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Geheimnisse des Geistes [03.3] Entwicklung eines spirituellen Bewusstseins vom Selbst (3)

Acharya Mahaprajna

07.09.2006

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Wir können über zwei Formen von Energie verfügen, über physische und spirituelle. Die physische Energie kennen wir, doch wissen wir nur sehr wenig über die spirituelle, sie ist weitaus stärker als die physische.

Die Energie der Sinnesorgane kennen wir, durch sie können wir sehen, hören, schmecken, riechen, empfinden. Doch besitzen die Sinnesorgane tatsächlich nur die Energie, die wir kennen? Die den Augen zur Verfügung stehende Energie besteht nicht nur darin, etwas sehen zu können, das sich in unserer Nähe befindet, sie ist weitaus mehr. Wer über spirituelle Erfahrungen verfügt, weiss das.

Obwohl die Reichweite der fünf Sinnesorgane begrenzt ist, können wir sie dennoch weiterentwickeln. Es gab und gibt bis heute Menschen, die Sinnesorgane mit grenzenloser Energie haben. Arhats, die Vollkommenen, Tirthankaras und Kevalins, die Allwissenden, besaßen diese Energie. Wer seinen Körper leicht und subtil werden lässt und aufgrund dessen seine Geisteskräfte besonders stark entwickelt, wird als Manokami bezeichnet. Was immer ein Manokami erreichen möchte, gelingt ihm ohne Zeitverzögerung, Wunsch und gleichzeitige Erfüllung. Beispielsweise kann er seinen Hunger stillen ohne etwas zu essen.

Jeder Mensch kann sich so entwickeln, doch das ist nicht einfach. Götter stillen ihren Hunger imaginativ, sie müssen keine materielle Nahrung zu sich nehmen. Wesen ohne materiellen Körper, die über einen Energiekörper verfügen, nehmen auch keine materielle Nahrung zu sich, dennoch haben sie gewaltige Energien. Die Entwicklung derartiger Fähigkeiten ist kein Vorrecht Privilegierter. 

Die Sprache beispielsweise enthält aktuelle und potentielle Energie. Ein Tirthankara kann über eine Entfernung von knapp 20km gehört werden, zudem enthält seine Rede die Elemente mehrerer Sprachen. Die Entwicklung derartiger Fähigkeiten ist kein Vorrecht Privilegierter.

Es heißt, die Sprache verfüge über Energien wie Milch und Honig. Spricht jemand, der über diese Energien verfügen kann, hat der Zuhörer den Eindruck, in Milch zu baden und Honig zu schmecken.

Ein König fragte seinen spirituellen Lehrer: "Die Götter leben ewig. Finden sie das Leben nicht langweilig?" Dieser antwortete: "Die Götter leben ein glückliches Leben, deshalb wird ihnen die Zeit nicht zur Bürde. Zeit ist nur dem, der ein unglückliches Leben lebt, eine Bürde." Der König wollte nun wissen: "Wie kann man sein Zeitgefühl verlieren?" Der Lehrer hielt dem König dazu einen langen Vortrag, dem der König fasziniert zuhörte. Nach einer Weile fragte ihn der Lehrer: "Wielange meinst du meinem Vortrag zugehört zu haben?" Der König meinte, dass nur wenige Momente vergangen seien, er hatte jegliches Gefühl für die Zeit verloren. Das ist ein Beispiel für die Macht der Sprache. 


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Author © Acharya Mahaprajna
Übertragung ins Deutsche © 2006 Carla und Christian Geerdes
Compiled  by Muni Mahendra Kumar
Published by Jain Vishva Barati
2nd Edition   2002




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