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Geheimnisse des Geistes [11.3] - Leitfaden für das Aufsteigen der Energie (3)

Acharya Mahaprajna

04.05.2007

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Dieser wissenschaftlich weitgehend unerforschte Zusammenhang zwischen Bewusstseinszentren und Transformation von Geist und Seele muss dringend untersucht werden, damit wir wissen, wo und wie wir auf die mentalen Prozesse einwirken können, um unsere Triebe und Instinkte zu meistern.

Deshalb brauchen wir Wissenschaftler, die nicht nur Experten auf ihrem Gebiet sind, sondern auch Vertrauen in die Spiritualität haben. Eine wissenschaftliche Analyse aller Bestandteile sowohl des Körpers, als auch der Transformationen der Seele und der Verbindungen, die sie mit unseren Triebkräften eingeht, würde den Horizont unseres  Wissens erweitern.

In einem Buch, das teilweise in Gujarati [Landessprache im indischen Bundesstaat Gujarat] und teilweise in Rajasthani [Landessprache im indischen Bundesstaat Rajasthan] geschrieben und vielleicht eine Zusammenfassung verschiedener Bücher war, habe ich interessante Ausführungen zu diesem Thema gefunden. Das Bewusstseinszentrum in Höhe des Nabels wird durch eine Lotusblüte mit verschiedenen Blütenblättern symbolisiert. Wenn die Seele sich transformiert, während sie mit einem bestimmten Blatt der das Bewusstseinszentrum symbolisierenden Lotusblüte in Verbindung steht, produziert diese Verbindung die Veranlagung zu Ärger, Verbindung mit einem anderen Blütenblatt erzeugt die Veranlagung zu Falschheit,  Verbindung mit einem wieder anderen Blütenblatt erzeugt die Veranlagung zu starken sexuellen Triebkräften, und so weiter.

Wenn die Transformation der Seele stattfindet, während sie mit dem Bewusstseinszentrum verbunden ist, das in der Höhe des Herzens liegt und ebenfalls durch eine Lotusblüte mit verschiedenen Blättern symbolisiert wird, produziert die Verbindung mit diesem Bewusstseinszentrum die Veranlagung zum Erwerb von Wissen und aktiviert alle positiven Tendenzen in dieser Richtung, sowie Gefühle der Ausgeglichenheit und Harmonie.

Verbindet sich die Seele, während sie sich transformiert, mit einem bestimmten Blatt der in Höhe des Herzens gelegenen Lotusblüte, stellt diese Verbindung Kontakt zum Wahrnehmungszentrum her, was die Fähigkeit aktiviert, die Bedeutung aller 14 Puranas (umfangreiche, grundlegende Schriften der Jainalehre) zu verstehen. Stellt diese Verbindung Kontakt zu dem Teil des Gehirns her, der Sitz von Erkenntnisfähigkeit und Wissen ist,  wird die Fähigkeit zum gleichzeitigen Wissen und Erkennen aktiviert.

Kontakt zu einem anderen Bereich des Gehirns aktiviert die Fähigkeit zur Wahrnehmung über die Sinne hinaus. Allerdings wissen wir nur wenig über die Grundlage dieser Beobachtungen. Die in dem oben genannten Buch angeführten Informationen besagen, dass es zahlreiche Transmissionszentren im menschlichen Körper gibt. Wir können unser Bewusstsein manifestieren, wenn wir den Geist auf diese Zentren konzentrieren und unsere Persönlichkeit gemäss unseren Vorstellungen ausrichten.

Wie bereits gesagt, steht  der Atem mit Prana in Verbindung, das wiederum mit Paryapti, dem subtilen Prana, verbunden ist. Der Atem tritt in dem Moment in Erscheinung, in welchem der menschliche Organismus selbständig zu leben beginnt. Prana benötigt subtiles Prana, das wiederum das noch subtilere Prana aus dem Äther [Medium feinstofflicher Energie] benötigt. Dieses subtilste Prana zirkuliert sowohl im menschlichen Organismus, als auch im gesamten Universum und ist die Grundlage für jeden lebendigen Organismus im Universum. Wir nehmen diese feinstoffliche Energie mit dem Atem auf.

In zwei Jainaschriften, Bhagavati und Prajhapana, wird die Frage gestellt, wann und aus wie vielen Richtungen Jiva unterhalten, wörtlich: genährt wird. In den Schriften heißt es, dass Jiva aus allen sechs Richtungen, dem Osten, Westen, Süden, Norden und von oben und unten Prana zugeführt wird, Jiva also kontinuierlich von außerhalb Energie zugeführt wird.

Der Atem führt uns Energie zu und ist, wie gesagt, mit Prana verbunden, das mit dem subtilen, im feinstofflichen und im Karma-Körper erzeugten Prana verbunden ist. Wahrnehmungsmeditation über Tiefenatmung zielt auf das Erwecken schlummernder Energien. Tiefenatmung ist ein Schlüssel zur Gewinnung von Energie, weil man während der Meditation alle Energiequellen zu aktivieren versucht. Die Wahrnehmungsmeditation über Tiefenatmung hat weitreichende Auswirkungen, denn wir erschließen uns durch sie die zentrale Energiequelle in uns. Durch einen plötzlichen Energieausbruch können wir vieles zustande bringen, an dem wir sonst scheitern würden.

Auch wenn man längere Zeit die Wahrnehmungsmeditation über alternierendes Atmen (links einatmen, rechts ausatmen, rechts einatmen, links ausatmen, etc) durchführt, sammelt man Energie an. In dieser Übung wird der Geist mit dem Atem gekoppelt. Forschungen der psychosomatischen Wissenschaften haben ergeben, dass bestimmte Bewusstseinszentren durch die alternierenden Atemübungen aktiviert werden. Dadurch erlangt der Praktizierende Zugang zu jenem Wissen, das über die mit den Sinnen erfassbare Welt hinausreicht.
 
Der Atem ist ein Schlüssel zu und Grundlage vieler spirituellen Praktiken.


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Author © Acharya Mahaprajna
Übertragung ins Deutsche © 2006 Carla und Christian Geerdes
Compiled  by Muni Mahendra Kumar
Published by Jain Vishva Barati
2nd Edition   2002


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