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Jainismus

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das Grundgesetz im Jainismus


 

2008 Karuna’s Jaipur Tour – [06.1] Preksha Meditation Camp (1)

Editor Karuna Jain

15.08.2008

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29.06.2008

 

Früh am nächsten Morgen verließen wir das Haus. Kanchanji & ich hatten nur kleine Taschen mit dem gepackt, das wir für das Camp als notwendig erachteten. Premji & Shivani & Sanjeev begleiteten uns zu den “Kingwin Filmstudios”, wo die Teilnehmer des Meditationscamps untergebracht werden sollten. Kanchanji & ich waren im gleichen Zimmer, worüber wir uns sehr freuten. Über 60 Teilnehmer, ein Drittel davon Frauen, versammelten sich allmählich in der Eingangshalle der „Kingwin Filmstudios“, wo wir in Air Condition Zimmern untergebracht werden sollten.

2218 Preksha Meditation Camp
Kanchan Baid & Karuna Jain nach der Registrierung für das Preksha Meditationscamp.

2222 Preksha Meditation Camp
Der Bus, mit dem die Campteilnehmer zum Anuvibha Bhawan gefahren wurden & Blick auf den Eingang der Unterkunft.

 

Wir ließen das Gepäck in der Obhut der Veranstalter & stiegen in den Bus zum Anuvibha Bhawan. Die „Kingwin Filmstudios“ sind ein hotelähnlicher Gebäudekomplex, dessen Nachtbeleuchtung ihm durchaus das Flair eines Filmstudios verleiht. Darüber hinaus schien es die bevorzugte Unterbringungsmöglichkeit für Teilnehmer an Ereignissen des Terapanth Sanghs zu sein, denn auch die Teilnehmer an der Konferenz der Berufstätigen waren hier untergebracht gewesen. Ihr Check-out war noch nicht fertig, weshalb wir noch nicht das Gepäck in unsere Zimmer tragen konnten. Doch es bestand kein Grund zur Eile, das Camp würde noch 8 Tage dauern & die Sachen brauchten wir tagsüber nicht.

 

2224 Preksha Meditation Camp
Erstes gemeinsames Frühstück der Campteilnehmer

 

Dann freuten wir uns alle auf das erste gemeinsame Frühstück, in gewisser Hinsicht auch eine Gelegenheit sich kennen zu lernen. Die Teilnehmer waren aus allen Altersgruppen & sozialen Zusammenhängen. Alle schienen sehr diszipliniert & sprachen nicht viel, Kanchanji & ich auch nicht. Wir alle waren in dem Bewusstsein vereint, dass der Austausch vieler Worte nicht unbedingt in einem Meditationscamp stattfinden muss.

 

2232 Preksha Meditation Camp
Die Campteilnehmer erhalten die traditionelle indische Begrüßung: Tilaks

 

Nach dem Frühstück bekamen wir alle Punkte aus roter Farbe, Mehl & Reis auf die Stirn, Tilaks. Dann wurden wir zur Eröffnungsveranstaltung in die große Versammlungshalle im Erdgeschoss gebeten. Dort war extra für die Campteilnehmer ein Bereich reserviert, eine Aufmerksamkeit der Veranstalter, die zu schätzen weiß, wer die Massen kennt, die am Sonntagmorgen in die Versammlungshalle strömen. Plötzlich stand ein kleines Mädchen vor mir und flüsterte: „Du sollst mal zu Samani Mangal Pragya kommen.“

 

2234 Preksha Meditation Camp
Die Rektorin der Jain Vishva Bharati Universität Ladnun, Dr. Samani Mangal Pragya, & Dr. Raj Sethia, perfekt deutsch sprechender Generalsekretär der Terapanthi aus Kolkata.

 

Samani Mangal Pragya begrüßte mich lächelnd und sagte: „Ich glaube, ihr solltet euch unbedingt kennen lernen.“ Wobei sie mir Dr. Raj Sethia vorstellte. Dr. Sethia sprach mich in perfektem Deutsch an! Bevor ich mich von meiner Überraschung erholt hatte, erzählte er mir, dass er während seiner Studienzeit 7 Monate am Goetheinstitut Göttingen deutsch gelernt habe. „Und,“ fügte er schmunzelnd hinzu, „ich dachte mir, dass du dich darüber freust, wenn du in einer dir so vertrauten Umgebung auch vertraute Laute hörst.“ Sehr wahr, Dr. Sethia, und vielen Dank.

 

2237 Preksha Meditation Camp
Die Zuhörer erheben sich von ihren Plätzen, sobald die Ankunft Acharya Mahaprajnas angekündigt wird.

Als Acharya Mahaprajna kam, war ich auch gerade wieder zurück. Acharya Mahaprajna sprach besonders die Konferenz- und Meditationscampteilnehmer an. Letzteren sprach Yuvacharya Mahashraman etwas vor, das alle nachsprachen, außer mir. Ich verstand es ja nicht. Später erfuhr ich, dass es so etwas wie ein Gelöbnis war, sich strikt an die Regeln des Camps zu halten, an allen Veranstaltungen teilzunehmen, sich nichts von draußen zu essen zu kaufen, nur zu sprechen, wenn es unbedingt nötig ist & mit allen Situationen, die das Leben in dieser Woche bietet, zurechtkommen zu wollen. Nach dem Gelöbnis verließen wir die Versammlungshalle & gingen ins Untergeschoss, wo die Meditationshalle ist. Dort informierte man uns, dass wir erst am nächsten Tag Acharya Mahaprajna vorgestellt werden würden & stattdessen nach dem Mittagessen um 14:00 eine von Sadhvi Rajimati geleitete Meditationssitzung stattfinden würde.

 

2242 Preksha Meditation Camp
Sadhvi Shubrayasha leitete die erste Meditationssitzung.

Sadhvi Shubrayasha führte vor der Meditation alle, die sie noch nicht beherrschten, in die Kunst des richtigen Atmens ein. Dann demonstrierte sie sofort, wie man sich tief versenkt & nahm uns alle durch die Intensität ihrer Konzentration mit in diese Tiefe. Sie zeigte uns damit den Weg dorthin, wo die Wahrheit zu finden ist. Dazu brauchte sie kaum Worte, sondern gab uns sanft die Richtung an, friedlich, doch genau wissend, wo entlang. Ich erlebte ein Verstehen ohne alle Worte, denn die Sprache verstand ich nicht. Fast kam es mir vor, als wären die Schwingungen, die von ihr ausgingen, mächtiger als alle Worte. Ich vertraute mich ihnen an, war überrascht wie stark sie mich trugen und freute mich auf weitere Erfahrungen dieser Qualität. Nach dem Essen würde Sadhvi Rajimati die Meditation führen.

2251 Yuvacharya Mahashraman
Yuvacharya Mahashraman

Nach der Teepause wurden wir gebeten uns dem Yuvacharya vorzustellen & somit auch einander. Schon hatten sich Zusammengehörigkeitsgefühl und Gruppenidentität entwickelt. Immer noch waren nur wenige Worte gewechselt worden. Einige Teilnehmer hatten schon das Leuchten des inneren Lichtes in den Augen. Viele unterschiedliche Menschen waren in der Absicht vereint, aus der Alltagsroutine herauszutreten und die inneren Schätze zu entdecken. Niemand von uns war auf den ersten Blick besonders auffällig. Wir sind alle Durchschnittsmenschen, keineswegs, was man unter Abenteurern versteht. Dennoch waren wir alle dort, um das größte Abenteuer zu erleben, nämlich der Wahrheit in uns selbst zu begegnen. Allein diese Bereitschaft schaffte Vertrauen zwischen uns.


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