Prakrit Jnanabharati International Award - Award Ceremony In Berlin
Editors
28.05.2008
Sonntag, den 25. Mai 2008, fand in Berlin die feierliche Verleihung des "Prakrit Jnanabharati International Award" 2005 and 2006 statt. Der Preis ging an die deutschen Indologen Prof. Willem Bollée (2005) und Prof. Klaus Bruhn (2006). Zwei Gelehrte aus Shravanabelagola, Karnataka, Indien, Prof. Jain, Direktor des renommierten „National Institute of Prakrit Studies and Research “ und Prof. Hampana, Prof. em. der Universität Bangalore, kamen für die Zeremonie eigens nach Berlin gereist. Prof. Bollée kam aus Bamberg in Oberfranken zur feierlichen Preisverleihung nach Berlin. Er wurde von seiner Frau, Professor Annegret Bollée, begleitet. Prof. Annegret Bollée ist die Tochter des verstorbenen Nestor der deutschen Indologie, Prof. Ludwig Alsdorf. Das Ehepaar Bollée verließ Berlin schon am selben Nachmittag wieder, da die indischen Gelehrten am Montag in der Würzburger Universität zu einem Vortrag erwartet wurden, den beide nicht versäumen wollten.
Ajit Benadi, Präsident der Jain Association International (Germany) e.V. und Vorsitzender des Empfangskomitees, war aus der Nähe von Hamburg angereist und hatte trotz der Entfernung eine wunderbare Feier organisiert, die Geist und Atmosphäre aus Indien an die Spree brachten. Am Eingang des indischen Restaurants gegenüber der Technischen Universität Berlin, in dem die Zeremonie stattfand, erwarteten die Preisträger persönlich die Gäste und hießen sie herzlich willkommen, unterstützt von den indischen Gelehrten und dem Vorsitzenden des Empfangskomitees.
Erste Reihe v. l.: Prof. Bollée, Prof. Bruhn, Prof. Jain, Prof. Hampana, Herr Benadi, zweite Reihe: Prof. Lutze , Dipl.-Ing. Gerd Mevissen
Gäste der Berliner, Würzburger, Heidelberger, Münsteraner & sogar der Londoner Universität nahmen an der Zeremonie teil, Prof. Bruhns Familie inklusive beider Enkelkinder und alle an Indologie beruflich oder privat Interessierten, die von dem Ereignis wussten und Zeit hatten.
V. l.: Dipl.-Ing. Gerd Mevissen, Dr. Peter Flügel (SOAS London), im Halbprofil Dr. Jain, Ehefrau von Prof. Jain, Shravanabelagola, Karnataka, Indien.
Für uns war die Feier eine willkommene Gelegenheit, die persönliche Bekanntschaft Prof. Willem Bollées zu machen.
Editor Karuna Jain gratuliert Prof. Willem Bollée zu der Ehrung.
Viele hatten sich bereits in dem Saal versammelt, in dem die Feier stattfinden sollte. Editor Karuna Jain gratulierte Frau Krishna Bruhn zu der gelungenen Ausrichtung der Geburtstagsfeier ihres Gatten mit vielen Gästen vor drei Tagen. Prof. Annegret Bollée sass neben ihr, die beiden in wunderschöne Farben gekleideten Damen kennen sich seit vielen Jahren. Prof. Ludwig Alsdorf, Prof. Annegret Bollées Vater, war der akademische Lehrer Prof. Bruhns.
Faru. Krishna Bruhn (m) machte Editor Karuna Jain mit Prof. Annegret Bollée (l) bekannt. Editor Aparigrah Jain hielt das sogleich in einem Foto fest!
Blick ins Publikum, in der ersten Reihe macht Frau Krishna Bruhn Prof. Annegret Bollée gerade mit ihrer ältesten Tochter bekannt. Es waren viele Gelehrte unter den Anwesenden.
Von der Universität Münster Prof. Bhatt mit Frau, aus Heidelberg Prof. Lothar Lutze, Prof. Heidrun Brückner von der Universität Würzburg, Dr. Peter Flügel von der SOAS der Universität London . Auch Traudel Pandya, langjährige Schülerin von Gurudev Chitrabhanu, war gekommen. Im Hintergrund Herr Sharma, der Besitzer des Restaurants, in dem die Preisverleihung stattfand.
