2008 Karuna’s Jaipur Tour – [07] Ehrungen, Besuche & Abschied
Editor Karuna Jain
04.09.2008
2008 Karuna’s Jaipur Tour
06. - 10.07.2008
Letzter Tag des Preksha Meditationscamps
Öffentliche Vorstellung von Acharya Mahaprajnas neuem Buch in Anwesenheit des früheren Vizepräsidenten Indiens, Shri Bhairon Singh Shekhawat.
Sonntag, den 6. Juli war der letzte Tag des Meditationscamps. Teilnahmezertifikate wurden ausgegeben, und nach dem Mittagessen verstreuten sich alle wieder dahin, woher sie gekommen waren.
In der großen Versammlungshalle des Anuvibha Bhavan wurde an diesem Vormittag das neue Buch Acharya Mahaprajnas vorgestellt. Der ehemalige Vizepräsident Indiens, Shri Bhairon Singh Shekhawat, lebt in Jaipur & war eigens gekommen, um das Buch der Öffentlichkeit vorzustellen.
Aus der ersten Reihe ließ es sich gut fotografieren.
Vor Beginn der Kayotsargasitzung an diesem Morgen wurde ich nach oben in die Halle gerufen. Dort erfuhr ich, dass man mich ehren wollte. Man bat mich deshalb auch dort zu bleiben. Während der Zeremonie konnte ich in der ersten Reihe gute Fotos machen.
In Gegenwart Acharya Mahaprajnas, Yuvacharya Mahashramans & des ehemaligen Vizepräsidenten Indiens wurde ich geehrt.
Als die Vorstellung des Buches zu Ende war, überreichte mir eine Dame die Ehrung aus Holz mit einem Foto Acharya Mahaprajnas. Direkt nach der Vorstellung des Buches geehrt zu werden, war mir eine zusätzliche Ehre zu der Ehrung. Schreiben kann ich leider nichts weiter darüber, die Sprachbarriere türmte sich wieder auf.
Rudi Jansma
Treffen mit Dr. S. L. Gandhi & den Menschen, die mit ihm zusammenarbeiten
Als das Camp zu Ende ging, war nur noch eine Woche Zeit für Besuche & Begegnungen. Das war kaum zu schaffen, aber dank der tatkräftigen Logistikunterstützung der Familie Bothra gelang es doch. Das erste Treffen am Sonntagnachmittag war mit Dr. Rudi Jansma & Dr. S. L. Gandhi. Dr. Jansma stammt aus Holland und lebt schon seit längerem in Jaipur. Er übergab mir eine Foto-CD von der 6. Internationalen Konferenz über Frieden und gewaltloses Handeln im Dezember 2007 im „Palast der Kinder“ in Rajsamand, Rajasthan.
Besuch bei Prof. Gelra
Der nächste erwähnenswerte Besuch galt Professor Gelra. An diesem Tag hatte seine Frau Geburtstag, beging ihn aber mit der in Indien zu solchen Anlässen üblichen Bescheidenheit. Es gab leckeren Geburtstagskuchen und gute Gespräche. Seit langem ist es Prof. Gelras großer Wunsch, dass an der Jain Universität in Ladnun regelmäßig Deutschkurse angeboten werden. Vielleicht fühlt sich ja jemand dazu inspiriert darüber nachzudenken, wie das realisiert werden kann.
In den Archiven der Jain Universität werden noch immer die Originalmanuskripte Prof. Hermann Jacobis von der Humboldt Universität zu Berlin aufbewahrt, die er angefertigt hat, als er vor fast 100 Jahren Texte aus dem Prakrit ins Deutsche übersetzte und anhand dieser Texte nachwies, dass der Jinismus eine von Buddhismus & Hinduismus unabhängige eigene Philosophie und Lebensstrategie ist.
Für detaillierte Überlegungen zu diesem Thema schlug Prof. Gelra ein Treffen mit Acharya Mahaprajna und Yuvacharya Mahashraman vor. Dank der Initiative unseres Freundes Balwant Mehta wurde für den nächsten Morgen ein Gesprächstermin ausgemacht. Prof. Gelra konnte leider nicht dabei sein, er musste nach Jodhpur.
Acharya Mahaprajna &Yuvacharya Mahashraman arbeiten mit einigen Mönchen an einem philosophischen Text, dem Bhagavati Sutra.
Als ich am nächsten Morgen zu dem vereinbarten Treffen kam, waren Acharya Mahaprajna & Yuvacharya Mahashraman mit einigen Mönchen dabei, den Bhagavati Sutra durchzuarbeiten. Sie waren völlig in die Arbeit vertieft. Kein Wort wurde gewechselt. Wenn einer der jungen Mönche etwas klären wollte, wartete er, bis sich die Aufmerksamkeit seines Lehrers auf ihn richtete.
Gespräch mit Acharya Mahaprajna & Yuvacharya Mahashraman
Acharya Mahaprajna & Yuvacharya Mahashraman nahmen sich mehr als eine halbe Stunde Zeit für das Gespräch. Sie würden die Einrichtung eines regelmäßigen Deutschkurses an der Jain Universität Ladnun befürworten, wenn alle Fakten evaluiert & in einer ausführlichen Projektbeschreibung nachzuvollziehen wären.
