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Jainismus

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GEWALTLOSIGKEIT
das Grundgesetz im Jainismus


 

DESERTEC & die EU-MENA Connection (2)


03.03.2008

 

Maßnahmen zur Umsetzung von DESERTEC

Der Bau neuer Solarthermischer Kraftwerke hat in Spanien und in den USA begonnen (Andasol 1 & 2, Solar Tres, PS10, Nevada Solar One). Es gibt bereits Kraftwerksprojekte in Ägypten, Algerien und Marokko und weitere Projekte sind in Jordanien und Libyen in Planung.

Marokko hat ein Einspeisegesetz insbesondere für Windkraft eingeführt, in der EU laufen Diskussionen um ein HVDC-Supernetz für Europa (ein Euro-Supergrid) und die Planungen für Offshore-Windkraftanlagen in Nord-Europa nehmen ebenfalls Gestalt an.

Um den Bau von Solar- und Windkraftanlagen in MENA weiter zu beschleunigen, sollte die EU eine Informationskampagne starten, um Regierungen in MENA darüber zu informieren, dass diese Anlagen über ihre gesamte Betriebsdauer schon jetzt im Vergleich zu Öl- und Gaskraftwerken die günstigere Alternative sind. So können die immer teurer werdenden fossilen Brennstoffe eingespart und/oder auf dem internationalen Markt verkauft werden, während man die eigenen Wüsten nutzt, um sauberen Strom für den eigenen Gebrauch und für den Export zu produzieren.

Während sich der Bau von Solarthermischen Kraftwerken in MENA bereits rechnet, sind weitere Kostensenkungen nötig, um Solarstrom aus MENA zu einer gewinnbringenden Exportoption zu machen. Dies wäre durch eine Beschleunigung der Kostensenkung für diese Technologie durch deren  forcierten Ausbau und durch finanzielle und planerische Beteiligungen der EU am Euro-Supergrid und der EU-MENA-Connection durchaus bis 2020 möglich. Die EU kann dieses Ziel unterstützen, indem sie Beratungsleistungen für die Einführung von (und eventuell auch Beteiligungen an) Einspeiseregelungen in MENA nach dem Vorbild der deutschen und spanischen Gesetze zur Förderung Erneuerbarer Energien unternimmt. Internationale Bürgschaften für lokale Einspeise- oder Stromabnahmeverträge würden den Bau von Solar- und Windstromanlagen im MENA Bereich beschleunigen.

Erwatete CO2-Emissionen aus der Stromproduktion aller Länder in EUMENA bei deutlichen Energieeffizienzsteigerungen (in Mio. Tonnen pro Jahr).

 

  • Erwartete CO2-Emissionen
    aus der Stromproduktion aller Länder in EU-MENA (in Mio. Tonnen pro Jahr) bei deutlichen Energie-effizienzsteigerungen.
  • Obere Kurve:
    Bei einem gleich bleibenden Energiemix wie im Jahr 2000.
  • Zweite Kurve von oben:
    Bei einem Szenario wie in der TRANS-CSP Studie mit CO2-Vermeidung durch die Nutzung erneuerbarer Energien und das Einspeisen von sauberem Strom aus MENA nach Europa.

Von höchster Dringlichkeit ist der Beginn von Gesprächen über ein Euro-Supergrid mit einer EU-MENA-Connection, das die optimale Einbindung aller erneuerbarer Energien in Europa und in MENA ermöglicht. Der Bau der EU-MENA-Connection für den Transport von sauberem Strom aus den Wüsten nach Europa, würde in MENA einen Investitionsboom auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien auslösen und Europa den Zugang zu billigem, sauberem und unerschöpflichem Strom ermöglichen. Der Bau von HVDC-Leitungen für die ersten 10 GW, wie im TRANS-CSP Szenario des DLR beschrieben, würde etwa 5 Milliarden Euro kosten. Wenn die EU-MENA-Connection im Jahre 2020 mit der Stromübertragung beginnen soll, müssen die Gespräche möglichst bald innerhalb der EU und mit den Regierungen in MENA (z.B. im Rahmen des Barcelona Prozesses) beginnen.

In südeuropäischen Ländern, wie Spanien und Italien, kann Solarstrom aus Nord-Afrika schon ab 2020 billiger sein als Strom aus neuen "heimischen" fossilen oder nuklearen Kraftwerken ("Mix 2000" in der Abb. rechts). Durch fortschreitende Kostensenkungen und den weiteren Ausbau des EU-MENA Netzes wird dies spätestens 2030 auch in den meisten Ländern Europas der Fall sein. Die im TRANS-CSP Szenario untersuchte EU-MENA-Connection wird zwar bis 2050 eine Gesamtinvestition von 45 Milliarden Euro benötigen, doch die Stromkosten jährlich um bis zu 10 Milliarden Euro senken. Sauberer Strom aus Wüsten ist eine entscheidende Option zur Stromkostensenkung und der Bau einer EU-MENA-Connection wäre eigentlich ein ökonomisches "Muss" für die europäischen Volkswirtschaften.
 
Über diese direkten Unterstützungen hinaus, schlägt TREC die Realisierung von zwei Großprojekten vor, welche die Kostensenkung bei Solarthermischen Kraftwerken beschleunigen würden und zugleich drängende soziale und politische Probleme entschärfen könnten. Erste Machbarkeitsuntersuchungen zeigen die technische Realisierbarkeit dieser Projekte, jedoch benötigen sie finanzielle und politische Unterstützung:

  1. Gaza Solar Power and Water Project (PDF):
    Der Bau von Solarthermischen Kraftwerken (insgesamt ca. 1 GW) für die Erzeugung von Trinkwasser und Strom. Die Anlagen könnten, als Teil eines internationalen Wiederaufbauprogramms für Gaza, auf ägyptischem Gebiet angesiedelt werden und 2-3 Millionen Menschen im Gazastreifen durch Strom- und Wasserleitungen versorgen. Dieses Projekt könnte zu einer Kehrtwende in der derzeitigen katastrophalen Entwicklung der Gaza-Region beitragen, sowohl in Bezug auf deren ökonomischen und sozialen Probleme und deren Konflikte um Trinkwasser, als auch auf den stagnierenden Friedensprozess zwischen Israel und Palästina. Die Gesamtinvestitionen würden sich auf etwa 5 Milliarden Euro belaufen.
  2. Sana’a Solar Water Project (PDF):
    Hier geht es um eine auf Solarenergie gestützte Meereswasserentsalzung am Roten Meer und den Bau einer Pipeline in die Hauptstadt des Jemen (Sana’a), deren Trinkwasserreserven in etwa 15 Jahren erschöpft sind. Dieses Projekt würde ein drohendes humanitäres Desaster und soziale Unruhen im Jemen abwenden sowie zur Rettung eines Weltkulturerbes beitragen. Da die alternative Umsiedlung von 2 Millionen Menschen etwa 30 Mrd. Euro kosten würde, wäre die Investition von 5 Milliarden Euro in Solarthermische Kraftwerke und in eine Pipeline auch eine weitaus wirtschaftlichere Lösung.

Bis zur Mitte des 21. Jahrhunderts könnten die MENA Länder ihre Wüsten zu unerschöpflichen Quellen sauberer Energie ausbauen und den Ländern Europas sauberen Strom verkaufen, damit diese ihre Treibhausgasemissionen aus der Stromerzeugung um etwa 70% senken und gleichzeitig aus der Kernkraft aussteigen können – und das bei langfristig sinkenden Strompreisen.

Weitere Informationen:  Entwicklung und Erfolge von TREC


Quelle:   http://www.desertec.org/de/implementation.html

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