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Jainismus
Sanskrit: Jina (Sieger)
Auch: Jinismus
Religion der Jaina, die den Lehren der Jina/Tirthankara folgen. Auch Religion der Ahimsa genannt, wurde diese Strategie zur erfolgreichen Lebensführung von den 24 Tirthankaras begründet, deren periodisches Erscheinen bis in graue Vorzeiten zurückreicht. Die beiden letzten Tirthankaras, Mahavira (~ 599 v.u.Z.) und Parshvanatha (~850 v.u.Z) gelten als historische Personen. Mahavira war ein etwa 100 Jahre älterer Zeitgenosse des Buddha.
Der Jinismus stellt Strategien für den Sieg über die 5 inneren Feinde zur Verfügung. Diese gelten als Ursache für alle Verwicklungen und zerstörerischen Aktivitäten im Leben:
- Angst
- Gier
- Hass
- Neid
- Zorn
Die Lehren der Tirthankara zeigen der verkörperten Seele (Jiva) den Weg zur Purifizierung und Erleuchtung. Disziplinierte und verantwortungsvolle Lebensführung unterstützt die Evolution des Jiva auf dem Weg zur Befreiung aus dem wiederkehrenden Kreislauf der Geburten und Tode. Alle verkörperten Seelen werden ungeachtet ihrer gegenwärtigen Form als gleichwertig betrachtet.
Seit seinen Anfängen im 7. bis 5. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung entwickelte sich der Jainismus zu einem kulturellen System, das bedeutende Beiträge zu Philosophie und Logik, Kunst und Architektur, Mathematik, Astronomie und Astrologie sowie Literatur des indischen Subkontinents geleistet hat. Wie Hinduismus und Buddhismus ist er eine der ältesten noch bestehenden indischen Religionen. Der Jainismus ist weder eine Hindu-Sekte, noch ein Zweig des Buddhismus, wie frühere Gelehrte irrtümlich annahmen.
Im Jainismus gibt es zwei sich voneinander unterscheidende Hauptzweige, die Digambara und die Swetambara.
Universelle Aspekte des Jainismus
Das Jain Universum ist atomistisch, selbsterhaltend, nicht dualistisch, sondern multiperspektivisch, auch im Sinne einer naturwissenschaftlich gesehen höheren Dimensionalität. Es kennt keinen Urknall und keinen verantwortlichen Schöpfer, wohl aber aus Ursache und Wirkung (Karma) resultierende Realität und lehrt uns deshalb Selbsterfahrung, Selbsterkenntnis, Selbstbefreiung und Selbstverantwortung.
Grundlage der Jaina Ethik/Philosophie/Religion/Lebensstrategie ist das Prinzip der Ahimsa - Gewaltlosigkeit in Gedanken, Worten und Taten. Frieden definiert sich im Jainismus nicht als Gegensatz zum Krieg, sondern aus sich selbst heraus durch das höchstmögliche Maß an Abwesenheit von Gewalt.
Jainismus achtet, respektiert und beschützt alle Lebewesen des Mikro- und Makrokosmos. Eine reine Seele wird zur Wahrnehmung tiefster Wahrheiten als unabdingbar angesehen. Daraus ergeben sich viele Notwendigkeiten im Leben der Jaina.
Jaina Mönche (Munis) und Nonnen (Sadhvis) weihen ihr Leben ganz dieser Lebensweise. Sie sind besitzlos, leben nicht in Klöstern, sondern wandern durch das Land. Unter diesen Bedingungen werden sie von der Gemeinde der Laien als Vorbilder und Lehrer verehrt und ernährt.
Alle Jaina folgen den höchstentwickelten Menschen, den 24 Tirthankaras nach, die sich auf diesem Weg der Selbsterfahrung, Selbsterkenntnis und Selbstbefreiung verwirklicht haben und Erlösung (Moksha) erlangen konnten. Den Schriften ist zu entnehmen, dass sie es letztendlich geschafft haben, die Zeit in einer einzigen Gegenwart zu erfahren und somit allwissend wurden.
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Im Jainismus sind Tiere als Nahrung undenkbar.
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Jaina wählen zur Vermeidung von unnötiger Ausübung von Gewalt nach Möglichkeit Berufe, bei deren Ausübung sie so wenig wie nötig den Lebensraum anderer Lebewesen, seien es Menschen, Tiere oder Pflanzen, beeinträchtigen oder gar zerstören.
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