Jaina Art & Architecture 10th Jaina Studies Workshop at SOAS
Der nächste Tag war ein Samstag, für den Abend hatten wir unseren Rückflug gebucht. Auch Gerd Mevissen flog mit derselben Maschine zurück. Wir freuten uns, noch ein bisschen mehr Zeit mit ihm verbringen zu können, denn in Berlin laufen wir uns fast nie über den Weg, weil wir ziemlich weit voneinander entfernt wohnen und jeweils viel Arbeit haben.
Ursprünglich hatten wir vor, die Samanijis im JVB London Center zu besuchen. Doch sie waren noch nicht aus Indien zurück, und so hatten wir den Tag zur freien Verfügung.
Es regnete und war kalt geworden, ideale Voraussetzungen für einen Museumsbesuch. Wir machten uns also auf zum British Museum, das Gepäck konnten wir bis zur Abreise im Indian YMCA lassen.
Im British Museum wurde gerade die Terrakotta Armee des chinesischen Kaisers in einer Sonderausstellung gezeigt. Das gewaltige Halbrelief in einem Eingangsbereich mit den herrlich leuchtenden Farben gefiel uns an diesem Regentag besonders gut.
Wir schauten uns dann mit vielen anderen internationalen und einheimischen Besuchern in dem riesigen Museum um. Gerd Mevissen fotografierte die Jaina Exponate:
Jainyantra
North India, inscribed and dated Samvat 1688 (AD 1631). The supernaturally powerful qualities both of the written and the spoken word have for a long time been accepted features of Indian religion. The inscription on this yantra, with a Jain mantra at the centre, is in devanagari script suggesting a north Indian provenance. [OA 1880.4057]
Jain Yantra
Dieses Jain Yantra aus Nordindien stammt aus dem Jahr 1688 der traditionellen indischen Zeitrechnung, dem Jahr 1631 unserer Zeitrechnung. Die übernatürliche Kraft des geschriebenen und gesprochenen Wortes war lange ein akzeptiertes Charakteristikum der Religion in Indien. Die Devanagari Inschrift [Devanagari ist eine der Schriftarten des Sanskrit] dieses Yantra mit einem Jain Mantra im Zentrum legt nahe, dass es aus Nordindien stammt.
Jain Tirthankara
Mathura, 3rd century AD. Although it is impossible to identify which Jain teacher is depicted, it is clear from this red sandstone sculpture that from the early centuries AD broad shoulders and tightly curled hair had become established features of depicting Jain teachers. [Secretary of State for India in Council OA 1901.12-24.5]
Jain Tirthankara
Mathura, 3. Jahrhundert. Obwohl nicht bestimmt werden kann, welcher Jaina Lehrer hier dargestellt ist, kann dennoch von dieser Skulptur aus rotem Sandstein gesagt werden, dass seit den ersten Jahrhunderten unserer Zeitrechnung ausladende Schultern und fest gelocktes Haar feste Charakteristika der Darstellung sind.
Jain Tirthankara
Gujarat, 7th-8th century AD. Jainism has been well-established in Gujarat for many centuries, up to the present day. This bronze image shows the teacher with a flaming halo. [OA 1962.7-22.1]
Jain Tirthankara
Gujarat, 7. –8. Jahrhundert. Der Jinismus war und ist bis heute in Gujarat weit verbreitet. Diese Bronzedarstellung zeigt den Lehrer mit einem Heiligenschein aus Flammen.
Tirthankaras Rishabhadeva and Mahavira
Orissa, 11th-12th century AD. The first and the last of the 24 tirthankaras are depicted in this schist sculpture. They are both shown naked, having abandoned all earthly attachments. Orissa was an early and important centre of Jainism. [Bridge Collection OA 1872.7-159]
Tirthankaras Rishabhadeva und Mahavira
Orissa, 11. – 12. Jahrhundert. Der erste Tirthankara Rishabhadeva und der letzte, der 24. Tirthankara Mahavira sind auf dieser Schieferskulptur dargestellt. Beide werden unbekleidet als Ausdruck davon gezeigt, dass sie aller irdischen Verbindungen und jeder irdischen Verbundenheit entsagt haben. Orissa war ein frühes und bedeutendes Zentrum des Jinismus.
Standing Tirthankara perhaps Munisuvrata
Deccan, 12th-13th century AD. The jewelled parasol and the tight and decorated scroll are typical features of Deccan sculpture. [Given by the Rev. Flint, executor of Lady Raffles OA 1869.12-28.172]
Stehender Tirthankara, vielleicht Munisuvrata
Dekkan, 12. –13. Jahrhundert. Der juwelengeschmückte Schirm und die Darstellung in stehender Meditationshaltung sind typische Charakteristika der Dekkan Skulptur.
Standing figure of a Tirthankara
Standing figure of a tirthankara within an architectural surround Southwest Deccan, 13th century AD. The fine grain of the mica schist enhances the beauty of this image surrounded by the other twenty-three 'ford-crossers'. Parshvanatha, the tirthankara prior to Mahavira, is shown at bottom right, with a cobra head-dress. [Henry Oppenheimer, Esq, through the NACF; OA 1914.2-18.1]
Stehender Tirthankara
Darstellung eines stehenden Tirthankara, dessen architektonisches Umfeld darauf schließen lässt, dass es aus dem Dekkan des 13. Jahrhunderts stammt. Die feine Körnung des Glimmerschiefers steigert die Schönheit dieser Darstellung noch. Der Tirthankara ist umgeben von den anderen 23 Tirthankaras, den „Furtbereitern“. Der 23. Tirthankara Parshvanath, der Vorgänger Mahaviras, ist oben rechts dargestellt, zu erkennen an seinem Kobra-Kopfschmuck.
Yaksha and Yakshi
Deccan, 10th century AD. In Jainism, just as in Buddhism, the ancient and auspicious tree spirits, yaksha (male) & yakshi (female), were early included into the divine hierarchy. [Henry Oppenheimer, Esq, through the NACF; OA 1914.2?18.14]
Yaksha und Yakshi
Dekkan, 10. Jahrhundert. Im Jinismus wurden ebenso wie im Buddhismus schon früh die alten glückverheißenden Baumgötter, Yaksha (männlich) und Yakshi (weiblich) in die göttliche Hierarchie integriert.
Jina Parshvanatha
Karnataka, Chalukyas of Kalyani 11th century AD. Parshvanatha, sheltered by a seven-headed cobra, was the twenty-third tirthankara (ford-crosser) and forerunner of Mahavira, the last Jina. As princes who have renounced the world, the Jinas (victorious ones) are often shown with royal parasols and attendants with fly-whisks. [OA 1880.5 India Museum Collection]
Jina Parshvanatha
Karnataka, Chalukyas von Kalyani, 11. Jahrhundert. Parshvanath, behütet von der siebenköpfigen Kobra, war der 23. Tirthankara (Furtbereiter) und Vorgänger von Mahavira, dem letzten Tirthankara. Als Prinzen, die der Welt entsagt haben, werden die Jinas (die Siegreichen) oft mit königlichen Sonnenschirmen und geflügelten Begleitern dargestellt.