit an sich überflüssig ist. So wie wir zum physischen Überleben manchmal Gewalt ausüben müssen, ist Gewaltlosigkeit für unser soziales Überleben erforderlich. Das Fortbestehen der Menschheit hängt von unserer Fähigkeit zu Kooperation, zum Opfern unserer individuellen Interessen für das Gemeinwohl des gesamten Planeten und der Achtung vor dem Leben anderer ab.
Wenn das für unser soziales Überleben notwendig sind, ist Gewaltlosigkeit eine Notwendigkeit für humanes Leben. Die Gesellschaft existiert nicht auf der Grundlage von Gewalt und der Durchsetzung individueller Interessen, sondern auf der Grundlage von Gewaltlosigkeit und dem Verzicht auf Durchsetzung individueller Interessen, nicht auf dem Bestehen der Einforderung eigener Rechte, sondern darauf, dass wir die Rechte anderer als unsere Pflicht akzeptieren. Deshalb können wir sagen, dass Gewaltlosigkeit eine unverzichtbare Grundlage für die Existenz einer humanen Gesellschaft ist.
Gegenwärtig leben wir im Zeitalter nuklearer Waffen, welche das Fortbestehen der Menschheit gefährden. Nur durch das feste Vertrauen in und Beachtung von Gewaltlosigkeit können wir dieser Gefahr begegnen. Gegenseitiges Vertrauen und die Anerkennung der Gleichheit aller Menschen können Frieden und Harmonie in der menschlichen Gesellschaft wiederherstellen.
Ziel des Jainismus ist die Emanzipation des Menschen von seinen Leiden, die sich in geistigen Spannungen niederschlagen. Zuerst müssen wir die Gründe für diese Spannungen erkennen. Für den Jainismus ist die Grundlage menschlichen Leidens nicht physisch, sondern geistig-seelisch und entsteht durch unsere Bindung an materielle Objekte.
In dem berühmten Uttaradhyayana-Sutra der Jaina heißt es: „Die Wurzel allen Leidens, sowohl des körperlichen, als auch des seelischen, ist die lustvolle Bindung des Menschen an materielle Objekte.“
Lord Mahavira sagt: „Die Bindung an materielle Objekte ist ein Strudel des Verderbens. Sobald der Mensch diese Bindung auflöst und sich seiner Wünsche und Begierden bewusst wird, ist er frei.“
Das Streben des Menschen nach Befriedigung seiner Wünsche und Begierden ist wie das Abhacken von Ästen, während zugleich die Wurzeln noch gewässert werden. Daraus können wir folgern, dass die lustvolle Bindung des Menschen an materielle Objekte die alleinige Ursache seines Leidens ist.
Ist die Menschheit frei von geistig-seelischen Spannungen, braucht sie einen unparteiischen Blick auf das Leben. Im Jainismus herrscht die Auffassung, je geringer die Bindung an materielle Objekte, desto mehr geistig-seelischer Frieden. Ist die Bindung an materielle Objekte erst einmal aufgelöst, kann der Mensch ohne Spannungen und emotionale Turbulenzen leben. Besonders für die Gegenwart, in der wegen des wachsenden Einflusses konsumorientierter Vorstellungen ein erschreckendes Anwachsen des von Gier motivierten Besitzstrebens zu beobachten ist, hat diese Auffassung des Jainismus große Relevanz.
Die aus verschiedenen Ideologien und Glaubensvorstellungen resultierenden Konflikte können durch die Anekant-Philosophie des Jainismus gelöst werden. Anekant bedeutet Multiplizität von Gesichtspunkten und Perspektiven. Dieser philosophische Grundsatz ist einzigartig im Jainismus. Er wurde von Lord Mahavira eingeführt, damit wir ein Bewusstsein für die unendlich vielen Attribute der Wahrheit entwickeln können.
Im sozialen Kontext kann Anekant mithilfe der drei folgenden Grundsätze praktisch angewandt werden:
Kein Dogmatismus und Fanatismus
Anerkennung der Freiheit der Anderen
Friedliche Koexistenz und Kooperation
Im Jainismus wird die Wirklichkeit als sehr komplex gesehen. Sie kann unter verschiedenen Gesichtspunkten oder von verschiedenen Standpunkten aus betrachtet werden. Beispielsweise kann man Hunderte von Bildern von einem Baum aus verschiedenen Perspektiven machen. Obwohl sie uns alle ein wahres Bild des Baumes vermitteln, unterscheiden sie sich voneinander. Keines der Bilder gibt uns ein vollständiges Bild des Baumes. Sowohl im Einzelnen, als auch insgesamt geben sie nur einen Teilaspekt des Baumes wieder. So ist es auch mit dem menschlichen Wissen und Verständnis, wir können nur einen Teilaspekt, ein relatives Bild der Wirklichkeit erkennen, denn wir können die Realität nur von einem bestimmten Blickwinkel oder Gesichtspunkt aus wahrnehmen.
