Lasst uns nun unsere gegenseitige Abhängigkeit auf der Schwingungsebene verstehen. Unsere Fähigkeit, Materie in Energie und Energie in Materie umzuwandeln, erfahren wir durch die Schwingungen in jedem Moment unseres Lebens. Wie Nahrung sich in unserem Körper in Energie umwandelt, werden sich die positiven Schwingungen einer Person mit positiver Einstellung zum Leben in unserem Bewusstsein in angenehme Gefühle verwandeln.
Wenn wir jemanden begegnen, der in Trägheit versunken ist, beginnen wir uns auch müde und energielos zu fühlen. Wir denken, dass die Müdigkeit in uns ist, aber höchstwahrscheinlich nahmen wir die Schwingungen einer Person auf, die nicht mit Licht und Leben pulsierte.
Wenn wir die Bedeutung der Schwingungen erkennen, verstehen wir, warum einige Leute ihren Evolutionsprozeß beschleunigen und warum andere ihn verlangsamen. Schwingungen können unser Wachsen anregen oder sie können uns zurückhalten. So müssen wir uns fragen: „Nehme ich laufend unerwünschte Schwingungen auf? Lass mich verstehen, wie ich ihnen erlaube mich zu beeinflussen.“ Durch Achtsamkeit hören wir auf, ein Opfer von negativen Schwingungen zu werden, indem wir aufhören ein Opfer unseres eigenen unbewussten Geistes zu sein.
Und so können wir unser Leben und unsere Arbeit überprüfen. Geben wir unserer Arbeit Leben oder sind wir von ihr erschöpft? Hilft uns unser Beruf, unsere Erfahrung zu erweitern oder arbeiten wir nur für „Brot und Butter“? Leben wir glücklich oder treiben wir uns an und verbrauchen zusätzliche Energie zum Überleben und zur Anregung?
Um sich selbst anzuregen, nehmen einige Leute Drogen wie Nikotin, Koffein, Aufputschmittel und denken, dass dieses ihnen Energie gibt. Ihnen ist nicht die Schuld zu geben. Um mit dem Leben Schritt zu halten, müssen sie Anregungsmittel nehmen, sonst fühlen sie sich hilflos und erschöpft. Jeder von uns muss tief in sich gehen und sehen, ob diese Neigungen in ihm sind. Wenn wir nicht jene dynamischen Schwingungen empfangen, die wir brauchen, ist es Zeit, eine Änderung in unserem Leben vorzunehmen.
Wie können wir eine Veränderung in unserem Leben vornehmen? Erstens, indem wir den Zusammenhang verstehen, zwischen dem, was uns im Universum geschieht und unseren eigenen geleisteten Beitrag dazu. Zweitens, durch das Beenden von Haß und Beschuldigungen und durch die Anerkennung der Verantwortung für die eigenen Handlungen. Drittens, durch das Erkennen, dass es keine Sünde gibt. Was wir sehen, sind die Konsequenzen, Ergebnisse vergangener Handlungen. Halten wir uns an der Vergangenheit fest, schmiegen wir uns an sie, so werden wir von ihr besiegt. Lassen wir die Gegenwart nicht verstreichen, ohne sie als lebendige Gegenwart zu erleben. Nehmen wir unser Leben in unsere eigenen Hände und erfahren seine unendlichen, kreativen Möglichkeiten.
Der erste Schritt ist also zu verstehen, wie das Universum arbeitet. Es hat seine Gesetze, arbeitet präzise. Es gibt keine Fehler. Wie Sonnenaufgang und Sonnenuntergang, wie Ebbe und Flut des Ozeans, wie der Wechsel der Jahreszeiten präzise sind, so ist das Universum exakt. Was uns als Zufall erscheint, hat eine Ursache.
Wir müssen begreifen, wie diese lebendige, empfindende Energie sich in unzählbaren Lebenszeiten weiterentwickelte. Dabei nahm sie in einem Lebensprozess verschiedene Materie an und stieß sie ab, ohne sich dessen bewusst zu sein. Dann kam eine Zeit, als sie begann Materie mit Bewusstsein anzunehmen. Zu dieser Zeit begannen wir uns für unsere Form, unsere Intelligenz, unsere Verhältnisse, alle unsere Merkmale zu entscheiden.
Der Prozess ist folgender: In dem Stadium der Abstoßung oder Anziehung senden wir Schwingungen aus, die entweder negativ oder positiv sind. Wir werden in solcher Weise wiedergeboren, dass wir dieselben Schwingungen erfahren, die wir früher ausgesandt haben. Wir empfangen von dem Universum auf der Stufe unserer Achtsamkeit oder unseres Bewusstseins. Wenn wir jemandem negative Schwingungen in Gedanken, Worten oder Taten geschickt haben, werden wir den Schmerz erleiden, den wir verursacht haben. Wenn wir positive Schwingungen ausgesandt haben, werden wir diese wie ein Echo in der gleichen Weise zurück erhalten. Das Schwingungsecho kommt zurück und zieht Materieteilchen an uns heran, die eine Struktur oder schalenartige Form um die Seele bilden. Diese Teilchen nennen wir Karmas .
