Homepage der Edition 2  

Homepage der Edition 1
english  
...Lade Navigation...
 
...Lade Navigation...
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Willkommen

auch das Universum befindet sich noch in Entwicklung


Jainismus

Jainismus

GEWALTLOSIGKEIT
das Grundgesetz im Jainismus


 

Die Philosophie von der Seele und der Materie [2.1] Wie "ich" vom "nicht-ich" unterschieden wird (1)

Gurudev Shree Chitrabhanu

03.05.2006



previous Die Philosophie von der Seele und der Materie next

Wenn ein Kind jemanden beobachtet, wie er ein Samenkorn in der Erde „versteckt“, ihn mit schwerer Erde bedeckt und wässert, denkt es, der Samen ist verschwunden. Es kann sich nicht vorstellen, dass sich so ein kleiner Samen seinen Weg aus seinem scheinbaren Versteck bahnen und wieder erscheinen könnte. Aber wenn wir jemanden sehen, der sät, wissen wir, dass die Saat sprießen und wachsen wird. Der Samen wird nicht verschwinden und sterben.

Woher wissen wir, dass der Samen wachsen wird? Und was fehlt dem Kind, dass es denkt, er sei verschwunden? Erfahrung. Erfahrung hat uns gelehrt, dass in dem Samen so viel Energie ist, die ihm die Kraft gibt, die Erde zu durchbrechen und herauszuwachsen. Einem Kind fehlt dieses durch Erfahrung gewonnene Wissen, und es hat somit noch nicht die Einsicht derer, die wissen.

Es gibt einen ähnlichen Unterschied zwischen einer Person mit Einsicht und einer ohne diese. Angesichts dessen, was einige Leute das Ende oder „Tod“ nennen, fühlt ein weiser Mensch keine Unsicherheit, da er den Kreislauf der Ewigkeit in jedem Prozess des Wechsels erkennt. Jene ohne Einsicht sehen, wie das unerfahrene Kind, alles als endgültig an. „Lass' mich jetzt alles genießen “sagen sie „denn, wenn ich nicht mehr bin, ist es für immer und alles wird auf dem Friedhof beerdigt sein.“ Diejenigen, die solche Angst vor der Endgültigkeit haben, sind nicht im Frieden mit sich selbst.

Solange wir das Konzept „Alles ist verloren!“ haben, werden wir Trauer und Tränen spüren. Doch bevor wir trauern, wenn ein Mensch stirbt, lasst es uns lieber aus diesem Blickwinkel betrachten: Wenn ein Mensch dahingegangen ist, mag er oder sie aus unserem Blick, unserem Kreis verschwunden sein, aber nicht aus dem Universum. Der Mensch hat die Gestalt verlassen, aber nicht seine Essenz. Seine empfindende Energie wandert weiter. Wenn wir diese Philosophie verstehen, erweitern wir unsere Vorstellung und sagen: „Was ist verloren? Nur die Gestalt. Ein goldenes Schmuckstück kann zerbrochen oder geschmolzen sein, aber das Gold bleibt erhalten. Ein neuer Schmuck kann daraus geschmiedet werden, nur seine Gestalt wird unterschiedlich sein.“

Lasst uns erkennen, dass wir alle hier verweilen, um etwas zu vollenden, auszuführen oder zu lösen. Wir haben alle eine Berufung. Es ist eine Erfahrung, nicht eine intellektuelle Lektion. Jemand Geliebtes, der nicht länger in unserer Nähe weilt, ist gegangen, seine Berufung fortzuführen, sein Werk zu vollenden, welches er in dieses Leben mitgebracht hat. Die Beziehung, die wir zu ihm hatten, wird bleiben. Sende weiterhin wunderbare Schwingungen zu ihm. Die Schwingungen werden ihn erreichen, aber deine Tränen nicht.

Nun wollen wir uns die Kontinuität der Ewigkeit in jedem Samen, in jeder Gestalt vorstellen. Lasst uns das Gleiche in uns sehen. Die Gestalt bricht oder zerfällt, aber es gibt etwas im Zentrum aller Gestalten, etwas, das unveränderlich ist. Dieses Etwas ist empfindende Energie .

