Jainismus und die Tempel von Mount Abu und Ranakpur - 21
06.03.2007
Jainismus und die Tempel von Mount Abu und Ranakpur
Prachtvolle Deckendetails, bei denen man nur mit Mühe innerhalb der dekorativen Reliefs auch figürliche Szenen herauslesen kann, finden sich im südlichen meghanada-mandapa. Auf dem Foto auf Seite 24 ist ein nagdaman abgebildet, ein kreisrundes Medaillon, das Krishna inmitten eines Gewirrs von ineinander verknoteten naginis (weiblichen Schlangen) zeigt.
Im südlichen balana-mandapa stehen sich zwei ca. einen Meter durchmessende Reliefs gegenüber, die offenbar als komplementäre Stücke geschaffen worden sind :
Auf der Ostseite ist jambu-dvipa (s. Foto S.46 unten links) dargestellt, der kreisrunde Kontinent der Mittelwelt, in dessen Mitte sich der Weltberg Meru erhebt. Umgeben wird er von Bergen, auf denen sich Götterresidenzen befinden und stilisierten Wäldern. Wichtig sind die dargestellten Eingänge auf den vier Seiten.
Gegenüber befindet sich ein Relief mit der Darstellung von nandishvara-dvipa,dem achten Inselkontinent. Auch bei ihm umgeben vier Gruppen, bestehend aus jeweils 13 Bergen mit Tempeln darauf, das Zentrum und bilden so die für die Jainas Heilige Zahl 52. Zwar sieht das Zentrum identisch aus wie beim Gegenstück, doch wird es im allgemeinen wie ein pulsierendes “OM” interpretiert.
Jainismus und die Tempel von Mount Abu und Ranakpur