Jaina Art & Architecture 10th Jaina Studies Workshop at SOAS
Nach einer kurzen Ruhepause war es Zeit, zur Brunei Gallery aufzubrechen, wo die Jaina Jahresvorlesung stattfinden sollte. Wir waren rechtzeitig genug dort, um ein geeignetes Plätzchen für die Videokamera zu finden (Videos im englischen Teil). Pünktlich um 18:00 ging es los.
Dr. Peter Flügel vom Lehrstuhl des Zentrums für Jaina Studien der SOAS, Initiator der Veranstaltung und Repräsentant des Sponsors SOAS, begrüßte die Versammelten und eröffnete die Veranstaltung mit dem Verlesen seines „Letter from the Chair“ (Schreiben vom Lehrstuhl), aus der Ausgabe 3, März 2008, des Newsletter vom Centre für Jaina Studien. Er war Editor des Newsletters, den er zusammen mit Co-Editor Janet Leigh Foster aus San Francisco, die auch das Design gemacht hat, zusammenstellte.
Die Jnanabharati International Awards der Jahre 2005 und 2006 erhielten zwei deutsche Gelehrte, für das Jahr 2005 Professor Emeritus Willem Bollée von der Universität Heidelberg, für das Jahr 2006 Professor Emeritus Klaus Bruhn von der Freien Universität Berlin. Beide erhielten die Ehrung für ihre Verdienste im Fachgebiet der Prakrit Studien.
HereNow4U gratuliert den beiden Wissenschaftlern von Herzen zu dieser international beachteten Anerkennung ihrer Verdienste um eine Studienrichtung, die Grundlage für die Erforschung des Jinismus ist.
Die Initiative Dr. Anne Vallelys von der Universität Ottawa zur Einrichtung eines Fachbereichs Jain Studien wurde in dem Schreiben, das Peter Flügel vorlas, ebenso erwähnt wie andere erfreuliche Neuheiten aus dem Forschungsbereich. Zudem wurden die Fertigstellung der ersten Druckfassung der Vol. 1-3 des seit mehreren Jahren online erscheinenden „International Journal of Jaina Studies“ und weiterer wichtiger Publikationen bekannt gegeben.
Prof. Olle Qvarnström von der Universität Lund, Schweden, die als Sponsor diese Veranstaltung mit ermöglicht hat, hielt danach seine Willkommensansprache, und SOAS Ehrenpräsident Prof. Clifford White verlieh den Jaina Essay Preis 2006-7 an die Studentin Annie Rowling für ihre Semesterabschlussarbeit “Is the Philosophy of Non-Absolutism only partly or absolutely true?” (etwa: Ist die Philosophie des Non-Absolutismus nur in Teilen oder absolut wahr?), und an den Absolventen Hugh St Aubyn für seine Arbeit “Sallekhana: its place within the Jain religious tradition and the context of its status as voluntary death or suicide” (etwa: Sallekhana: Stellenwert innerhalb der religiösen Jain Tradition und der Kontext seines Status als freiwilliger Tod oder Selbstmord).
Nicholas Barnard vom Victoria and Albert Museum London hielt als Repräsentant einer der Sponsoren dieser Veranstaltung die nächste Ansprache an das Publikum.
Professor Tiwares von der Hindu Universität Benares, Indien, hielt dann den Jahresvortrag über “New Approach to the Study of Jaina Art and Architecture“ (etwa: Neue Herangehensweisen an Kunst und Architektur der Jaina). Für die Jahresvorlesung sind ungefähr 80 Minuten vorgesehen, für die Vorträge während des ganztägigen Workshops jeweils 30 Minuten. Es liegt in der Verantwortung der jeweiligen Vorsitzenden, die Vortragenden 5 Minuten vor Ende ihrer Redezeit daran zu erinnern, dass ihre Redezeit sich dem Ende nähert. Keine angenehme Aufgabe! Aber eine nötige, wenn man alle Vortragenden zu Wort kommen lassen wollte. Ich fand es gut gelöst, dass bei jedem Vortrag jemand anderes den Vorsitz hatte und fühlte mich an die legendär disziplinierten Warteschlangen an Londoner Bushaltestellen erinnert.
