Jainismus und die Tempel von Mount Abu und Ranakpur - 07
20.02.2007
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Jainismus und die Tempel von Mount Abu und Ranakpur
Blick durch die das Ranga-Mandapa umgebende Toranas auf das Allerheiligste im Luna Vasahi (Tejapala) Tempel
Der Mount Abu war also schon seit ältester Zeit den Hindus heilig, aber ebenso den Jainas. Der Sohn Adinathas, des ersten Tirthankara, soll hier an einem “Hof der Götter” genannten Platz seinem Vater einen Tempel errichtet haben. Später kam Mahavira hierher, um Erleuchtung zu erlangen und in seiner Nachfolge sind hunderttausende von Jainas im Laufe der Jahre zum Abu gepilgert, um Busse zu tun und auf dem Wege zur Erlösung voranzuschreiten.
Außer der Mythologie fehlen uns genauere historische Kenntnisse zur frühen Geschichte des Berges. Wir erfahren von Bhillalas und Nagas, die reichlich legendär den Abu in der Frühzeit bewohnt haben. Letztere haben die Durga verehrt, was auf einen Mutterkult hindeutet, der auch in historischer Zeit noch fassbar ist. Dann tauchen die ersten Königsnamen auf und seit 961 hat sich mit König Dhumraja die Paramara-Dynastie etabliert. Bereits wenige Jahrzehnte später geriet sie unter die Herrschaft des Mulraja Solanki von Gujarat und öffnete sich damit den Einflüssen des Solanki-Stils, dem die frühen Dilwara-Tempel angehören. Die Könige dieser Zeit bedienten sich gerne der Hilfe von Jaina-Ministern, die mit ihrem sagenhaften Reichtum als Stifter der Tempel fungierten.
Die große Zeit des Abu endete, als Rao Lumba aus der Deora-Chauhana-Dynastie den Berg eroberte (1311) und die Paramara auslöschte; er verlegte die Hauptstadt nach Chandravati in der Ebene. Nach der Zerstörung Chandravatis 1405 verlegte Rao Sahasmal die Residenz dann nach Sirohi.
Säule des Navchoki mit meditierenden Figuren im Luna Vasahi (Tejapala) Tempel
Bei seinem Versuch, von Mewar aus ein rajputisches Großreich zu errichten, eroberte kurzfristig Rana Kumbha, bekannt für seine Bauten in Chittorgarh und den großartigen Jaina-Tempel von Ranakpur, den Mount Abu und errichtete die Festung Achalgarh. Wenn er auch schnell wieder vertrieben wurde, so war Achalgarh doch maßgeblich daran beteiligt, dass die Moslems mehrfach bei dem Versuch scheiterten, den Abu zu erstürmen.
Blick vom Ranga-Mandapa des Luna Vasahi (Tejapala) Tempels auf den Schrein links vom Eingang zum Allerheiligsten
Mit den Engländern, die früh die Idylle des Abu entdeckten, einigten sich die Herrscher von Sirohi friedlich. Diese erbauten hier ein Sanatorium und oft nahm der englische Resident in dem milden Klima seinen Wohnsitz. 1917 wurde den Engländern der Berg ganz überlassen, so dass die prächtigeren Bauwerke um den Perlensee herum weitestgehend vom Einfluss englischer Kolonialarchitektur bestimmt werden. Mit der Unabhängigkeit des Landes ging der Berg zunächst wieder in den Besitz der Herren von Sirohi über und seit 1956 gehört er endgültig zum Bundesstaat Rajasthan.
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