Jainismus und die Tempel von Mount Abu und Ranakpur - 13
26.02.2007
Jainismus und die Tempel von Mount Abu und Ranakpur
Vereinfachter Grundriß: Vimala Sah Temples
Besonders vollplastisch und weiblich gerundet wird die Göttin Chakrasuri dargestellt (Nr. 5 im Plan), eine esoterische Gemahlin Vishnus, deren sechs Arme Symbole tragen, die sich auch mit Jaina-Vorstellungen verbinden lassen. So verkörpert der Bogen das Ego und die Pfeile die Sinne, die den Menschen an die materielle Welt binden; der Diskus meint in seiner Rundheit den Geist, das Szepter die Macht des Wissens, der Donnerkeil spirituelle Kraft und mit der Schlinge fängt Chakrasuri den ruhelosen Geist der Gläubigen ein (s. Foto S.36).
In der Nordwestecke (Nr. 9 im Plan) hat Krishna die Schlange Kaliya überwunden, gegen die er um seinen goldenen Ball kämpfen musste, der in die Yamuna gefallen war. Der junge Gott ist hier als Überwinder der Kräfte der Finsternis dargestellt, da der Ball die Sonne und ihr morgendliches Wiederaufgehen verkörpert.
Natürlich dürfen Schutzgötter nicht fehlen, die den Menschen vor ihm unheimlichen Gefahren bewahren sollen. In einer Decke (Nr. 12 im Plan) wird Shitala, die Pockengöttin, wiedergegeben.
Wissensgöttinnen werden bei den Jainas, wie wir im ranga-mandapa gesehen haben, oft in einer Gruppe von 16 dargestellt und häufig mit Tanzposen und Musikinstrumenten verbunden. Daneben verehrt man die Gemahlin Brahmas, Sarasvati (Nr. 13 im Plan), die auf einem Schwan als Reittier sitzt und immer mit der vina in der Hand erscheint.
Jainismus und die Tempel von Mount Abu und Ranakpur