Vorgänger des Homo Sapiens war wahrscheinlich Vegetarier
Editors
02.03.2006
Auf dem diesjährigen Treffen der 'American Association for the Advancement of Science' [Amerikanische Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft] stellte der amerikanische Anthropologe Robert W. Sussman von der Washington-Universität, St. Louis, Missouri, USA, seine Theorie 'Der Mensch als Beutetier' vor. Das Treffen der Gesellschaft fand vom 16. - 20. Februar 2006 in St. Louis statt.
Die Theorie vom Menschen als Beutetier weist Professor Sussman (Link zu englischsprachiger Homepage Prof. Sussmans) zusammen mit seiner Ko-Autorin, Donna L. Hart von der Universität von Missouri, St. Louis, in seinem Buch 'Man the Hunted: Primates, Predators and Human Evolution' anhand von entsprechenden Wunden in Skelettfunden des Australopithecus afarensis (Foto: Wildlife Art/Hessisches Landesmuseum Darmstadt) nach. Damit tritt er der bisher vorherrschenden Auffassung entgegen, soziale Kompetenz und Kooperationsfähigkeit des Menschen hätten sich aus dem gemeinsamen Jagen entwickelt. Er vertritt vielmehr die Auffassung, dieser vegetarische Vorgänger des Menschen, der Australopithecus afarensis ernährte sich von Beeren und Nüssen, habe allein dadurch überleben können, dass er soziale Gruppen bildete oder sich ihnen anschloss. Erst sehr viel später, nach ca. 5 Millionen Jahren, habe sich der Mensch vom Gejagten zum Jäger entwickelt.