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Jainismus

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Die Philosophie von der Seele und der Materie [5.3] Wandeln wir die Schwingungen um (3)

Gurudev Shree Chitrabhanu

31.05.2006



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Mahavir praktizierte seit der Zeit, da er sein Haus verließ und auf den Palast verzichtete, eine Lebensweise der Furchtlosigkeit, die weder Anziehung noch Abstoßung ist – es ist, in Balance zu sein; es ist, mit Liebe angefüllt zu sein. Er meditierte darauf, aus jedem Moment des Lebens eine Gelegenheit zu machen, in Liebe zu sein, egal, ob die Leute ihn gut empfingen oder ihn vertrieben, egal, ob sie ihn lobten oder beschimpften, egal, ob sie ihm Almosen anboten oder nicht. Er nahm Liebe als einen Prozess, als einen Versuch in seinem Leben.

Einmal traf ihn ein Schäfer auf dem Weg und warnte ihn: „Geh nicht weiter, auf dem Weg liegt eine große Kobra. Sie hat viele Menschen getötet.“ Mahavir meditierte auf maitri – der allumfassenden Liebe , und sagte zu sich: „Es ist eine wunderbare Gelegenheit, meine Liebe zu testen. Lass mich sehen, ob alle Zellen meines Körpers von Liebe erfüllt sind. Was ist sonst der Nutzen meiner ganzen Philosophie und meiner ganzen Meditationen?“

Er beachtete den Schäfer nicht. Er ging die Strasse hinauf und sah einen großen Baum, unter dem ein Ameisenhügel mit einer großen Höhle war, in der die Kobra lebte. Die Kobra kam heraus. Für die meisten Menschen wäre dies ein furchterregender Augenblick gewesen.

Mahavir stand hier voller Liebe. Er sandte Schwingungen der reinen Liebe aus, die aus seinen Augen strahlten. Trotzdem biß ihn die wütende Kobra in den Zeh. Dann drehte sie sich um, um in ihre Höhle zurück zu kehren, wissend, dass der Mann tot umfallen würde. Aber das geschah nicht.

Anstelle von Blut floß ein Strom Milch aus Mahavirs Zeh. Das war für die Kobra verwirrend. Mahavirs ganzes Wesen hatte sich in liebevolle Gefühle verwandelt. Und wie eine Mutter, deren Blut sich in Milch verwandelt, in Erwartung des neugeborenen Kindes, hatte Mahavir die tiefe Zuneigung einer Mutter für alle Kinder, sogar für eine Kobra. Als Ergebnis wurden die Zellen seines Körpers umgewandelt.

Dann sagte Mahavir zu der Kobra: „Schlange – sei achtsam! Aufgrund der Wut wurdest du eine Kobra. Sei nun ruhig und achtsam!" Ein Tier entwickelt sich zur Furie auf Grund der gegebenen Wut. Mahavir sandte ihr nun den Fluss der Liebe, und die Kobra senkte ihren Kopf und fühlte die tiefen Schwingungen der Liebe.

Schwingungen arbeiten an unseren Körperzellen. Wenn wir gesund leben möchten, müssen wir daran arbeiten. Wir können wunderbare Zellen aus dem Universum anziehen, weil wir in unserem Zentrum einen Magneten der Liebe haben. Mit diesem Leitstern in uns ziehen wir wunderbare Schwingungen und gesunde Zellen aus dem Universum an. Mit Achtsamkeit sind unsere Schwingungen rein und bringen uns nur das, was wir brauchen, um unsere Energie zu verwirklichen und unsere Aufgabe im Leben zu erfüllen.

* * *

So lernen wir gegenüber Leidenschaften, die wir schaffen, bewusst zu sein, - ist es Eifer oder Widerwille? Mit Widerwille meinen wir Ärger, Hass, bösen Willen, Groll, Besitzansprüche, Eifersucht, Falschheit, Stolz, alles, was negative Schwingungen erzeugt und unerwünschte Teilchen anzieht, die zu geistiger und physischer Schwere und zum Verfall führen. Wir müssen wissen, dass diese Teilchen zu einer bindenden Kraft werden und wir auf Grund dessen nicht unsere unendliche Kraft erfahren.

Wir alle haben in uns unendliche Kräfte, aber diese Teilchen formen eine Decke und begrenzen unsere Kraft. Negative Karmas fesseln uns, wie eiserne Ketten; sie sind schwer zu brechen. Positive Schwingungen halten uns leicht, wie eine goldene Kette; sie sind leicht zu brechen, wenn die Zeit reif ist. In der Zwischenzeit tragen sie uns zu unserer Bestimmung, indem sie uns mit Liebe anstelle von bösem Willen füllen, mit Wertschätzung anstelle von Eifersucht, mit Mitleid anstelle von Herzlosigkeit und mit Achtsamkeit anstelle von Unausgeglichenheit.

 




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©1977 by Gurudev Chitrabhanu
Übersetzung ©1988 von Trupti Traudel Pandya
Edited by Clare Rosenfield
Published by Jain Meditation International Center , NY
2nd Edition 1979


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