Prof. Prem Suman Jain, Direktor des und Professor am “National Institute of Prakrit Studies and Research” aus Shravanabelagola, Karnataka, Indien, sprach zur Eröffnung der Veranstaltung ein Gebet in Prakrit. Seine gesamte Rede hielt er in Prakrit!
Ajit Benadi, Präsident der Jain Association International (Germany) e.V. und Vorsitzender des Empfangskomitees, hielt anschließend seine Rede in englischer Sprache, wie auch die Redner nach ihm.
Prof. Hampana, der durch die Veranstaltung führte, hielt als nächster dieIntroductory Speech (einführende Rede vor der Verleihungszeremonie).
Prof. Willem Bollée erhielt eine sehr schön gearbeitete Kette aus künstlichen Blumen, so auch Prof. Bruhn.
Herr Benadi verlieh Prof. Bollée einen prächtigen Schal und eine handgearbeitete Kopfbedeckung [in Indien ein Zeichen besonderer Wertschätzung]. Prof. Hampana händigte ihm die gerahmte Urkunde für den Preis des Jahres 2005 und Prof. Jain überreichte ihm eine Halbreliefdarstellung der Göttin Saraswati und einen Umschlag mit dem mit der Auszeichnung verbundenen Geldbetrag (in Euro).
Für den Preis des Jahres 2006 erhielt Prof. Bruhn die Ehrungen.
Prof. Annegret Bollée wurde ein aufwändig bestickter Schal von Dr. Jain (r), der Gattin Prof. Jains, umgelegt, Frau Krishna Bruhn legte sie den kostbaren Schal, den Prof. Hampana noch in der Hand hält, um. Prof. Hampana gab schmunzelnd einen Kommentar, “Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine erfolgreiche Frau.”
In seiner Rede schilderte Prof. Bollée, wie er sein Interesse für die Indologie, insbesondere die Prakrit Sprachen entwickelte und fuhr fort, dass er sich immer besonders darüber freut, wenn Studenten sich für dieses Fach interessieren, das ja schon immer den Ruf einer eher brotlosen Kunst hatte. Gern gibt er Interessierten einen Überblick über das umfangreiche Fachgebiet, der Möglichkeiten zu eigenem Herangehen aufzeigt. Prof. Bollée gab uns freundlicherweise die Genehmigung, seine Rede (in englischer Sprache) im Wortlaut zu veröffentlichen.
Professor Bollée während seiner Rede
Prof. Bollée spendet den mit der Auszeichnung verbundenen Geldbetrag der indologischen Bibliothek der Universität Würzburg. Die Universität Würzburg hat den seinem Wohnort nächstgelegenen indologischen Fachbereich. Nach seiner Rede übergab Prof. Bollée sogleich den Umschlag mit dem Geld an die Lehrstuhlinhaberin für Indologie der Universität Würzburg,Prof. Heidrun Brückner. Prof. Brückner zeigte sich freudig überrascht über diese großzügige Geste. Ihre große Freude ist mehr als verständlich, haben doch die deutschen Universitäten die Auflage, einen rigiden Sparkurs umzusetzen, dem besonders materiell nicht sehr einträgliche Fachbereiche zum Opfer fallen. Die Indologie, insbesondere die Jainaforschung, leiden unter chronischem Geldmangel, zudem erhalten sie zwar von der deutschen Forschungsgemeinschaft zuweilen, aus Indien aber keinerlei materielle Unterstützung. Das ist umso verwunderlicher, als auch die aktuelle indologische Forschung in Deutschland bemerkenswerte Ergebnisse vorweisen kann, die sich großer internationaler Beachtung erfreuen.
