Wenn ein Eimer nur ein einziges Loch hat, wird das Wasser auslaufen, egal wie oft wir den Eimer in den Brunnen hinablassen. Wie ist es mit dem Verstand? Die Natur bietet ständig alle ihre unzähligen Gaben an. Aber wenn der Verstand Löcher hat, kann er nicht das bewahren, was er erhält. Egal wie oft er durch die Freigebigkeit des Universums gefüllt wir, fühlt er immer noch Mangel und Leere.
Wodurch kommen diese Löcher in unserem Denken? Durch unsere Schranken und Grenzen, Zu- und Abneigungen, Ärger, Urteile, Erwartungen und Projektionen, in einem Wort, unsere Karmas . Die Natur macht keinen Unterschied. Die Sonne, der Regen sind für alle da. Die Luft ist für alle da; alle atmen universalen Atem. In unserer Eile, die Welt zu kategorisieren und zu etikettieren, sehen wir ihre Schönheit nicht. Wir gehen an den großzügigen Gaben der Natur vorbei.
Wie können wir die Löcher des Verstandes füllen? Paushada – indem wir uns Zeit nehmen, uns von den vielen Aktivitäten zurückzuziehen, welche Wunden in unserer Psyche und unserem Verstand geschaffen haben. Heilen wir uns selbst. Nehmen wir uns ein paar Stunden, ein paar Tage, ein paar Wochen, um uns selbst mit dem tiefen, alles durchdringenden Frieden der Meditation zu heilen.
Viele von uns wissen nicht, dass wir innerlich bluten. Wir haben Verbände auf unsere Wunden gelegt, um das Blut aufzunehmen, oder wir haben Medikamente genommen, um den Schmerz zu dämpfen und die Glieder zu betäuben. Welche Art von Verbänden benützen wir? Kleine Unterhaltungen, unzählige Aktivitäten, um uns zu beschäftigen. So lange wir jung und gesund sind, bemerken wir nicht, wie wir diese „schmerzstillenden Mittel“ als Krücken benützen.
Die Zeit kommt, wo die Spirale anfängt, sich nach unten zu winden. Die Symptome beginnen sich zu zeigen. Im Inneren ist Leere, Grübeln, Schwäche und Erschöpfung. Die Zeit kommt, in der wir uns selbst begegnen müssen. Die Zeit kommt, wenn wir unseren Schmerz sehen und dem Davonlaufen ein Ende machen müssen.
Pratikramana – zurücktreten und sehen was wir sind.
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Die wirklich erleuchteten Seelen der Vergangenheit und Gegenwart benützten an den unterschiedlichsten geographischen Orten ihre Tage und Nächte zur Innenschau, zum Verstehen und zur Meditation. Ihre inneren Stimmen nahmen Formen von Worten an. Aus diesen Äußerungen reiner Ekstase und Einsicht erfahren wir Weisheit. Aus ihrem tiefen Mitgefühl für die Menschheit teilten sie ihre Lehren mit uns, um unser Leben zu inspirieren und höher zu tragen.
Was haben sie gesehen? Die vereinigende, bewusste Energie, welche herrlich und unsterblich ist, verborgen in jeder Erscheinungsform des Lebens. Was haben sie verstanden? Das Universum arbeitet wie ein Rechner und summiert alle unsere Schwingungen auf. Jeder Gedanke, den wir haben, hat seine eigene Schwingung. Gemäß der Art, wie er im Universum schwingt, zieht er subtile Atome an. Aus diesen Atomen ist unser Denken, Sprechen und Sehen aufgebaut. Auf diese Weise konnten die Weisen des Altertums die Krankheit des Menschen feststellen – Schmerz kommt nicht von außen, sondern entsteht als Resultat von etwas Innerem – unseren eigenen negativen Schwingungen.
Es gibt drei Schritte, um die Lücken des Geistes zu schließen und uns ganzheitlich zu erfahren:
erkennen,
wiedererlangen und
bewahren.
Erstens, sich selbst erkennen - der Mikrokosmos im Makrokosmos. Bevor wir das Unsichtbare sehen können, beginnen wir mit dem Sichtbaren; bevor wir das Formlose erleben, erforschen wir die Form. Die Gestalt, die uns bildet, ist aus den gleichen Elementen wie das Universum zusammengesetzt. Die festen Teile unseres Körpers – Haare, Zähne, Haut, Nägel und Knochen – sind die Erdelemente. Sie sind der „Staub“. All die Flüssigkeiten – Blut, Schweiß, Speichel, Tränen - sind Wasserelemente in uns. Das, was die chemischen Reaktionen verursacht, einschließlich der Verdauung von Nahrung und Erzeugung der Körperwärme ist das Feuerelement. Der Atem, der ständig kommt und geht ist das Luftelement.
So ist das, was außen ist, innen. Man kann vor der Welt nicht weglaufen. Die Gestalt, die wir in uns sehen, ist die Form des Kosmos. In alten Jain-Handschriften stellten Künstler sogar die Form des Kosmos in der Gestalt des Menschen dar.
Aufgrund dieser tiefen Beziehung zwischen Mikrokosmos und Makrokosmos werden wir von jahreszeitlichen Veränderungen beeinflusst. Wenn es draußen kalt ist, empfindet unser Körper Kälte. Genauso wie die Formen der Natur in einem ständigen Fluß und Wechsel sind, unterliegt unsere Gestalt ständiger Veränderung.
Was ist der verborgene Grund für Veränderung? Welches ist das Gesetz, das hinter dem Kreislauf der Jahreszeiten steht? Zur Erneuerung und Erfrischung ist das Wasser immer in Bewegung. Um ständig frisch zu bleiben, wird es immerwährend durch Ebbe und Flut der Gezeiten erneuert. Wenn das Leben nicht fließt, gleicht es abgestandenem Wasser.