Jainismus und die Tempel von Mount Abu und Ranakpur - 27
16.03.2007
Jainismus und die Tempel von Mount Abu und Ranakpur
Mit 16 Jahren leistet Parshva den großen Verzicht und meditiert stehend im Wald, um sich herum eine Aura des Friedens. Sein Bruder, wegen der langanhaltenden Askese als niederer Gott wiedergeboren, entdeckt ihn dort und greift ihn mit allen übernatürlichen Kräften an. Aber ein Schlangenpaar als Reinkarnation der beiden früher von Kamatha getöteten Schlangen bauten sich mit seinen riesigen Hauben schützend über ihm auf; deshalb wird Parshva so oft in dieser Form dargestellt.
Nun zerreisst der Tirthankara nach und nach die letzten Fesseln seines karma und erlangt Allwissenheit und Erlösung. Er lehrt danach noch fast 70 Jahre und kann in der Zeit endlich auch seinen Bruder bekehren. Im Alter von 100 Jahren steigt seine Seele, endlich befreit, zum Gipfel des Alls auf.
Ich habe die Abfolge dieser Leben etwas ausführlicher wiedergegeben, weil sie beispielhaft dafür stehen können, wie sich die Jainas eine vorbildliche Entwicklung hin zur Erlösung vorstellen. Zugleich bieten diese Erzählungen vom wahrscheinlich historischen Parshva genügend Parallelen zu anderen Religionskreisen der Alten Welt.
Jainismus und die Tempel von Mount Abu und Ranakpur