Homepage der Edition 2  

Homepage der Edition 1
english  
...Lade Navigation...
 
...Lade Navigation...
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Willkommen

auch das Universum befindet sich noch in Entwicklung


Jainismus

Jainismus

GEWALTLOSIGKEIT
das Grundgesetz im Jainismus


 

2008 Karuna’s Jaipur Tour – [02] Anuvibha Bhawan

Editor Karuna Jain

01.08.2008

previous
2008 Karuna’s Jaipur Tour
next

 

26.06.2008

 

2078 At Anuvibha Bhavan
Salil Lodha war der erste, den ich im Anuvibha Bhawan traf.

Kaum aus dem Auto gestiegen, traf ich schon einen Freund! Salil Lodha, den wir seit langem kennen & der uns täglich die Neuigkeiten aus Jaipur in Hindi schickt, begrüßte mich mit den freundlichen Worten: „Willkommen im Anuvibha Bhawan, Karunaji!“ Was für ein Willkommensgruß an einem Ort, an dem man noch nie war!

2079 At Anuvibha Bhavan
Sanjeev Bothra (r), Salil Lodha (l) und Arpit Dubey.

Hinter mir ertönte so etwas wie ein amüsiertes Kichern, Sanjeev war gekommen & hatte die kleine Szene mitgekriegt. In meinem Rücken hörte ich jemanden sagen: „Erkennst du mich?“ Als ich mich umdrehte, sah ich Arpit Dubey, dem wir 2005 in Ladnun fast täglich begegnet sind. Wie sollte ich ihn nicht mehr kennen? Aber komisch war es schon, an diesem Ort so vielen Freunden zu begegnen. Alle drei, Sanjeev, Salil und Arpit waren bereit für ein Foto zu posieren. Sanjeev kommentierte: „Schön, mal vor der Kamera zu stehen.“ Sonst steht er immer dahinter. 

2080 At Anuvibha Bhavan
Shivani Bothra (m), Freundin & Gastgeberin während meines Jaipur Aufenthaltes, mit Sadhvis Kalplata & Jinprabha aus der Gruppe von Sadhvi Rajimati.

Hinter mir rief jemand meinen Namen. Es war Shivani, die zwei Nonnen aus der Gruppe von Sadhvi Rajimati getroffen hatte, die sie fast täglich besuchte: „Seit sie in Jaipur sind,“ erklärte sie mir lächelnd, „ist der Besuch bei Sadhvi Rajimati zum festen Bestandteil meines Tagesablaufs geworden. Sie inspiriert mich immer wieder neu. Nachdem ich sie besucht habe, fühle ich, wie sich der bessere Mensch in mir ausbreitet und wächst. Ich komme so gern hierher, weil ich mich dann an diesen besseren Menschen erinnere und ihn im Alltagsgeschehen nicht mehr so schnell wieder vergesse. Wenn ich es einmal nicht schaffe herzukommen, komme ich am folgenden Tag. Aber nur selten lasse ich einen Tag aus. Ich glaube, dass wir diesen besseren Menschen in uns zu oft vergessen. Doch wir brauchen ihn, denn er unterstützt uns mit aller Kraft dabei, das vollbringen zu können, warum wir hier sind.“

Mit flinken Füßen eilten die beiden Nonnen davon. Bevor ich den Mönchen und Nonnen persönlich begegnet bin, hatte ich die Vorstellung, dass sie sich nur langsam bewegen, wenn überhaupt! In dieser Annahme haben sich innere und äußere Realität des menschlichen Lebens vermischt. Im Inneren nehmen die Mönche und Nonnen sehr ruhig und ausgeglichen alles wahr, was geschieht. Auf dieser Grundlage führen sie auch ihre Handlungen aus. Äußerlich betrachtet allerdings hasten, eilen, ja rauschen sie mit einer Geschwindigkeit durchs Leben, bei der man Mühe hat mitzuhalten. Das ist so, weil sie sich soviel wie möglich zu erledigen vorgenommen haben. Sie integrieren damit das Bewusstsein von begrenzt verfügbarer Lebenszeit und verfügbarem Lebensraum in ihren irdischen Alltag, wohl wissend, dass jede körperliche Handlung diesen Bedingungen unterworfen ist. Die Mehrheit von ihnen hat diese Wachheit für die Realitäten des Lebens schon von Kindesbeinen an, was nicht zuletzt ihre Entscheidung maßgeblich beeinflusst hat, ein spirituelles, der Verwirklichung von Gewaltlosigkeit geweihtes Leben zu führen, was unter Berücksichtigung dieses Aspekts nicht nur eine verständliche, sondern sogar logische Folge ist.

