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Jainismus

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Jainismus und die Tempel von Mount Abu und Ranakpur - 10

23.02.2007



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Mount Abu 65a
Kuppel des Ranga-Mandapa im Vimala Vasahi Tempel

 

Grundriß Vimala Vashi Temple

Der an sich kleine Tempel von 33x14 Metern Grundfläche erhebt sich inmitten eines Hofes, umgeben von einer doppelten Säulenstellung und einem Kranz aus devakulikas (kleinen Nebenschreinen). Die blendende Lichtfülle, die den Besucher beim Eintreten so überwältigt, rührt vom hellen Marmor und der Lichtwirkung durch den Hof her. Im Gegensatz zur Hindu-Architektur verschwinden die Jaina-Heiligtümer nie im mystischen Halbdunkel, da die Klarheit des Geistes und der Erkenntnis hervorgehoben werden soll.

 

Zum eigentlichen Haupttempel inmitten des Hofes steigt man über Treppenstufen hinab, wobei das Gefühl entsteht, in eine kristalline Welt hinabzutauchen. Dem Allerheiligsten im Westen (Nr. 1 im Plan), das wie bei den Hindus garbha-griha (Mutterschoss) genannt wird, sind drei Raumeinheiten vorgelagert: eine Art Vestibül, das sogenannte gudha-mandapa (Nr. 2 im Plan), einen Portikus, die man navchoki (Halle mit neun Unterteilungen; Nr. 3 im Plan) nennt und die große Tanzhalle ranga-mandapa oder sabha-mandapa (Nr. 4 im Plan). Das gudha-mandapa entwickelt weit vorspringende Portale zu den Seiten, so dass im Grundriss ein lateinisches Kreuz entsteht. Lediglich garbha-griha, gudha-mandapa und navchoki stammen aus der Zeit des Vimala Sah, alles übrige ist das Ergebnis der Bautätigkeit vieler Epochen. Wahrscheinlich zerstörte Ala-uddin-Khilji, der Sultan von Delhi, bei seiner Invasion 1311 den Tempel und nur diese drei Gebäudeteile der Ursprungszeit blieben erhalten. Das könnte auch die Erklärung dafür sein, dass die Anlage im Gegensatz zu anderen bekannten Solanki-Gebäuden außen völlig unverziert ist. Man hat auf eine Wiederherstellung des ursprünglich sicherlich prunkvollen Außenbaus bewusst verzichtet.

 

Mount Abu 65b
Kuppel des Ranga-Mandapa im Luna Vasahi (Tejapala) Tempel

Ein Großteil des Vimala Sah-Tempels gehört dem 12. Jahrhundert an. Diesmal war der Stifter ein Minister Prithvi Pal, der dem berühmten Jaina-König Kumarapala diente und der zwischen 1147 und 1149 die meisten Bauteile hinzufügte. Er errichtete das ranga-mandapa (Nr. 4 im Plan) und, offenbar aus Pietät gegenüber seinem berühmten Vorläufer, vor dem Eingang den Elefantenpavillon (Nr. 5 im Plan), der Abbilder Vimala Sahs und seiner Familie enthielt, außerdem einen hohen samavasarana (Predigtplatz eines Tirthankara).Die muslimischen Eroberer haben wahrscheinlich die ursprünglichen Statuen zerschlagen, so dass man heute nur noch eine unbedeutende Gipsstatue des ersten Bauherrn sehen kann.




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Zur Buchbestellung

ISBN:        81-904045-0-4
Publisher:    © Gyan Gaurav Publishers

               C-34, Sir Pratap Colony, Airport Road, Jodhpur/Indien

Telefon:     +91 291 2515861, +9194 1441127863

Herausgeber: Dilip Surana

Layout &
Gestaltung:  Antesh Choudhary
Text:        © Lothar Clermont
Photos:      © Thomas Dix

Druck:       Erstausgabe 1998

             Überarbeiteter Nachdruck 2006:
             Thomson Press, New Delhi, Indien

Umfang:      96 Seiten

Maße:        242 x 312 mm



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