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Jainismus

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Jainismus und die Tempel von Mount Abu und Ranakpur - 08

21.02.2007



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Die Jaina Tempel von Dilwara

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Gesamtplan der Tempel

Die Jaina-Tempel von Dilwara liegen in einem Tal wenige Kilometer von der Stadt entfernt und sind von weitem kaum wahrzunehmen. Ihre Kuppeln und kleine Pyramiden ragen kaum über die Umfassungsmauer hinaus. Hier sollen nur zwei der vier Tempel vorgestellt werden, der Vimala Vasahi (A im Gesamtplan) und der Luna Vasahi (B im Gesamtplan).

 

Mount Abu 62 Mount Abu 63
Teilansicht der Decke des Ranga-Mandapa im Luna Vasahi (Tejapala) Tempel

Zur Situation des Tempelbaus im Mittelalter: Die meisten bedeutenden Jaina-Tempel entstanden zwischen den 9. und 15. Jahrhundert, einer Zeit, in der der Tempelbau in ganz Indien in Blüte stand. Schon immer gehörte die verdienstvolle religiöse Tat wie die Stiftung oder Instandsetzung von Tempeln zu den besonderen Aufgaben eines Herrschers in Indien. In einer Art Sorgepflicht musste er den religiösen Bedürfnissen aller Glaubensgemeinschaften in seinem Reich Rechnung tragen, ganz gleich welcher Gruppe er selbst angehörte. Aber gerade im Mittelalter regte der Stiftereifer der Könige auch Minister und reiche Kaufleute verstärkt zur Bautätigkeit an. Der gewachsene Wohlstand breiterer Schichten führte zu einer “Demokratisierung” der Tempelstiftungen, wie es sie in diesem Ausmaß vorher nie gegeben hatte.

Mount Abu 60
Teilansicht vom südlichen Umgang des Vimala Vasahi Tempels

In dieser Atmosphäre brachten es Jainas, denen aufgrund ihrer Religion viele Berufe verwehrt waren, häufig als Kaufleute, Juwelenhändler oder Bankiers zu großem Reichtum. Ihr Erfolg ließ sie auch politisch aufsteigen; überdurchschnittlich viele von ihnen wurden von den Herrschern zu Ministerämtern berufen. In dieser Position konnten sie auf bestimmte Grundregeln des Glaubens wie Gewaltlosigkeit oder Nicht-Tötung von Lebewesen natürlich keine Rücksicht mehr nehmen. Um so häufiger wandten sie ihren oft sagenhaften Reichtum für religiöse Stiftungen auf, sei es als Sühne oder zur Verbesserung ihres karmas.

Alle Tempel, die hier behandelt werden, entstammen diesem sozialen Milieu und dem damit verbundenen religiösen Grundgedanken, aber sie stellen nur die Spitze des Eisbergs dar: etwa die Hälfte aller Kultbauten Rajasthans und Gujarats im Mittelalter wurde von den Jainas errichtet.

Mount Abu 61
Teilansicht vom südlichen Umgang des Vimala Vasahi Tempels

Viele dieser Bauten wurden aus weißem Marmor errichtet, vielleicht wegen der Kostspieligkeit des Materials, vielleicht wegen des Symbolgehalts des hellen Steins oder auch einfach, weil dessen preziöse Behandlung an Juwelen oder kostbare Elfenbeinschreine gemahnte. Die Weltverachtung der Jainas brachte manche Stifter im Alter dazu, dem aktiven Leben den Rücken zu kehren und die Mönchsgelübde abzulegen. So legen gerade diese Stätten, die zu den schönsten religiösen Anlagen Asiens zählen, paradoxerweise Zeugnis von einer Religion ab, die wie keine andere Weltabgewandtheit und -entrücktheit zu ihren Idealen zählt.




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Zur Buchbestellung

ISBN:        81-904045-0-4
Publisher:    © Gyan Gaurav Publishers

               C-34, Sir Pratap Colony, Airport Road, Jodhpur/Indien

Telefon:     +91 291 2515861, +9194 1441127863

Herausgeber: Dilip Surana

Layout &
Gestaltung:  Antesh Choudhary
Text:        © Lothar Clermont
Photos:      © Thomas Dix

Druck:       Erstausgabe 1998

             Überarbeiteter Nachdruck 2006:
             Thomson Press, New Delhi, Indien

Umfang:      96 Seiten

Maße:        242 x 312 mm



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