Die anderen waren weiter gegangen, und ich fand mich plötzlich allein an der Ecke. Ich nutzte die Gelegenheit zu einer genauen Betrachtung der Umgebung und fand sogleich einen der so häufig im Leben auftretenden Widersprüche direkt vor meiner Nase. Gegenüber dem Anuvibha Bhawan war eines der modernsten und größten Einkaufzentren Jaipurs aus dem Boden geschossen. Ausgestattet mit einer riesigen Leinwand liefen dort pausenlos die neuesten Werbespots, was besonders sonntags Scharen männlicher Bewunderer um die 20 anlockte. Mir erschien dieser Gegensatz wie die Verkörperung der materiellen und der immateriellen Welt im Leben von uns Menschen. Beide Welten existierten friedlich nebeneinander, ohne sich viel umeinander zu kümmern. Ein harmonisches Gleichgewicht zwischen beiden herzustellen scheint mir eine der dringlichsten Aufgaben der Menschen im 21. Jahrhundert.

Mit einem Mal verspürte ich den dringenden Wunsch, zu dem Raum zu eilen, in dem Acharya Mahaprajna sich aufhält. Ich eilte los, ohne zu wissen, wohin. Doch schien mir mein Ziel auf die Stirn geschrieben zu sein, denn alle, die mir begegneten, zeigten stumm in eine Richtung, die sich auch als mein Ziel herausstellte. Dank ihrer Mithilfe hatte ich es geschafft dort anzukommen, ehe die Türen geschlossen wurden. An diesem Nachmittag nämlich entzog sich der Acharya für einige Zeit den Blicken der Öffentlichkeit.

2351 H.H. Acharya Mahaprajna

Als ich vor dem Acharya stand, begrüßte er mich sogleich mit meinem Namen und schenkte mir sein einzigartiges Lächeln. Als ich in seine Augen schaute, fühlte ich mich von tief innen heraus sehr glücklich. Mit großer innerer Beteiligung, aber sehr wenigen Worten – vielleicht nur: „Why Meditate ist fertig“ – kommunizierte ich ihm den Prozess der Übertragung seines Buches ins Deutsche, insbesondere in die mit unserer Sprache verbundene Denk- und Sichtweise, was bei diesem Buch deshalb sinnvoll ist, weil es sich nicht um Literatur handelt, sondern um die Veranschaulichung einer zur Anwendung empfohlenen Methode, sozusagen eine spirituelle Bedienungsanleitung. Als ich mich entschlossen hatte, die Einladung zur Teilnahme an einem Preksha Meditationscamp anzunehmen, kam mir sogleich der Gedanke, dass ich versuchen sollte, die Arbeit an „Meditieren – warum?“ vor der Abreise fertig zu stellen, was in erstaunlich kurzer Zeit auch gelungen war.

In messbarer Zeit war die Begegnung sehr kurz und dauerte vielleicht maximal zwei Minuten. Doch sie berührte mich bis tief ins Innere, bis dorthin, wo die Quelle meiner Freude immer stärker zu sprudeln begann. Ich fragte mich, warum wir so häufig unsere Zeit mit Dingen vergeuden, die dafür sorgen, dass die von ihnen ausgehenden störenden Nachwirkungen uns noch lange beschäftigen. Sie binden unsere Energien an Inhalte, die nichts mit der inneren Realität zu tun haben, die uns wirklich etwas angeht. Ich nahm mir vor, meinen Aufenthalt dafür zu nutzen, eine Methode herauszufinden, wie man sich im Alltag den Zugang zu dieser Quelle der inneren Freude offen halten kann. Das tiefe Verständnis in den Augen des Acharyas war mir Ermutigung und Inspiration zugleich, verriet es doch, dass er schon lange kannte, was ich in seiner Gegenwart gerade erfahren hatte. Vor allem wusste ich sofort, dass er mich die Offenheit lehren konnte und würde, die ein in diesen Dingen unerfahrener Mensch wie ich noch nicht wagte. Innere Freude war bisher etwas gewesen, das mir zerbrechlich und beschützenswert galt und um deren Quelle ich vorsorglich hohe Mauern errichtet hatte, ohne zu ahnen, dass ich mir damit selbst den Zugang verbaut hatte.

