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Jainismus

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das Grundgesetz im Jainismus


 

Jainismus und die Tempel von Mount Abu und Ranakpur - 11

24.02.2007



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Mount Abu 66 Mount Abu 67
Säulenkapitelle und Toranas im Luna Vasahi (Tejapala) Tempel

Das Ranga-Mandapa

Der Tanzpavillon, entstanden 1147-49, stellt sicherlich den Höhepunkt der Anlage dar. Da der Raum innen stützenfrei bleiben sollte, kam ein großes Gewicht, etwa ein Shikhara-Turm darüber, nicht in Frage und man deckte ihn mit einer weiten Kragkuppel ab, mit 6,60 Meter Durchmesser die größte erhaltene Konstruktion der Solanki-Zeit. Bis heute wissen wir nicht, wie diese statisch hält, da der Tempel nie bautechnisch untersucht werden konnte. Wahrscheinlich verläuft innerhalb jeder der insgesamt elf Steinringe der Kuppel ein Ringanker, der den Horizontalschub aufnimmt.

Von drei Seiten ist das ranga-mandapa frei zugänglich, was zur strahlenden Helligkeit entsprechend beiträgt. Seine acht Säulen in Form eines Oktogons sind überreich mit floralen, geometrischen und figuralen Motiven verziert und werden untereinander durch mäanderartig geschwungene und delikat geschnitzte Bögen verbunden.

Die gesamte Architektur vermittelt den Eindruck einer kostbaren Elfenbeinschnitzerei, bei der keine geschlossenen Flächen stehen geblieben sind, sondern alles in ein Spiel von Licht und Schatten aufgelöst wurde. Teilweise hat man offenbar in Schabtechnik gearbeitet, so dass die Steinmetze nach Menge des anfallenden Marmorstaubs bezahlt werden mussten. Interessanterweise verlaufen Architrave zu den umgebenden Hallen, vielleicht weil man glaubte, so einen Teil des Schubes ableiten zu können.

Mount Abu 36a
Kuppel des Ranga-Mandapa im Vimala Vasahi Tempel

Schwerelos scheint im Inneren die Kuppel über dem Betrachter zu schweben. In ihrer Mitte hängt ein Pendentif in Form einer Lotusblüte (padmashila) herab, die noch nicht die ausladende Form der späteren Zeit zeigt und im Verhältnis zur Kuppel zu klein wirkt. Deshalb hat man sie zum Ausgleich mit einem Kranz tief herabhängender, zapfenförmiger Ornamente umgeben. Der Lotus, ewig wiederholt in den Decken von Mount Abu und Ranakpur, stellt dabei sowohl mikrokosmisch die Erleuchtung des Einzelnen dar als auch makrokosmisch das All als Ganzes. Die unteren Steinringe wurden alternierend mit endlosen Reihen von Ornamenten sowie kleinen Tier- und Menschendarstellungen verziert, darunter Begebenheiten aus den Jaina Mythen, den unvermeidlichen Tänzerinnen und Elefantenprozessionen. Wie ein Strahlenkranz umgeben 16 sogenannte Wissensgöttinnen (vidya devis) auf Konsolen das Mittelmotiv und deuten an, dass Erleuchtung nur durch die konkret erreichte Kenntnis des Einzelnen erreicht werden kann. Die Figuren sind tief unterschnitten und heben sich dadurch plastisch deutlich ab, wirken jedoch durch ihre Zartgliedrigkeit wie zerbrechlich. Vom ranga-mandapa aus erreicht man nach Westen das navchoki, eine quergelegte Zwischenhalle mit acht Säulen, deren Mittelteil ebenfalls durch eine kleine Kuppel erhöht wurde. Auch hier ist der plastische Schmuck überwältigend. Im navchoki steht eine silberne Pagode, die genau wie das steinerne Beispiel im Elefantenpavillon samavasarana symbolisiert, die himmlische Predigthalle des Tirthankara nach seiner Erleuchtung. An Festtagen stellt man eine kleine Statuette des Furtbereiters hinein, Gläubige versammeln sich im Mandapa und singen Hymnen, so dass diese erste Unterweisung des Großen Lehrers damit zur aktualisierten Wirklichkeit wird.




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Zur Buchbestellung

ISBN:        81-904045-0-4
Publisher:    © Gyan Gaurav Publishers

               C-34, Sir Pratap Colony, Airport Road, Jodhpur/Indien

Telefon:     +91 291 2515861, +9194 1441127863

Herausgeber: Dilip Surana

Layout &
Gestaltung:  Antesh Choudhary
Text:        © Lothar Clermont
Photos:      © Thomas Dix

Druck:       Erstausgabe 1998

             Überarbeiteter Nachdruck 2006:
             Thomson Press, New Delhi, Indien

Umfang:      96 Seiten

Maße:        242 x 312 mm



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