Die Schwingungen, die wir ausgesandt haben, mögen aus früheren Lebenszeiten, aus früheren Jahren oder von gestern sein. Aber da wir sie ausgesandt haben, haben sie begonnen an uns zu arbeiten. Aufgrund jener Schwingungsechos gibt es karmische Bindungen oder Beziehungen.
Aber es gibt keine Vergangenheit, die unsere Zukunft vorherbestimmt. In der aktuellen Gegenwart liegt unsere Herausforderung, unsere Arbeit, unsere Hoffnung auf spirituelles Wachsen. Es gibt Bindungen, die schon durch unsere eigenen früheren Schwingungen geformt wurden, mit diesen können wir arbeiten – sie erfüllen, sie lösen, sie zum Abschluß bringen.
Welcher Art ist das jetzige Leben? Wodurch können wir sagen, dass alles in der Gegenwart möglich ist? Weil Karmas, die durch gelebtes Leben geschaffen wurden, die Eigenschaft haben durch lebendige Schwingungen aufgelöst oder umgewandelt zu werden. Wir können positive, lebendige Schwingungen benutzen, um die schwelende Glut der alten negativen auszulöschen. Wir können unsere Gegenwart durch die Umwandlung unserer Vergangenheit umgestalten.
Dies müssen wir in unserer Meditation erfahren. Das ist keine intellektuelle Erfahrung. Wenn wir zu dem gehen, was wir uns nicht erklären können, ist es der Punkt, wo die Philosophie beginnt.
Schwingungen müssen erfahren und nicht erklärt werden. Zum Beispiel beginnt eine Mutter, sobald sie empfangen hat, Liebe zu spüren. Eltern sind bereit, ihr ganzes Schicksal mit einem Fremden, einem Kind, zu teilen! Wir sind bereit für jemanden zu sterben, um den wir uns sorgen. Treffen wir jemanden am Flughafen, werden wir manchmal in ein paar Minuten diesem Freund sogar näher sein, als einem Mitglied unserer Familie.
Warum? Was bringt zusammen und was trennt? Es sind die Schwingungen. Das Herz weiß es. „Das Herz hat Gründe, welche der Verstand nicht erklären kann“, sagte Pascal. Menschen sind keine Baumstämme, die in einem Fluss treiben, aufeinander treffen und sich trennen. Wegen der Begrenztheit des Verstandes können wir den Zusammenhang nicht verstehen. Und doch gibt es etwas, das verbindet, welches Süße oder Bitterkeit in die Beziehung bringt.
Wenn unser Herz nach etwas Sehnsucht hat, wählt es; es schwingt als Antwort. Indem wir uns der Wünsche unseres Herzens bewusst werden, gestehen wir uns unsere Träume ein. Wir entdecken unsere Aufgabe. Hören wir auf unser Herz. Wir wachsen, indem wir auf unsere innere Stimme hören.
In Indien gab es eine Familie, deren Sohn ein Mädchen heiratete, das er in Amerika während des Studiums kennen gelernt hatte. Als er sie mit nach Indien zurück brachte, begann seine Familie sie nach ihrem Aussehen, der Größe, der äußeren Erscheinung zu beurteilen. Und sie kritisierten ihn und sagten. „Was hast du ausgesucht? Welche Art von Mädchen ist das?“
Der Sohn antwortete nur: „Um sie zu sehen, müßt ihr meine Augen haben. Ohne meine Augen könnt ihr sie nicht sehen.“
Die alten Eltern verstanden das nicht. Als sie mich einmal trafen, fragten sie mich: „Was meint er damit – wir müssen seine Augen haben? Ist etwas mit unseren Augen nicht in Ordnung? Haben wir nicht die selben Augen?“
Es ist eine Frage der Beziehung, der Schwingung. Etwas verbindet. So lange es diese Verbindung des Herzens gibt, wachsen die Menschen. Sie tolerieren gegenseitig ihre Fehler. Sie kommen in einer positiven karmischen Beziehung zusammen – nicht um zu binden und zu besitzen, sondern um zu befreien, zu vollbringen und aufzusteigen. Auf diese Weise werden Karmas als schöner Weg zum Wachsen verstanden. Nehmen wir die Hand eines Freundes, eines Partners, eines Lehrers, eines Kindes, geben wir sie einander, so wachsen wir.