Die Evaluierung der Fakten müsste auch alle die Situation bestimmenden Determinanten enthalten. Die Jain Universität liegt in einer abgelegenen Gegend am Rand der Wüste Thar und hat eine eher noch zu entwickelnde Kommunikationsstruktur, verfügt nur über begrenzte Mittel und liegt in einem agrarwirtschaftlich geprägten Umfeld. Seitens der Universität gibt es seit längerem Bestrebungen, insbesondere die Kommunikationsstruktur mit der Welt zu verbessern und innerhalb der Institution ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, dass international der Wunsch nach soliden Informationen über den Jinismus immer weitere Kreise erfasst. Es wird zudem daran gearbeitet, die Universität für die internationalen Standards besonders in sprachlicher Hinsicht zu öffnen, hat sich doch die englische Sprache inzwischen zur Sprache der internationalen Wissenschaft entwickelt. Die meisten Universitäten kommunizieren ihre wichtigen Forschungsarbeiten in dieser Sprache.
Ein internationales Projekt wie die Einrichtung regelmäßiger Deutschkurse könnte gelingen, wenn die Jain Universität ihre Bemühungen weiter verstärkt und sich zunehmend darauf einstellt, internationale Wissenschaftler empfangen & zuverlässig mit ihnen kommunizieren zu können.
Nach seinem Schwerpunkt gefragt, erwähnte Acharya Mahaprajna zwei Aspekte der Verbreitung der Botschaft von der Ahimsa, der Abkehr von der Gewalt: den metaphysisch-philosophischen & den physisch-ökonomischen Aspekt. Meditation ist die geeignete Methode, um den metaphysisch-philosophischen Aspekt individuell direkt zu erfahren. Dafür wurde die Preksha Meditation entwickelt. Gewaltfreie Volkswirtschaft ist das Gebot der Stunde & der Schlüssel zur Harmonie in der Gesellschaft nach Auffassung von Acharya Mahaprajna.
Dr. Ashok Bapna zeigt Shivani und mir die DVD “Reise in die Abkehr von der Gewalt”
Dr. Ashok Bapna ist Gründer und Direktor des “Institut für integriertes Lernen & Management” und hat bereits zwei Konferenzen zum Thema “Gewaltfreie Volkswirtschaft” anberaumt und organisiert. Sie fanden 2005 & 2007 in Delhi und Udaipur statt. In Udaipur begegneten wir uns persönlich im November 2007. Zur Zeit bereitet er die 3. Konferenz unter dem Titel „Dritter internationaler Dialog über gewaltfreie Volkswirtschaft“ im November 2008 vor. Dr. Bapna hatte Shivani & mich dazu eingeladen, ihn in seinem Institut zu besuchen & schenkte uns nach der Vorführung die DVD “Reise in die Abkehr von der Gewalt”.
Aufgeladen mit spirituellen Erfahrungen machte ich mich am Sonntag, dem 13. Juli auf den Weg nach Delhi, von wo aus ich am 14. Juli meinen Heimflug antrat. Während des Fluges erinnerte ich mich daran, gefragt worden zu sein, was denn der Unterschied zwischen den englischsprachigen internationalen Meditationscamps und diesem in Hindi sei. Das Preksha Meditationscamp in Hindi erschien mir authentischer & unmittelbarer. Die Meditation wurde in der Sprache geführt, in der sie auch entwickelt worden war, und auch die Interaktion zwischen den Teilnehmern und den Meditationslehrern wirkte viel intensiver auf mich. Sie kommunizierten in ihrer eigenen Originalsprache, in der auch die Meditation entwickelt worden war. Das schaffte eine größere Nähe untereinander und auch zur Meditation, ohne jedoch die nötige Distanz zu verletzen.
Persönlich freute ich mich sehr darüber, wie gut ich in die Gruppe integriert war, sodass ich mich sehr wohl fühlte. Die Sprache war nicht so wichtig, weil ich seit Jahren Preksha Meditation praktiziere & unterrichte. Wichtig war die Vielzahl der Meditationslehrer, die alle sehr offen waren & und vorbehaltlos dazu bereit, uns nicht nur in ihre spirituellen Schwingungen zu integrieren, sondern uns darauf einzustimmen. Für mich ergab das definitiv eine Zunahme meiner positiven Schwingungen. Vielleicht weil ich alles ausschließlich direkt erfahren konnte, ohne die Sprache zu Hilfe zu nehmen, die ja auch als intellektueller Filter dient.
Gefragt, ob ich das noch einmal tun würde, lautet die Antwort uneingeschränkt JA. Abgesehen von den spirituellen Erfahrungen hat die Teilnahme an dem Preksha Meditationscamp in Hindi meine Toleranz stark erweitert und meine nicht verbale Kommunikation verbessert. Vor allem hat sich meine Wahrnehmungsfähigkeit verfeinert.
ALLEN, DIE ES ERMÖGLICHT HABEN, MÖCHTE ICH VON HERZEN FÜR DIESE UNVERGESSLICHE ERFAHRUNG DANKEN!