Wer nur einen Teil der Wahrheit erkennen kann und nur ein einseitiges Bild von der Wirklichkeit hat, hat kein Recht, die Sichtweise eines Anderen als falsch zu bezeichnen. Wir müssen einräumen, dass auch die Sichtweise unserer Kontrahenten wahr sein kann.
Deshalb schließt die Anekant-Philosophie Dogmatismus und Einseitigkeit aus. Sie fordert uns auf, einen weiteren Blickwinkel zu wählen. Den brauchen wir zur Lösung der aus unterschiedlichen Ideologien und Glaubensvorstellungen resultierenden Konflikte.
Jaina Philosophen gehen immer davon aus, dass alle Auffassungen aus ihrer Perspektive richtig sind, und dass sie dann falsch sind, wenn sie die Auffassungen anderer ablehnen.
In der Geschichte des Jainismus wurde niemals auf Gewalt zurückgegriffen, man vertraute immer auf Kooperation und Koexistenz, was auch in unserer Zeit das Gebot der Stunde ist. Auch für Korruption und Gewalt gibt es in der Lebensführung der Jaina keinen Platz.
Die Heiligen der Jaina haben zu allen Zeiten versucht, die Harmonie zwischen den unterschiedlichen religiösen Vorstellungen zu erhalten und religiöse Konflikte zu lösen. Deshalb hat der Jainismus bis heute überlebt.
Acharya Tulsi hat eine Bewegung namens Anuvrat initiiert. Anu heißt klein, und Vrat heißt Gelübde. Anuvrat ist ein Leitfaden für ethisches Verhalten, das den Menschen erst zum wahren Menschen macht. Die Grundlage von Anuvrat ist die Vorstellung von der Einheit und Gleichheit aller Menschen. Niemand ist mächtig oder ohnmächtig, wird hoch angesehen oder gering geschätzt, alle Menschen sind gleichwertig. Schließlich ist ein Mensch eben ein Mensch.
Ein anderer Aspekt von Anuvrat ist der sparsame Umgang mit den materiellen Ressourcen des Planeten. Man sollte davon nicht mehr in Anspruch nehmen, als man wirklich braucht. Wir sollten uns dessen bewusst sein, dass die materiellen Ressourcen nicht nur für uns allein bestimmt sind, sondern für die gesamte Menschheit. Wenn wir ein bisschen weiter gehen, kann man sogar sagen, dass sie für alle Lebewesen sind, die auf diesem Planeten beheimatet sind. Doch Einige haben sich dieser Ressourcen bemächtigt und nutzen sie nur zur Steigerung ihres persönlichen Komforts. Die Folge ist eine wachsende Kluft zwischen Arm und Reich. Diese Ungleichheit ist der Hauptgrund für viele gegenwärtigen Unruhen.
Wir sollten darüber nachdenken, wie man sich trotz unterschiedlicher Denkweisen gegenseitig verstehen kann. Der Geist des Menschen ist unabhängig. Deshalb ist es unmöglich, dass alle Menschen in der gleichen Weise denken. Wenn wir anfangen, diese Freiheit des Denkens als gegen uns gerichtet anzusehen, entstehen große Probleme. Wir sollten lernen, die Freiheit des Denkens zu respektieren. Eigentlich sollten wir die Meinungsvielfalt begrüßen, denn der Mensch ist keine Maschine. Jeder hat seinen eigenen Kopf, seine eigenen Auffassungen. Wir sollten das respektieren und nicht als Bedrohung sehen.
Acharya Tulsi hat das in den 11 Verhaltensrichtlinien berücksichtigt, die er im Anuvrat Verhaltenskodex aufgestellt hat. Dieser ist nicht nur ein mentales Training in Gewaltlosigkeit, sondern ein Muss für jeden Menschen, egal in welcher Position er ist:
Ich werde kein Lebewesen töten.
Ich werde niemals jemanden angreifen oder Angriffe auf andere unterstützen, sondern mich immer für Frieden und Abrüstung einsetzen.
Ich werde mich weder an gewalttätigen Bewegungen, noch an destruktiven Aktionen beteiligen.
Im Glauben an die Gleichheit aller Menschen werde ich niemanden im Hinblick auf Hautfarbe, ethnische Herkunft oder soziale Stellung diskriminieren.
Ich werde in Glaubensfragen Toleranz praktizieren.
Ich werde mich in allen beruflichen und privaten Situationen ethisch verhalten.
Ich werde sexuelle Disziplin üben (Monogamie).
Ich werde mich gegen Unrechtmäßigkeiten bei Wahlen einsetzen.
Ich werde mich gegen unethisches Verhalten in der Gesellschaft und gegen die Verbreitung von Aberglauben einsetzen.
Ich werde keine legalen oder illegalen Drogen konsumieren.
Ich werde ein sozial-orientiertes, umweltbewusstes Leben führen.