Professor Heidrun Brückner, Lehrstuhl für Indologie der Universität Würzburg
Darauf folgte die Rede von Prof. Bruhn, in der er kurz darüber sprach, wie er sein Interesse zu seinem Beruf machte,und mit besonderer Freude über seinen dreijährigen Forschungsaufenthalt Anfang der fünfziger Jahre des letzten Jahrhunderts in Deogarh, Uttar Pradesh, Indien. Die Früchte dieses Forschungsaufenthaltes findet man in dem von ihm verfassten Standardwerk “The Jina Images Of Deogarh” [Die Jinadarstellungen von Deogarh ]. Prof. Bruhn gab uns freundlicherweise die Genehmigung, seine Rede (in englischer Sprache) im Wortlaut zu veröffentlichen
Den mit der Auszeichnung verbundenen Geldbetrag spendet er je zur Hälfte an zwei Wohltätigkeitsorganisationen: An das "Children's Hospital At Shravanabelagola" [Kinderkrankenhaus Shravanabelagola], eine großzügige Geste, die von den angereisten indischen Gelehrten mit großer Freude aufgenommen wurde, und an die "Loomba Foundation" [Loomba Stiftung], die 1997 von Raj Loomba zur weltweiten Unterstützung verarmter Frauen und Kinder gegründet worden ist. Raj Loomba ist eines der sieben Kinder, die seine im Alter von 37 Jahren verwitwete Mutter allein großziehen musste. Sensibilisiert für die oft sehr prekäre Lage von alleinerziehenden Müttern wurde Prof. Bruhn durch die Arbeit an seiner neuesten Publikation, The Predicament of Women in Ancient India
[in etwa: Die missliche Lage der Frauen im Alten Indien]. Daher fand die Fernsehnachricht über eine Auszeichnung Laura Bushs, derzeitige First Lady der USA, von der Loomba Stiftung seine besondere Aufmerksamkeit. Nachdem er über die Loomba Stiftung recherchiert hatte, entschied er sich, sie mit der anderen Hälfte des Preisgeldes zu unterstützen.
Prof. Bruhn während seiner Rede
Diese Halb-Reliefdarstellung der Göttin Saraswati ist Teil des Preises.
Als dann Prof. Hampana zu seinen abschließenden Bemerkungen ansetzte, eilte Prof. Heidrun Brückner zum Podium und bat um das Wort, das er ihr lächelnd erteilte. Prof. Brückner bedankte sich formvollendet im Namen der Universität Würzburg und ihrer Kolleginnen und Kollegen für die großzügige Spende Prof. Bollées, welche die Anschaffung neuerer Standardwerke und Sprachbücher für die Fachbereichsbibliothek ermöglicht.
Prof. Heidrun Brückner dankt Prof. Willem Bollée
Prof. Hampana schloss die Veranstaltung damit, dass er sagte, wie glücklich er sich schätzt, Mitglied der indischen Delegation zu sein, die zur Übergabe der bedeutenden Auszeichnungen an die hochgeschätzten deutschen Gelehrten nach Deutschland gereist ist. Die Gäste schauten sich dann die ausgestellten Bücher an.
Prof. Annegret Bollée hatte das Buch “Vom Ganges zum Himalaya - Indologische Lehr- und Wanderjahre 1930-32" von Prof Ludwig Alsdorf mitgebracht, das sie aus den Tagebüchern zusammengestellt hat, die sich erst vor einigen Jahren im Nachlass ihres Vaters fanden. In diesem Buch beschreibt Prof. Alsdorf als begeisterter junger Indologe Begegnungen mit bedeutenden Persönlichkeiten aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Indien und Orte, die zu jener Zeit noch nicht so einfach wie heutzutage erreicht werden konnten. Das Buch kann bei Prof. Annegret Bollée für 18€ (innerhalb Deutschlands inkl. Versand) unter folgender Emailadresse bestellt werden : willem.bollee@t-online.de
Das Buch “Vom Ganges zum Himalaya” von Prof. Ludwig Alsdorf wurdevon seiner Tochter, Prof. Annegret Bollée, aus den Tagebüchern ihres Vaters zusammengestellt .
Vor dem Eingang versammelten sich alle zu einem Gruppenfoto .
Prof. Willem Bollée (2005) (r) und Prof. Klaus Bruhn (2006) nach der Verleihung des "Prakrit Jnanabharati International Award" in Berlin 2008.
Im Anschluss nahmen die Preisträger zusammen mit den Gästen ein köstliches Mittagessen in reinem nahegelegenen vegetarischen indischen Restaurant ein .
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