Homepage der Edition 2  

Homepage der Edition 1
english  
...Lade Navigation...
 
...Lade Navigation...
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Willkommen

auch das Universum befindet sich noch in Entwicklung


Jainismus

Jainismus

GEWALTLOSIGKEIT
das Grundgesetz im Jainismus


 

Die Philosophie von der Seele und der Materie [1.1] Empfindende und nicht-empfindende Energie (1)

Gurudev Shree Chitrabhanu

27.04.2006



previous Die Philosophie von der Seele und der Materie next

Die Welt ist ein Haus des Belebten und Unbelebten, des Bewussten und Unbewussten. Um zu überleben, ist eine Partnerschaft zwischen beiden notwendig. Ein Hauch des Belebten flößt allem Unbelebten Leben ein. Was ermöglicht dem Verstand das Denken, den Ohren das Hören, den Augen das Sehen, der Nase das Riechen, der Zunge das Schmecken und dem Körper das Fühlen? Es ist die Bewusstheit. Sonst wäre unser Gehirn, wären unsere fünf Sinne unachtsam, leblos und funktionsunfähig.

Etwas verbirgt sich hinter allen Formen. Wie können wir dieses unsichtbare, lebensspendende Element bezeichnen? Im Sanskrit ist es als Atma bekannt. Im Deutschen wird es Seele, Geist, das Selbst oder das Göttliche genannt. In Wirklichkeit erfaßt keines dieser Worte die volle Bedeutung von Atma , denn es fehlt beim Hören dieser Worte das Gefühl der pulsierenden Lebensenergie. Um die Dynamik zum Ausdruck zu bringen, die in den Worten Atma, Seele, Geist und Selbst steckt, wird es in diesem Buch als empfindende Energie bezeichnet.

Definieren wir das Wort empfindend etwas genauer. Normalerweise bezeichnet es jemanden, der die Kraft hat, mit Hilfe der Sinne wahrzunehmen. Es wird auch als bewusster Geist definiert. Empfindende Energie ist unsere unsterbliche Essenz, ist Bewusstheit, die wir im Zustand von Achtsamkeit erfahren. Sie kann weder stagnieren, noch ist sie zu physischem Leid fähig, sie ist keine materielle Substanz. Wir können sie als das Leben, das Innenwohnende, das Eine , das wir seit Anbeginn der Zeit sind, bezeichnen. Wir müssen sie kennen und uns mit ihr befreunden.

Eines der Ziele dieser Vortragsreihe ist es, Atma als unser Nächstes und Liebstes kennenzulernen und zu erfahren. Wenn wir zwischen Seele und Materie unterscheiden lernen, können wir unsere bewusste Realität erfahren. Die alten Weisen beschreiben es mit folgenden Worten:

„Keine Waffe kann es zerschneiden,

noch irgendein Feuer verbrennen,

kein Wasser kann es benetzen,

noch irgendein Wind trocknen...

es ist Atma , unsterblich.“

Nun wollen wir die zwei völlig verschiedenen und einzigartigen Energien untersuchen, die in diesem Universum arbeiten: Die bewusste und die unbewusste Energie. Die kleinste unteilbare Form der Materie wird Atom genannt. Die Atome bestimmen die grundlegende Struktur der materiellen Welt. Treffen Atome zusammen, bilden sie Moleküle. Wenn die Moleküle sich gruppieren, bilden sie die unzähligen, körperlichen Formen, die im stofflichen Universum gefunden werden.

Das Atom ist eine Energie, eine nicht-empfindende oder unbewusste Energie. Seine Natur besteht darin, dass sich Moleküle bilden und zerfallen. Sie sind in einem ständig fließenden Zustand, im fortwährenden Wechsel zwischen Bewegung und Ruhe, wie das Pendel einer Uhr. Sie stoßen gegeneinander und erzeugen dabei Erschütterungen oder Schwingungen.

Im Gegensatz zu den Atomen ist die Natur von Atma oder der empfindenden Energie das Bewusstsein. Sie hat unendliche, kreative Kraft. Die empfindende Energie kann die Anordnung der materiellen Welt, das heißt der Atome, verändern. Atma und Atom bilden zusammen die Struktur des gesamten Universums.

Nur wenn wir diese beiden Polaritäten verstehen, wird unser Wissen vollständig sein. Der Osten erforscht die Geheimnisse von Atma, und der Westen erforscht die Geheimnisse des Atoms. Wenn wir nur einen Pol betrachten, ist unsere Ansicht eingeschränkt. Diejenigen, die nichts jenseits der Atome sehen, streben nur nach materiellem Erfolg und enden dort, wo sie begannen, im Prozeß des Molekülbildens und –zerlegens. Sie betrachten den Menschen als eine Maschine und riskieren dabei ihre eigene Vernichtung. Andererseits riskieren diejenigen, die das Studium des Atoms außer acht lassen und sich nur für Atma interessieren, von der Armut verschlungen und dem Fortschritt gegenüber gleichgültig zu werden.

Zum Leben brauchen wir beides, Essen für den Körper und Nahrung für die Seele. Wir brauchen Balance. Wir müssen in unserer Mitte ruhen und sowohl Atma, als auch das Atom betrachten. Wenn wir uns selbst mit den Augen der Weisheit beobachten, werden wir sehen, dass wir weder voreingenommen noch eingeschränkt sind, sondern offen und in Bewegung – in Richtung auf die Erweiterung des Herzens und die Erleuchtung des Bewusstseins.

Wie können wir diese Balance erfahren? Indem wir das geistige Licht von Atma auf das Atom werfen. Indem wir durch Meditation sowohl des Zentrums als auch des Umfelds bewusst werden. Indem wir zwischen empfindender und nicht-empfindender Energie unterscheiden. Wenn wir in Balance sind, wird unsere Bewegung durch eine bestimmte Richtung (pragati) und nicht durch einen Teufelskreis (gati) gekennzeichnet sein. So wird auf diesem Weg unsere empfindende Energie sich in Richtung auf das höchste, vollständige ihres Selbst bewegen.

Indem wir unser Verständnis von der Beziehung zwischen Atma und dem Atom erweitern und durch Meditation mit den unvergänglichen Eigenschaften unseres Selbst in Einklang sind, können wir uns selbst, der gesamten Menschheit und allen Lebewesen nützlich sein. Der Ausdruck unserer meditativen Balance im alltäglichen Leben wird entsprechend unserer individuellen Natur sein – aktiv ruhig oder ruhig aktiv.




previous Die Philosophie von der Seele und der Materie next

©1977 by Gurudev Chitrabhanu
Übersetzung ©1988 von Trupti Traudel Pandya
Edited by Clare Rosenfield
Published by Jain Meditation International Center , NY
2nd Edition 1979


Startseite nach oben

© 1997-2006 HereNow4U | Gästebuch |


HereNow4U durchsuchen:
powered by
WIKIPEDIA durchsuchen:
Willkommen

auch das Universum befindet sich noch in Entwicklung



NEWSLETTER