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Meditieren – Warum? [10.1] Realisierung des Selbst & Preksha Meditation (1)

Acharya Mahaprajna

07.08.2008

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Ziel der Preksha Meditation ist die Wahrnehmung des Selbst, der Seele. Wir haben uns darauf konzentriert, den Atem wahrzunehmen. Doch ist der Atem nicht die Seele. Wir haben uns darauf konzentriert, den Körper wahrzunehmen, doch der Körper ist nicht die Seele. Wir haben eine Reise nach innen angetreten, doch auch diese ist nicht die Seele. Unsere Erfahrungen mit dem Atem, dem Körper und während der inneren Reise sind wie Meilensteine auf dem Weg zum Ziel.

Man mag sich fragen, warum wir den Atem und das Strömen der Lebensenergie im Körper wahrnehmen wollen und über Farben meditieren, während wir uns auf bestimmte Passagen des Körpers konzentrieren, wenn doch unser Ziel ist, die Seele zu erreichen. Die Antwort ist nicht schwer. Wer einen bestimmten Raum in einem Gebäude erreichen möchte, betritt erst einmal das Gebäude durch den Eingang. Dort orientiert man sich, wo der gesuchte Raum liegt, und geht dann dorthin, wo der Raum sich befindet. Niemand kann den Raum erreichen, ohne das Gebäude durch den Eingang betreten zu haben. Wenn wir die Seele erreichen möchten, müssen wir den Eingang benutzen.

Der Eingang zur Seele ist der Körper. Der Körper ist das Haus, in dem die Seele wohnt. Von weitem kann man nur das Haus sehen. Um den Bewohner erkennen zu können, muss man näher kommen.

Wir beginnen mit der Wahrnehmung des Körpers. Ohne ihn können wir die Seele nicht erfassen. Integraler Bestandteil des Körpers ist der Atem, deshalb nehmen wir ihn war. Diese Wahrnehmung ist die Kunst, die wir beherrschen müssen, um ans Ziel gelangen zu können. Bharat Chakravarti, Sohn des 1. Tirthankara Rishabha, trocknete sich gerade das Gesicht, als sein Blick zufällig auf sein Spiegelbild fiel und er erkannte, wer und was er ist. In den Agamas wird geschildert, dass dies der Moment war, in dem er Allwissenheit erlangte. Sein Gesicht hatte er schon häufig im Spiegel gesehen, doch in diesem Moment transformierte er sich.

Es gibt eine Übung der spirituellen Yogapraxis, in der man sich auf sein Gesicht im Spiegel konzentriert und es genau anschaut.

Beginnt man darüber zu meditieren, erkennt man nach einer Weile die Aura, nimmt sie immer tiefergehender wahr, bis man Einblick in die Schönheit der inneren Welt erhält, obwohl man sich ursprünglich von außen betrachtet hat.

Damit verändert sich auch die Sichtweise und man betrachtet den Körper mit anderen Augen. Meiner Auffassung nach ist die Wahrnehmung des Körpers das Initial für tiefe Meditation.

Darauf folgt die Wahrnehmung der psychischen Zentren im Körper.

Im Ayurveda wird davon ausgegangen, dass es ca. 150 psychische Zentren im Körper gibt. Die psychischen Zentren sind Vitalzentren im Körper, an denen sich die Seele besonders intensiv manifestiert. Im Hathayoga heißt ein solcher Vitalpunkt Chakra. Meditiert man über diese Vitalzentren, macht man große Fortschritte in der spirituellen Entwicklung. Wird der Körper im Bereich der Vitalzentren verletzt, führt das sehr häufig zum sofortigen Tod eines Menschen.

Die Wahrnehmung der Vibrationen und Empfindungen im Körper fördert die Fähigkeit des Geistes, bei einer Sache zu verweilen und sich in das Wahrgenommene zu vertiefen. Auf diesem Weg vom Groben zum Feinen verfeinert sich die Struktur des Bewusstseins, und es wird immer subtiler. Wir erleben direkt, wo die Intensität der Seele besonders stark im Körper empfunden werden kann.

Die Wahrnehmung der psychischen Zentren fördert nicht nur die Verfeinerung des Bewusstseins, sondern wirkt auch besänftigend auf die Emotionen und stimulierend auf die Intuition.


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englische Ausgabe:

Why Meditate? by Acharya Mahaprajna ©2005

Compiled 

by Muni Dhananjay Kumar

Published

by Jain Vishva Barati Institute, Ladnun, India

Translated

by Samani Charitra Pragya, Neeraja Raghavan & Sudhamahi Regunathan

Übertragung ins Deutsche:

Carla Geerdes



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