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Meditieren – Warum? [04.1] Physische Gesundheit & Preksha Meditation (1)

Acharya Mahaprajna

04.06.2008

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Wenn wir jemanden lange nicht gesehen haben, fragen wir, wie es ihm geht und wollen etwas über seine körperliche Gesundheit wissen. Immer fragen wir nach der körperlichen Gesundheit, niemals nach der mentalen oder emotionalen. Der Geist ist subtiler als der Körper, und die Emotionen sind subtiler als der Geist. Sie sind für uns nicht erkennbar, erkennbar ist der Körper für uns, allenfalls noch der Geist.

Hier beschäftigen wir uns mit dem Körper. Der Körper, den wir sehen können, ist der grobstoffliche Körper. In ihm ist ein feinstofflicher Körper, in dem ein noch subtilerer Körper ist. In der Jaina Terminologie wird der grobstoffliche Körper als Audarik bezeichnet, der feinstoffliche Lichtkörper als Tejas Sharir und der noch subtilere Karmakörper in ihm als Karma Sharir. Alle drei Körper sind miteinander verbunden. Der für uns sichtbare Makrokörper steht im Zentrum unserer Aufmerksamkeit, doch können wir seine tatsächliche Natur nicht verstehen, wenn wir über die subtileren Körper nichts wissen.

Wie ist der grobstoffliche Körper entstanden, wer ist sein Schöpfer? Der Karmakörper, er ist die Ursache für die Entstehung des physischen Körpers. Der Karmakörper absorbiert Materiepartikel (Pudgala), aus denen er alle Zellen des Körpers bildet. Billionen von Zellen [1014], davon etwa 100 Milliarden Neuronen, ordnen sich aufgrund der Schwingungen des Karmakörpers systematisch an und formen so den grobstofflichen Körper. 

Wer nun aber steuert den grobstofflichen Körper? Der Lichtkörper (Tejas Sharir). Aus seinen Schwingungen wird das Prana gebildet, die Lebensenergie. In der Jain Metaphysik werden 10 Arten von Prana unterschieden: 

 

Die 10 Arten von Prana

Prana für Klangwahrnehmung

Shrotendriya Praan

Prana für visuelle Wahrnehmung

Chakshurendriya Praan

Prana für Geruchswahrnehmung

Ghraanendriya Praan

Prana für Geschmackswahrnehmung

Rasnendriya Praan

Prana für Berührungs- und Empfindungswahrnehmung

Sparshnendriya Praan

Prana für Lebensenergie des Körpers

Sharir Praan

Prana für Sprachenergie

Bhaashaa Praan

Prana für den Geist

Mana Praan

Prana für Atem

Shvaasocchavaas Praan

Prana für Lebensspanne

Aayushya Praan



Ayurveda und Hathayoga unterscheiden 5 Arten von Prana zur Steuerung der Körperfunktionen:

  • Prana (Einatmen)
  • Apana (Ausatmen)
  • Samana (Mittelatem)
  • Udana (der aufwärts strebende Atem)
  • Vyana (der alles durchziehende Atem)

Alle Körperfunktionen werden auf der Grundlage elektromagnetischer Schwingungen ausgeführt. Ohne elektromagnetische Schwingungen können sie nicht aktiv sein. Die meiste elektrische Energie benötigt unser Gehirn, im Durchschnitt 20 Watt für alltägliche Aufgaben ohne besondere Komplexität, für komplexe Aufgaben bis zu 200 Watt. Seinen Energiebedarf erhält es vom Lichtkörper (Tejas Sharir).

Die einfachste Antwort auf die Frage nach dem Zustand unserer Gesundheit kann der Lichtkörper geben, der mit seinen Schwingungen die elektrische Energie generiert, die wir benötigen. Wenn er gut funktioniert, ist unser Gesundheitszustand gut, wenn nicht, ist es der Gesundheitszustand auch nicht. Mit unserem Körper verhält es sich ähnlich wie mit der Uhr, die nicht mehr geht, weil die Batterie leer ist. Erzeugt der Lichtkörper genügend Energie für alle Körperfunktionen, sind wir gesund, wenn nicht, werden wir krank. Im Ayurveda wird dieser Zusammenhang auch hergestellt. Ein ayurvedischer Arzt würde die Frage, warum man krank ist, damit beantworten, dass das Immunsystem geschwächt ist, weil der Körper nicht mit der benötigten Menge Lebensenergie versorgt wird.   

Was schwächt das Immunsystem? Einer der Gründe ist Unausgewogenheit. Wer sich auf lange Sicht nicht um den Ausgleich zwischen Tätigkeit und Untätigkeit kümmert, ununterbrochen arbeitet und sich keine Ruhe gönnt, schwächt damit auf die Dauer seine Lebenskraft. 

In den Jain Agamas ist eine asketische Disziplin beschrieben, die eigentlich eine spirituelle Übung ist, aber auch der Erhaltung der Gesundheit dient. Nachdem ein Mönch einige Kilometer gelaufen ist, soll er Kayotsarga praktizieren, also für eine Weile mit geschlossenen Augen stehen bleiben. Kayotsarga ist eine Methode zur Entspannung des Körpers, die den nötigen Ruheausgleich zu jeder Aktivität schafft. Auch in der Gegenwart, während ihres täglichen Pratikraman [der Prozess zu Beginn und am Ende jedes Tages, in dem alle weltlichen Aktivitäten gestoppt werden und Kontakt zum Selbst aufgenommen wird]  führen die Mönche und Nonnen Kayotsarga durch. Auf diese Weise wird das Gleichgewicht zwischen Tätigkeit und Untätigkeit wieder hergestellt. Man sollte nicht nur einmal täglich Kayotsarga praktizieren, sondern besser mehrere kurze Entspannungsübungen täglich einplanen.


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englische Ausgabe:

Why Meditate? by Acharya Mahaprajna ©2005

Compiled 

by Muni Dhananjay Kumar

Published

by Jain Vishva Barati Institute, Ladnun, India

Translated

by Samani Charitra Pragya, Neeraja Raghavan & Sudhamahi Regunathan

Übertragung ins Deutsche:

Carla Geerdes



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