Jainismus und die Tempel von Mount Abu und Ranakpur - 09
22.02.2007
Jainismus und die Tempel von Mount Abu und Ranakpur
Toranas im Luna Vasahi (Tejapala) Tempel
Der Vimala Vasahi oder Vimala Sah-Tempel
Anfang des 2. Jahrtausends regierte an der Westküste Nordindiens die Dynastie der Solanki von Gujarat, denen die Paramaras von Mount Abu tributpflichtig waren. Einer der Solanki-Minister, Vimala Sah, Untergebener des Königs Bhimdeo (oder Bhima Deva) wurde zur Befriedung eines aufständischen Fürstentums gegen die Stadt Chandravati entsandt; anschließend befragte er einen Jaina-Mönch, wie er für das Blutvergießen Sühne tun könne. Dieser belehrte ihn, dass mutwillige Tötung nicht sühnbar sei, dass er aber mit einer Stiftung auf dem Abu eine gute Tat vollbringen könne.
Der Legende nach wollten die Brahmanen das Gelände, auf dem sich heute der Vimala Vasahi erhebt, nicht hergeben. Da erschien dem Minister im Traum seine Hausgöttin Ambika und bezeichnete ihm eine Stelle, an der eine uralte Adinatha-Statue vergraben lag. Diese wies er den Brahmanen zum Beweis vor, dass die Stätte seit ältester Zeit auch mit den Jainas verbunden war. Dennoch ließen sich die Hindus das Areal mit einem geradezu phantastischen Preis bezahlen: Vimala Sah musste die 1204 Quadratmeter mit Goldstücken auslegen, was vermutlich 46 Millionen Rupees gekostet hat.
Der Vimala Sah Tempel wurde 1031 begonnen; verantwortlich zeichnete eine Bauhütte aus Badnagar in Gujarat, deren Architekt Kirthidar mit 1200 Arbeitern und 1500 Steinmetzen in 14 Jahren das Wunderwerk vollendete. Den Marmor brachte man von den Arasoor-Hügeln bei Ambaji auf Elefantenrücken herbei, über eine Entfernung von ca. 30-40 km. Insgesamt soll der Tempel über 180 Millionen Rupees an Baukosten verschlungen haben, allerdings einschließlich der Kaufsumme für das Gelände.
Ansicht des Luna Vasahi (Tejapala) Tempels
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