Homepage der Edition 2  

Homepage der Edition 1
english  
...Lade Navigation...
 
...Lade Navigation...
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Willkommen

auch das Universum befindet sich noch in Entwicklung


Jainismus

Jainismus

GEWALTLOSIGKEIT
das Grundgesetz im Jainismus


 

Die Philosophie von der Seele und der Materie [2.3] Wie "ich" vom "nicht-ich" unterschieden wird (3)

Gurudev Shree Chitrabhanu

07.05.2006



previous Die Philosophie von der Seele und der Materie next

Damit unsere Gedanken dynamisch sind, muss alles in Übereinstimmung sein – Gedanke, Wort und Handlung – alle drei müssen mit der höchsten Stufe der empfindenden Energie in Einklang sein. Gedanke, Wort und Handlung müssen mit derselben Frequenz schwingen, wie alles lebendige Leben. Sonst mag ein guter Gedanke auftauchen, aber das Ergebnis wird sich nicht einstellen. Zum Beispiel kann ein Mensch denken: „Ich möchte lange leben.“ Aber wie kann das Universum im Einklang mit seinem Wunsch nach einem langen Leben schwingen, wenn er Lebewesen durch sein Sprechen oder Handeln quält oder verletzt? Das Universum kann erst in harmonischer Erwiderung schwingen, wenn Gedanke, Wort und Tat übereinstimmen. Deshalb muss derjenige, der lange und glücklich leben will, zuerst lernen, dass er Andere lange und glücklich leben lassen muss.

Einige sagen: „Jeden Tag sitze ich und bete, und nichts passiert!“ Weil keine Handlung da ist! Wenn die Handlung nicht mit den Gedanken übereinstimmt, wird ein Zwiespalt geschaffen. Wenn wir etwas wollen und uns von den Umständen abhalten lassen, erlauben wir diesen, uns an der Durchführung eines positiven Gedankens zu hindern. Solch eine Zurücknahme ist ein Rückzug aus unserer eigenen Verpflichtung zum Wachsen. Wenn wir jemandem Hilfe anbieten und unser Angebot in dem Moment zurücknehmen, in dem er hilfesuchend kommt, schaffen wir Zwiespalt in uns. Dadurch teilen wir unser ganzes Leben in Stücke. Mit diesem Wissen sollten wir uns sagen: „ Ich will mein Leben nicht in lauter kleinen Stückchen teilen. Lass mich ein Leben führen, in dem ich fühle, dass meine Worte, Gefühle und Handlungen im Einklang sind.“

* * *

Es ist die Natur des unerleuchteten Verstandes, die Gestalt des vor ihm befindlichen Objektes anzunehmen. Falls das Objekt die Sinne verführt, fängt der Verstand an es zu begehren. Falls er bekommt, was er will, wird er vorübergehend glücklich. Das wird Vergnügen genannt. Falls er das von ihm Begehrte nicht bekommt, schmachtet er weiter. Das führt zu Enttäuschung, welche wiederum zu Depression führt. Das wird Schmerz genannt. Beide, Vergnügen und Schmerz, sind vorübergehende Nebenprodukte eines Verstandes, der von Bedürfnissen oder Habsucht versklavt wurde. Solch ein Verstand ist nichts weiter als ein alter, staubiger Speicher, angefüllt mit alten Dingen, Gedanken und Wünschen, welche er angesammelt, angehäuft und durchdacht hat.

Solange der Verstand nicht das Licht der Achtsamkeit aufnimmt, bleibt er in diesem Zustand des Schwankens, der sich in den Schwingungen von Anziehung (raga) oder Abstoßung ( dvesha) fortsetzt.

Auf dieser Stufe unterscheidet sich das Bewusstsein eines unachtsamen Menschen kaum von dem instinktiven Bewusstsein der Tiere, deren Verlangen hauptsächlich aus Essen, Schlafen, Fortpflanzung und Sammeln besteht. Wenn der Verstand in ein depressives Stadium fällt, ist er von einer Schwere und Unbeweglichkeit geprägt, die mit dem mineralischen Zustand vergleichbar ist.

Aber wir sind alle auf dem Pfad der Evolution. Es liegt in der Natur der Seele, aufwärts zu streben. Es liegt in der Natur des Bewusstseins, sich mehr und mehr zu öffnen. Es beginnt im mineralischen Stadium und entwickelt sich weiter, bis es schließlich die wundervollste Entwicklungsstufe erreicht: Universelles Bewusstsein. Obwohl das mineralische Bewusstsein wegen seiner scheinbaren Bewegungslosigkeit nicht bemerkt wird, besitzt es einen geringfügigen Grad an Bewusstsein. Wir haben gesehen, dass sogar der kleinste Samen empfindende Energie hat. Bevor er gesät ist, befindet er sich äußerlich im schlummernden Zustand. Wenn er in die Erde gesät wird, wird sein Bewusstsein durch sein Bestreben zu wachsen offensichtlich.

Das individuelle Bewusstsein geht durch Leiden und die natürlichen Lebensprozesse hindurch. Es kommt fortwährend mit verschiedenen Schwingungen in Berührung, legt fortwährend alte Gestalten ab und nimmt neue an. Schließlich erreicht es die Stufe menschlichen Bewusstseins oder das „Wer bin ich“ – Bewusstsein. Keine andere Lebensform kann sich diese Frage selbst stellen.

Wenn ein Mensch sich tatsächlich diese Frage stellt, hat er sich auf eine Reise eingelassen, um seine eigene Wirklichkeit aufzudecken. Er hat sich verpflichtet, mit der Evolution vorwärts zu fließen. Er hat begonnen, seinen Verstand zu erhellen und ihn nun in der Weise zu gebrauchen, in der er eigentlich gebraucht werden sollte – nämlich, der empfindenden Energie zu helfen, sich ihrer selbst bewusst zu werden.

Wenn die empfindende Energie ihrer selbst bewusst wird, hört sie auf dem Verstand zu erlauben, negativen Elementen eine Gestalt zu geben. Wenn der Verstand aufhört, Bilder von Unfällen, Krankheiten und Tod zu produzieren, werden diese Negativitäten nicht länger den Verstand bombardieren und negative Ereignisse werden nicht stattfinden.

Agiert der Verstand mehr als Helfer, denn als Hindernis, wird er ein Verbindungsglied zwischen dem Empfindendem und dem Nicht-empfindendem, zwischen Seele und Körper, zwischen Bewusstheit und Ausdruck der Bewusstheit. Er wird wie eine Glühbirne die Energiequelle zeigen, an die er gebunden ist, bewusste, erleuchtende Energie . Wenn der Verstand als Empfänger und Sender von empfindender Energie dient, offenbart er Bewusstheit durch das was wir Wissen, Wiedererkennen, Denken, Wahrnehmung und Gedächtnis nennen.
 

 




previous Die Philosophie von der Seele und der Materie next

©1977 by Gurudev Chitrabhanu
Übersetzung ©1988 von Trupti Traudel Pandya
Edited by Clare Rosenfield
Published by Jain Meditation International Center , NY
2nd Edition 1979


Startseite nach oben

© 1997-2006 HereNow4U | Gästebuch |


HereNow4U durchsuchen:
powered by
WIKIPEDIA durchsuchen:
Willkommen

auch das Universum befindet sich noch in Entwicklung



NEWSLETTER