Die vorherigen Kapitel der Reihe ‘Dimensionale Sicht' beschäftigten sich auf der imaginären Ebene hauptsächlich mit abstrakten, unbelebten Objekten in einer abstrakten Welt. Das ist hilfreich, um mit grundlegenden Elementen und Regeln in der Sprache der
Des weiteren haben wir uns mithilfe der Regel 'senkrecht zu sich selbst' durch die Dimensionen bewegen gelernt (aufwärts, abwärts).
Bei belebten Objekten hingegen, wie in Flatland – A Romance of Many Dimensions [Flachland - Eine Romanze in vielen Dimensionen] von Edwin Abbott oder in einigen anderen Kapiteln dieser Reihe gezeigt, haben wir den Objekten ein Bewusstsein zugewiesen und die sich daraus entwickelnden Konflikte und Lösungen betrachtet.
Wir haben gesehen, dass sich integere Dimensionalität aus der Null [0] über 1 - 2 - 3 - 4 entwickeln läßt.
Nun könnten wir von integeren (ganzzahligen) zu fraktalen (gebrochenen) Dimensionen wechseln, die in mathematischen Formeln beschreiben, wie sich Prozesse der Natur in Raum und Zeit entwickeln und formen.
Fraktale Dimensionen basieren auf gebrochenen Zahlen (wie z.B. 1,8, einem Wert zwischen 1 und 2) und auf selbstähnlicher Wiederholung.
Benoît Mandelbrot war es, der 1975 Einblicke in die fraktalen Dimensionen durch wunderbare Computer-Animationen ermöglichte und so einer breiteren Öffentlichkeit bekannt machte.
Das Grundelement der Fraktale ist die Wiederholung (Iterationen und Rekursionen). Durch Wiederholungen entstehen so flächen- oder raumfüllende Funktionen mit Ausformungen, wie sie in der Natur vorkommen.
Auch beim Menschen spielt die Wiederholung in Lern- und Bewusstwerdungsprozessen eine wesentliche Rolle, auf die später noch eingegangen wird.
Oder wir nehmen den Weg der Geschichte, der Entwicklung von Kultur und Bewusstsein, das Thema des großen Kulturphilosophen J. M. Gebser [1905-1973].
Laut Gebser entwickelt sich das menschliche Bewusstsein innerhalb einer Struktur und muß dann einen Sprung zur nächsten Struktur bewältigen (Paradigmenwechsel). Dieser Übergang erfolgt also nicht kontinuierlich/linear. Voraussetzungen dafür sind vorbereitende Veränderungen in Körper und Geist.
Die menschlichen Bewusstseinsstrukturen:
Die archaische Struktur
Die magische Struktur
Die mythische Struktur
Die mentale Struktur
Die integrale Struktur
Hier begegnen wir wieder unseren 5 Dimensionen:
Dimension
Jean Marie Gebser
[0D]
Die archaische Struktur
[1D]
Die magische Struktur
[2D]
Die mythische Struktur
[3D]
Die mentale Struktur
[4D]
Die integrale Struktur
Gebser ersetzt Philosophie durch Eteologie (In-der-Wahrheit-Sein):
"Der Ursprung ist immer gegenwärtig. Er ist kein Anfang, denn aller Anfang ist zeitgebunden. Und die Gegenwart ist nicht das bloße Jetzt, das Heute oder der Augenblick. Sie ist nicht ein Zeitteil, sondern eine ganzheitliche Leistung, und damit auch immer ursprünglich. Wer es vermag, Ursprung und Gegenwart als Ganzheit zu Wirkung und Wirklichkeit zu bringen, sie zu konkretisieren, der überwindet Anfang und Ende und die bloß heutige Zeit.”
Jean Gebser, aus dem Vorwort zu "Ursprung und Gegenwart", DVA, 1949
Wer sich in die Texte einlesen möchte, findet hier einige Kapitel online:
Die Entwicklung des einzelnen Menschen ist der Entwicklung der Menschheit als Ganzes selbstähnlich, d.h., sowohl der einzelne Mensch auf seinem Lebensweg, als auch die Menschheit als Ganzes entwickeln sich entlang der o.g. Strukturen von [0D] nach [4D].