Wenn wir den Ausdruck dieser Energie in einem Samen, sogar in so einem winzigen Samen wie dem Sesamsamen sehen können, können wir seine Kraft beobachten. Sein Spross ist so dynamisch, kraftstrotzend, dass er sich durch die schwere Erde, durch das tote, nicht-empfindende, harte Material stoßen kann, das ihn bedeckt und es beiseite schiebt. Warum? Weil er lebendiges, empfindendes Leben besitzt. Wenn wir dieser gewaltigen empfindenden Energie in uns bewusst werden, dieser Entwicklung wachsenden Lebens, werden wir alle in der Lage sein, die Lasten der Materie, die uns nieder drücken, abzuwerfen.

Wenn wir zu dieser Einsicht kommen, wird unser Leben verändert sein – heiter fließend. Warum? Weil wir erfassen werden, dass wir in diesem letzten Stadium unserer Evolution, im menschlichen Leben, unsere Wirklichkeit ganz nah spüren. Wir sehen unsere ewige Natur. Wir sind in Verbindung mit unserem Selbst .

Wenn wir dies durch unsere Erfahrung wissen, nicht nur auf eine verstandesmäßige oder vorstellungsmäßige Weise, werden wir alle Ängste und Sorgen verlieren. Wie die Person, die je nach Jahreszeit das Haus wechselt, wissen wir, dass wir nicht woanders hin „gegangen“ sind, gleichgültig, wo wir sind, sei es ein anderes Land, Klima, ein anderer Planet, Wohnsitz, eine andere Situation oder Geburt. Wir wechseln nur das Haus, verändern die Gestalt.

* * *

Was wir „Ich“ nennen, ist lediglich ein Name. Wie „Er“ oder „Sie“ ist „Ich“ eine Gestalt. Als ein zorniges oder glückliches „Ich“ ist es ein emotionales „Ich“. Wenn wir sagen: „Ich werde tun, was ich gestern tat“, gehört dieses „Ich“ zu einer Zeitspanne. Keines dieser „Ich's“ sind wir. Dies sind Hunderte von Namen, die in Hunderten von Spiegelscherben gespiegelt werden, den Spiegeln der Gefühle und Kategorien - reich, arm, zornig, depressiv, glücklich, traurig, hoch, tief. „Ich“-Spiegel stellen nicht unsere wirklichen Eigenschaften dar, sondern Zustände. Freuden und Schmerzen, Höhen und Tiefen sind vergänglich; sie kommen und gehen.

Wenn wir in diese Ebene der Erfahrung eintreten, wissen wir, dass empfindende Energie über die einzelnen Abschnitte des Lebens hinausgeht. Was wir Mädchen, alte Dame, Kranke oder Sterbende nennen, sind alles Stufen, die im Spiegel gesehen werden. Warum haben wir uns noch nicht in unserer ewigen Natur gesehen? Wegen der Karmas. Wir haben unsere wahre Natur nicht von Zuständen, Stufen und Spiegeln unterschieden. Wir identifizieren uns fortwährend mit den vorübergehenden Rollen, die wir spielen.

Wirkliche Erfahrung kommt, wenn wir in der Lage sind, uns von allen Bedingungen der nicht-empfindenden Energie zu lösen und uns selbst als empfindendes Atman sehen. Wirkliche Meditation beginnt in dem Augenblick, indem wir sagen: „Das ist empfindende Energie und das bin ich. Diese Energie kann nicht abgeschafft oder zerstört werden.“

Dies ist das „Ich“, das kein Ego hat. Die Spiegel-„Ich's“ waren Zustände nicht-empfindender Momente. Wir identifizierten uns mit diesen vorübergehenden Zuständen. Jetzt sehen wir, nur weil das Haus alt ist, bedeutet es nicht, dass der Bewohner alt ist. Jetzt können wir uns als empfindende Bewohner in den „Häusern“ des Nicht-empfindenden vorstellen, oder als Empfindender, der die „Kleider“ des Nicht-empfindenden trägt.   

 




previous Die Philosophie von der Seele und der Materie next

©1977 by Gurudev Chitrabhanu
Übersetzung ©1988 von Trupti Traudel Pandya
Edited by Clare Rosenfield
Published by Jain Meditation International Center , NY
2nd Edition 1979


Startseite nach oben

© 1997-2006 HereNow4U | Gästebuch |


HereNow4U durchsuchen:
powered by
WIKIPEDIA durchsuchen:
Willkommen

auch das Universum befindet sich noch in Entwicklung



NEWSLETTER