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Digambara – Svetambara Jaina

Sanskrit: Digambar (luftgekleidet)
Sanskrit: Swetambar (weißgekleidet)

  • Svetambara - Digambara Jaina

In der Gemeinschaft der Jaina gibt es zwei Hauptrichtungen, die Digambara und die Svetambara Jaina. Digambara-Mönche verzichten auf das Tragen von Kleidung, während Svetambara-Mönche sich mit zwei weißen Tüchern bekleiden. Die Nonnen beider Traditionen tragen weiße Baumwoll-Saris, bzw. die Samanis der Terapanth Svetambara Jaina über den traditionellen Baumwollsaris ein selbstgenähtes weisses Baumwollkleid, auf dem in Nabelhöhe das Jain Mantra "Arham" eingestickt ist.

Die Spaltung der Jaina-Gemeinschaft ist nach Ansicht einiger Forscher Folge einer großen Hungersnot, die das Gebiet des indischen Bihar im ersten Jahrhundert unserer Zeitrechnung heimsuchte. Jedoch ist die Hungersnot als Anlass für die Spaltung der Jaina-Gemeinde nicht verbürgt. Manche Quellen geben als Ursache auch die unterschiedliche Handhabung des 23. und 24. Tirthankara, Parshvanath und Mahavira, in der Bekleidungsfrage an.

In Bihar hatten Parshvanath, der 23. Tirthankara, und Mahavira, der 24. Tirthankara, gelebt und gelehrt. Als die Nahrungsressourcen in Bihar immer knapper wurden, wurde nicht nur die Ernährung der Mönche zunehmend zum Problem, sondern auch die Einhaltung ihrer strikten Ernährungsvorschriften. Bhadrabahu, Oberhaupt der Asketen, wanderte mit einem Teil seiner Mönche nach Karnataka, während der andere Teil mit seinem Schüler Sthulabhadra in Bihar blieb. In der Folge blieben einige der aus Bihar stammenden Mönche in Karnataka, andere kehrten nach Abklingen der Hungersnot nach Bihar zurück.

Angesichts der Notzeiten konnten die in Bihar Verbliebenen nicht mehr alle Vorschriften für das Asketenleben einhalten, wie beispielsweise das mündliche Überliefern der Lehren Mahaviras an jüngere Mönche und die Weitergabe der Inhalte an die Laien. Deshalb wurde der Kanon der Heiligen Schriften auf einem Konzil neu gesammelt und herausgegeben. Nach ihrer Rückkehr erkannten die Mönche aus Karnataka die Beschlüsse dieses Konzils sowie den neu zusammengestellten Kanon der Heiligen Texte nicht an. Es gab zunehmende Differenzen über die Lebensführung von Asketen zwischen den Ausgewanderten und den Daheimgebliebenen.

Die zum Teil bis heute andauernden Differenzen zwischen Digambaras und Svetambaras bestehen in der sozialen Organisation, der Anerkennung der kanonischen Texte sowie in unterschiedlichen Ansichten über Mythologie und Riten.

[Quelle: Helmuth von Glasenapp, Der Jainismus, S. 38-41.]



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