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Jainismus

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Geheimnisse des Geistes [20.1] Entwicklung der geistigen Kräfte und ihr Gebrauch (1)

Acharya Mahaprajna

21.12.2007

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  • Wenn man sich aufgrund der leidvollen Erfahrung der Dualität aufmacht, die bewusste Realität wahrzunehmen und Freiheit zu erleben, öffnet sich ein neues Kapitel für die Suche nach der Wahrheit. Das wird Samayika genannt.
  • Je näher wir dem Selbst kommen, desto ausgeglichener werden wir.
  • Je weiter Meditation und Erfahrung des Selbst voneinander entfernt sind, desto stärker das Strömen von Gedanken und Vorstellungen.
  • Kontinuierlich modifizieren wir das Dasein. Wenn wir in diesem Prozess ganz aufgehen, werden wir uns unserem Ideal entsprechend transformieren.
    • Ignoranz & Macht = Weg ins Übel 
    • Wissen & Energie = Weg zur Glückseligkeit
  • Vier Grundlagen der Transformation:
    • Vorstellungskraft
    • Willenskraft
    • Konzentration
    • Vertiefung
  • Zwei Aspekte des Geistes:
    • Ruhelosigkeit - Einseitigkeit
    • Karmakörper, die stärkste Quelle - die übrigen Quellen

Ziel jeder spirituellen Praxis ist das Wahrnehmen, Erkennen und Empfinden der Seele. Man muss gewaltige Energien in sich aktivieren, um alle Hindernisse auf dem Weg zur Realisierung des Selbst zu überwinden.

Es gibt zwei machtvolle Instrumente zur Wahrnehmung und Realisierung des Selbst: die Lebensenergie und die Kraft des Geistes. Man braucht zur Entwicklung seiner geistigen Kräfte sehr viel Energie. Um diese Energie bereitstellen zu können, verknüpft man den Geist mit dem Atem. Ohne die Verbindung des Geistes mit dem Atem kann man das Selbst weder wahrnehmen, noch realisieren.

Der Geist ist sehr mächtig und hat großes Potential, das man durch gezielte Übungen aktivieren kann. Ein ungeübter Geist schläft, nur ein trainierter Geist kann sich entwickeln. Ein trainierter Geist kann Wunder wirken. Jedoch ist die Freisetzung der geistigen Kräfte keine spirituelle Angelegenheit und führt nicht zum spirituellen Erwachen. Auch wer weder das Selbst wahrnehmen, noch erkennen möchte, kann seine geistigen Kräfte entwickeln.

Beispielsweise kann jeder seinen Körper mit Hilfe der  acht magischen Siddhi so leicht machen, dass er in der Luft schwebt. Auch im Yoga gibt es diese Übung. Die sogenannten magischen Siddhi (besondere Fähigkeiten) kombinieren die Trainiertheit des Körpers mit der Freisetzung geistiger Energien unter einem Aspekt, doch daran ist nichts Spirituelles. Das spirituelle Bewusstsein ist holistisch und den auf ein Ziel ausgerichteten magischen Siddhi weit überlegen.

Am Hof von Magadha gab es der Legende nach eine Tänzerin namens Rupakosa, welche die Kunst des Tanzes so vollkommen beherrschte, dass sie auf der Spitze einer Nadel tanzen konnte, die in einen Heuhaufen lag. Es gibt Tänzer, die auf Getreidekörnern so sicher tanzen wie auf einer Bühne. Das ist kein Wunder, denn wenn ein Tänzer die auf seinen Körper einwirkende Gravitation zu vermindern gelernt hat, verliert sein Körper an Schwere. Auch ein Raumfahrer gerät in den Zustand der Schwerelosigkeit, wenn er das Gravitationsfeld der Erde verlassen hat. In diesem Zustand kann der Körper überallhin schweben.

Zwischen Mahavira und einem seiner Schüler gab es den folgenden Dialog:

„Auf welcher Haltevorrichtung stehen Gegenstände?“
„Objekte brauchen keine Haltevorrichtung. Sie existieren wie sie sind aus sich heraus.“

Wie ist das möglich? Wir stehen auf der Erde, Blumen und Bäume halten sich in der Erde fest. Es gibt zwei Arten, die Dinge zu sehen: praktisch und transzendent. Transzendent gesehen, stehen physische Objekte auf eigenen Beinen. Demzufolge ist die Gravitation eine relative Kraft. Sobald sie nicht mehr wirkt, brauchen physische Objekte keine Unterstützung von anderen Objekten. Ein Krug soll das Wasser halten. Praktisch gesehen ist das richtig. Doch sobald die Gravitation nicht mehr wirkt, braucht der Krug das Wasser nicht mehr zu halten. Wenn man sagt, dass der Krug das Wasser hält, ist das eine empirische Behauptung. Ohne die Gravitation existiert jedes Ding für sich. 


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Author © Acharya Mahaprajna
Übertragung ins Deutsche © 2006 Carla und Christian Geerdes
Compiled  by Muni Mahendra Kumar
Published by Jain Vishva Barati
2nd Edition   2002


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