 

2440 Muni Dulheraj
Muni Dulheraj

2189 Muni Kishan Lal
Muni Kishan Lal

Nachdem sich die Türen zum Raum des Acharyas hinter mir geschlossen hatten, ging ich zu Muni Dulheraj und anschließend zu Muni Kishan Lal. Ihre authentische, fast bodenständige Gegenwart reiht sich immer nahtlos an die vorherigen Begegnungen unabhängig davon, wie lange sie zurück liegen. Ihre bloße Präsenz verleiht zudem Erfahrungen wie der gerade geschilderten die angemessene Realitätsebene sowie Wahrhaftigkeit, weil sie diese für uns Laien seltenen Erlebnisebenen zur Hauptsache in ihrem Leben machen & sich deshalb einfach gut damit auskennen, wie man angemessen damit umgeht. Ohne Übertreibung kann gesagt werden, dass ich wieder einmal auf der Erlebnisebene die Qualität der starken Wechselbeziehung zwischen Laien und Ordinierten erfahren durfte. 

Draußen traf ich Shivani & Sanjeev wieder, die inzwischen ihren Freund Rudi Jansma getroffen hatten. Rudi ist nicht nur schon lange mit Dr. S. L. Gandhi befreundet, sondern unterstützt ihn auch aktiv in seiner Tätigkeit mit Editieren von englischen Artikeln und dergleichen. Kurz nachdem wir im Haus der Familie Bothra eingetroffen waren, hatte Shivani ihn angerufen („Er ist einguter Freund, du musst ihn unbedingt kennenlernen“) & wir hatten telefonisch vereinbart, gemeinsam zu Dr. Gandhi zu gehen, der sein Büro im Anuvibha Bhawan hat, während Shivani & Sanjeev Shivanis Mutter vom Flughafen abholten. Als wir uns zum erstenmal trafen, kam es mir vor, als würde ich Rudi schon ewig kennen und freute mich darüber, in so kurzer Zeit einen guten Freund gewonnen zu haben. Es gab in mir nicht einmal die Spur eines Verwunderns, in Gegenwart erleuchteter Menschen ist alles möglich. Sie machen das immense Potential des Lebens transparent mit all den vielen Möglichkeiten, die es in sich birgt. Das wirkt wie eine Initialzündung, macht einen auf einen Schlag wach & schärft die Wahrnehmungsfähigkeit in wirklich unvorstellbarer Weise – man muss es erleben, wenn man wissen möchte, wie es sich anfühlt.

 

2087 At Anuvibha Bhavan
Karuna Jain & Dr. S. L. Gandhi

Dr. Gandhis Büro ist im Untergeschoss des Anuvibha Bhawans, eine kluge Wahl, denn dort ist es am kühlsten, sozusagen die Hierarchie der Platzierung mit der Spitze nach unten. Hier arbeitet er seine Ideen aus und von hier aus wird das Gedankengut verbreitet über einen Lebensstil, der die Abkehr von der Gewalt thematisiert und auch andere dafür gewinnen möchte, national und international. Das wird sich beispielsweise in der “VII International Conference On Peace And Non-violent Action” (VII. Internationale Konferenz über Frieden und Handeln ohne Gewalt) manifestieren, zu der die Vorbereitungen jetzt gerade anlaufen. Rudi Jansma, der freundlicherweise die Fotos gemacht hat, wird auch hier mitarbeiten und auf diese Weise das auch von ihm mitgetragene Gedankengut verbreiten helfen.

2091 At Anuvibha Bhavan
Karuna Jain & die Mitarbeiter von Anuvibha  (v.l.): S. K. Sharma, Kishore Jethanandani, H. L. Maheshwari, Shiv Kumar Gupta.

Zum Schluß habe ich noch die Mitarbeiter von Anuvibha besucht, die unermüdlich für die reibungslose Erledigung der anstehenden Aufgaben sorgen. Kaum zu glauben, dass die international bekannte Organisation mit so wenigen Mitarbeitern so viel auf die Beine stellt!

Es war für uns alle ein langer Tag gewesen, und es wurde allmählich Zeit, in das Haus der Familie Bothra zurückzukehren. Shivanis Mutter hatte Sadhvi Rajimati inzwischen besucht, und wir machten uns nun alle auf den Heimweg. Voller Freude und Dankbarkeit stärkten wir unsere Körper mit dem köstlichen Abendessen an dem großen Esstisch, der für solche Gelegenheiten offensichtlich gemacht war.


previous
2008 Karuna’s Jaipur Tour
next



Startseite nach oben

© 1997-2006 HereNow4U | Gästebuch |


HereNow4U durchsuchen:
powered by
WIKIPEDIA durchsuchen:
Willkommen

auch das Universum befindet sich noch in Entwicklung



NEWSLETTER