Für uns, die wir keine Experten dieser Fachrichtung sind und noch keines der zahlreichen von Prof. Tiwari verfassten Bücher zum Thema gelesen haben, war die Jahresvorlesung sehr informativ. Prof. Tiwari hält Kunst und Architektur der Jaina für einen integralen Bestandteil der indischen Kultur. Er drückte die Hoffnung aus, dass künftige Forschungen auf diesem Gebiet diesen integralen Ansatz stärker berücksichtigen.
Die Zeit verflog, und wir staunten, dass schon 80 Minuten vergangen waren, als Prof. Tiwari seinen Vortrag beendete. Wir genossen nicht nur die Anwesenheit eines Experten aus Indien, der den weiten Weg aus Indien gekommen war, um seine Ansichten persönlich dem Publikum nahe zu bringen, sondern auch die anschließenden Fragen aus dem Publikum. Das Publikum bestand größtenteils aus Experten aus 3 Kontinenten.
In den folgenden 90 Minuten fand in der Brunei Gallery Suite ein Empfang statt, der von einem regen Gedankenaustausch der Teilnehmer geprägt war. Es würde den Rahmen dieses Berichtes sprengen, mehr als eine kleine Auswahl davon hier wiederzugeben.
Prof. Nalini Balbir von der Nouvelle Sorbonne Paris unterhielt sich angeregt mit Dipl.-Ing. Gerd Mevissen von der Freien Universität Berlin. Beide würden am folgenden Tag Vorträge halten. Gerd Mevissen ist uns seit vielen Jahren bekannt, wir kennen uns durch Herrn Prof. Bruhn.
Als wir Prof Tiwari am Vorabend trafen, fragte er als erstes nach Herrn Prof. Bruhn. Prof. Bruhns Buch über seine Forschungen in Deogarh ist noch immer ein Standardwerk. Prof. Tiwari schmunzelte, als wir ihm erzählten, dass Herr Prof. Bruhn arbeitet wie immer. Er nickte und sagte: „So kenne ich ihn. Ich erinnere mich noch an meinen Berlinaufenthalt vor circa 10 Jahren.“
Dr. Robert del Bontà und Janet Foster, beide aus San Francisco, scherzten darüber, dass sie sich in London träfen und tauschten ihre Erfahrungen über Jetlag und Beinfreiheit in Transatlantikfliegern aus.
Wir machten die Bekanntschaft von Manish Mehta aus Detroit von der dortigen Jain Society, unterhielten uns sehr inspiriert mit Nicholas Barnard vom Victoria & Albert Museum London und Raju Shah, der dort seit vielen Jahren einmal wöchentlich ehrenamtlich arbeitet.
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Wir freuten uns über ein Wiedersehen mit Dr. Atul Shah, der 2007 sein Buch “Celebrating Diversity” (etwa: Vielfalt zelebrieren) veröffentlicht hat und mit Devendra Shah von der Oshwal UK Gesellschaft.
Allmählich machte sich bei allen Hunger bemerkbar, und wir machten uns auf den Weg zu einem italienischen Restaurant in Gehweite, wo Tische reserviert waren. Die lebhafte Diskussion setzte sich beim Abendessen fort, die Atmosphäre war entspannt und fröhlich, fast allen hatte es geschmeckt. Als wir zum Indian YMCA aufbrachen, schlossen sich uns Prof. Babu, Prof. Tiwari und Prof. Veluppillai an. Als wir losliefen, wussten wir alle, dass es nicht weit sein konnte. Doch nachts sind alle Katzen grau, und wir mussten jemanden nach dem Weg fragen. Das Hotel war genau um die Ecke!