Anuvrat arbeitet langfristig auf eine Reform der Gesellschaft hin, damit diese Welt ein besserer Platz zum Leben wird. Die Anuvratbewegung tendiert weder zu übertriebener Askese, noch zu extremem Materialismus, sie bemüht sich um eine ausgeglichene Haltung der Menschen. In ihrer Konzeption ist sie universal. Weder auf eine bestimmte Religion, noch auf eine bestimmte Glaubensgemeinschaft zugeschnitten, wendet sie sich strikt gegen jede Form von Sektierertum.
Solange der Mensch nicht aufrichtig, rechtschaffen und menschlich wird, kann er auch nicht religiös sein. Die Anuvratbewegung möchte mit ihrem Verhaltenskodex viele Menschen weltweit zur Bildung eines ganzheitlichen humanen Charakters und zu einem Leben auf der Grundlage ethischer Werte anregen.
Die Anuvratas (Kleine Gelübde) haben viele dazu inspiriert, ein Bewusstsein für die Notwendigkeit einer auf ethischen Werten basierenden Lebensführung zu entwickeln. Dennoch ist es nicht einfach, diese in das Alltagsleben zu integrieren. Obwohl das Ablegen der kleinen Gelübde weit verbreitet ist, treffen die Menschen dennoch weiterhin moralische Fehlentscheidungen und handeln unethisch. Die Anerkennung eines abstrakten Wertes ändert die Geisteshaltung noch lange nicht. Für eine wirkliche Veränderung brauchen wir praktische Anleitungen. Acharya Mahaprajna hat mit der Preksha Meditation eine leicht erlernbare Grundlage für alle Menschen entwickelt, die sich in ihrer körperlichen und geistigen Einstellung grundlegend verändern möchten.
Es schon schwer genug, ein System zu verändern, doch Individuen und somit die Gesellschaft zu verändern, ist noch schwieriger. Preksha Meditation bewirkt eine innere Reinigung und unterstützt die Entwicklung von Selbstvertrauen, Toleranz und Geduld. Sie initiiert einen Prozess, der jedem emotionale Ausgeglichenheit, bzw. Management der Emotionen ermöglicht.
In der Preksha Meditation schaut man nach innen und nimmt sich selbst statt der Außenwelt wahr. In den letzten 35 Jahren ist sie integraler Bestandteil des Alltags vieler Menschen weltweit geworden.
Die meisten Menschen, die Preksha Meditation praktizieren, sind 40 Jahre und älter. Für die Jüngeren hat Acharya Mahaprajna in der ‚Wissenschaft vom Leben’ ein detailliertes Curriculum entworfen, das sich auf die Bildung der Gesamtpersönlichkeit bezieht und die mentale, intellektuelle, emotionale und physische Entwicklung einschließt.
Acharya Mahaprajna konzentriert seine Aufmerksamkeit auf eine globale Bewegung der Gewaltlosigkeit. Am 5. Dezember 2001 hat er eine einzigartige Pilgerschaft begonnen, die Ahimsa Yatra. Er möchte damit zu sozialen Reformen und internationalem Frieden inspirieren, und mit der Ahimsa Yatra die Botschaft von Gewaltlosigkeit, Brüderlichkeit und Frieden übermitteln. Zu Fuß war er in den indischen Bundesstaaten Gujarat, Haryana, Punjab, Maharashtra, Delhi, Madhya Pradesh und Rajasthan unterwegs und ist es noch.
Ziele der Ahimsa Yatra sind die Transformation negativer Emotionen in positive, Erwecken eines Bewusstseins für Gewaltlosigkeit und die Entwicklung einer auf ethischen Werten basierenden Lebensführung. Acharyashree sagt, dass die aus Armut und Hunger resultierenden Probleme auch die Ursache für Gewalt (Himsa) sind, deshalb müssen sie zuerst gelöst werden. Zudem sollten wir alle Meditationstechniken zur Meisterung unserer Emotionen und Leidenschaften praktizieren. Der Beginn eines globalen Trainings in Gewaltlosigkeit ist dazu unerlässlich.
Acharyashree ist der unerschütterlichen Auffassung, dass ein Anhänger der Gewaltlosigkeit furchtlos, mutig und wild entschlossen sein muss, damit er die Kämpfe und Widerstände durchstehen kann, die sich einem Anhänger der Gewaltlosigkeit in den Weg stellen, damit er sein Ziel aus den Augen verliert.
Die liberale Haltung und Anwendung des Jainismus so wie er hier vorgestellt wurde kann zu einer großen Errungenschaft für die ganze Welt im 21. Jahrhundert werden.
Vortrag vom 13.06.2007, 16:00 – 18:00h, Freie Universität Berlin, FB Geschichts- und Kulturwissenschaften, Institut für Indische Philologie und Kunstgeschichte, Königin-Luise-Str. 34a, 14195 Berlin.