Jainismus und die Tempel von Mount Abu und Ranakpur - 22
07.03.2007
Jainismus und die Tempel von Mount Abu und Ranakpur
Immer wieder werden in Jaina-Tempeln stilisierte Abbilder der Heiligen Berge aufgestellt; das auf dem auf dem Foto auf Seite 75 wiedergegebene Beispiel zeigt den Shatrunjaya, aufgeteilt fast wie ein Setzkasten, in den Figuren von Tirthankaras und Tempeltürme hineingestellt wurden.
An der Südseite des Tempels findet sich ein prachtvolles Relief von Parshva, dem 23. Furtbereiter . Es zeigt ihn stehend, flankiert von zwei Jainas und zwei wedeltragenden naginis. Sein Kopf wird von einer 1000köpfigen Schlangenhaube geschützt. Umgeben wird die ganze Szene von Schlangengöttern und -göttinnen mit menschlichen Leibern, deren Schlangenenden miteinander verknotet sind. Auch die beiden Wedelträgerinnen sind mit ihnen verbunden (s.Foto S.47).
Wenn auch erst 1846 entstanden, ist dieses Relief des wohl populärsten Tirthankaras wegen der guten Beleuchtung, vor allem aber wegen der Schlangenhaube ein besonders beliebtes Fotomotiv für Touristen. Ähnliche Darstellungen begegnen uns in vielen anderen Jaina-Tempeln und haben bereits Neugier geweckt. Deshalb soll hier kurz die Geschichte Parshvas erzählt werden, die dem europäischen Reisenden zudem Assoziationen mit der ihm bekannten Mythologie erlaubt.
Jainismus und die Tempel von Mount Abu und Ranakpur