Jainismus und die Tempel von Mount Abu und Ranakpur - 24
13.03.2007
Jainismus und die Tempel von Mount Abu und Ranakpur
Parshva wird als Elefant wiedergeboren, da er im Moment seines Todes darüber Bedauern verspürt hat. Lange Zeit tobt er durch den Wald und erschreckt fromme Asketen, bis er sich seinem König gegenübersieht, der sich aus dem diesseitigen Leben zurückgezogen hat. Dieser erkennt in ihm sofort seinen früheren Minister, kann ihn zur Vernunft bringen und religiös belehren.
Zum Askese übenden Elefanten geworden, wird Parshva schließlich erneut von seinem Bruder getötet, der als Riesenschlange wiedergeboren worden war. Da er diesmal friedlich und in Selbstaufgabe verscheidet, kann er seine nächste Existenz als Gott durchleben, während Kamatha als Höllenwesen wieder erscheint.
Damit vollendet sich ein Zyklus von drei frommen Leben als Mensch, Tier und Gott, immer mit dem dunklen Gegenspieler zur Seite. Das Dasein als Tier steht dabei für den Suchenden auf den Anfangsstufen religiöser Erfahrung, im Christentum etwa dem Lamm Gottes entsprechend.
Jainismus und die Tempel von Mount Abu und Ranakpur